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„Die BIL bleibt eine Luxemburger Bank“
Wirtschaft 2 Min. 11.07.2018

„Die BIL bleibt eine Luxemburger Bank“

Handschlag zwischen dem Chairman der Legend Holdings, Liu Chuanzhi, und dem Verwaltungsratspräsidenten der BIL, Luc Frieden, im Beisein des 
Legend-Vorstandsvorsitzenden Zhu Linan (l.) und des BIL-CEO, Hughes Delcourt (r.).

„Die BIL bleibt eine Luxemburger Bank“

Handschlag zwischen dem Chairman der Legend Holdings, Liu Chuanzhi, und dem Verwaltungsratspräsidenten der BIL, Luc Frieden, im Beisein des 
Legend-Vorstandsvorsitzenden Zhu Linan (l.) und des BIL-CEO, Hughes Delcourt (r.).
Foto: Matic Zorman
Wirtschaft 2 Min. 11.07.2018

„Die BIL bleibt eine Luxemburger Bank“

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Die Bank Internationale à Luxemburg (BIL) gehört fortan zu 90 Prozent der chinesischen Legend Holdings Corporation. Um die Transaktion zu finalisieren, besuchten die Investoren am Mittwoch das Großherzogtum.

„Die BIL wird nicht die achte chinesische Bank in Luxemburg“, betonte ihr Verwaltungsratspräsident Luc Frieden am Mittwochnachmittag am Sitz in der Route d'Esch im Beisein der neuen chinesischen Investoren. „Die BIL bleibt eine Luxemburger Bank.“

1,48 Milliarden Euro zahlt die Legend Holdings Corporation aus dem Reich der Mitte für die Übernahme der ältesten Luxemburger Universalbank und erhält dafür von Precision Capital, einem Investmentvehikel der königlich katarischen Familie, deren 89,936 Prozent der Anteile.

„Ich habe in den letzen Tagen ein interessantes Buch über die Geschichte der BIL gelesen“, so Luc Frieden. Demnach habe die Bank schon immer ausländische Aktionäre gehabt. Mit ausländischen Kapital sei diese also als Stützpfeiler der hiesigen Wirtschaft geschaffen worden. Wenn nun Legend Holdings aus China ins Kapital einsteige, sei dies eine wichtige neue Etappe, aber nichts fundamental Neues.


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Die chinesische Legend Holdings Corporation hat die erforderlichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen für die Übernahme von knapp 90 Prozent an der Banque Internationale à Luxembourg (BIL) erhalten.

Liu Chuanzhi, Chairman und Gründer der Legend Holdings Corporation, sagte am Mittwoch, man habe die Entwicklung der Banque Internationale à Luxembourg bereits eine Zeit lang verfolgt und schätze neben der hervorragenden Markenreputation der Bank auch die Qualität der Vermögenswerte sowie das gute Management. Immer wieder bekräftigten Liu Chuanzhi und sein Vorstandsvorsitzender Zhu Linan am Mittwoch, dass Legend Holdings bei der BIL keinen kurzfristigen Profit suche, sondern die Bank in ihrer weiteren Entwicklung fördern und unterstützen wolle.

Neue geschäftliche Möglichkeiten in China

Auf die Frage, ob die EZB Bedingungen an die Übernahme der BIL durch die chinesische Gruppe festgelegt habe, sagte Luc Frieden am Mittwoch, dass es keine außerordentlichen Auflagen gebe. „In den Gesprächen mit der EZB und der CSSF hat Legend Holdings erklärt, den aktuellen Businessplan zu respektieren, und sie sagten auch, dass es nicht darum gehe, die Gruppe zu finanzieren, sondern um das eigentliche Geschäft.“

Hughes Delcourt, bisheriger und künftiger CEO der BIL, sagte am Mittwoch, dass einer der wesentlichen Punkte beim Einstieg des neuen Investors die Kontinuität sei. Gleichzeitig eröffne Legend Holdings Corporation der BIL in Asien aber auch geschäftliche Möglichkeiten, die man in die bestehende Strategie 2020 einbinden wolle. Durch den hervorragenden Ruf und die Kontakte von Legend Holdings, werde die BIL etwa Zugang sowohl zu sehr vermögenden Chinesen als auch zu chinesischen Firmen erhalten, die in Europa investieren möchten.

Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass nicht nur das bisherige Management erhalten bleibt, sondern, dass der neue Mehrheitseigner lediglich drei Sitze im 13-köpfigen Verwaltungsrat besetzen wird und Luc Frieden Präsident bleibt. Die drei neuen Mitglieder sind: Li Peng, „Senior Vice President“ der Legend Holdings als stellvertretender Verwaltungsratspräsident, Li Jing, geschäftsführende Direktorin für Übersee-Investitionen bei Legend Holdings sowie der unabhängige Chris van Aeken.

Zur Erklärung, weshalb sich Legend Holdings mit nur drei Positionen im Verwaltungsrat begnügt, sagte Luc Frieden, dass die BIL nicht nur eine luxemburgische Bank bleibe, sondern auch weiterhin unter der Aufsicht der EZB und der CSSF stehe. Precision Capital habe lediglich drei Verwaltungsratsmitglieder gehabt, davon ein unabhängiges. Und das werde bei Legend Holdings genauso gehandhabt.


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