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Die Angst vor dem Abschwung
Wirtschaft 2 Min. 01.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Die Angst vor dem Abschwung

Der Dow-Jones-Index für 30 Spitzenwerte brach um 6,5 Prozent auf 1.834 Punkte ein.

Die Angst vor dem Abschwung

Der Dow-Jones-Index für 30 Spitzenwerte brach um 6,5 Prozent auf 1.834 Punkte ein.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 01.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Die Angst vor dem Abschwung

Investoren befürchten, die Konjunktur könnte im dritten Quartal erneut abstürzen.

Von LW-Korrespondent Walter Pfaeffle, New York   

Monatelang haben die Investoren ihre Ängste vor sich hergeschoben. Vorige Woche gingen sie in Deckung: Trotz der robusten Wachstumszahlen und prächtigen Ergebnisse bei etlichen Big-Tech-Werten stürzten die Aktienkurse auf der ganzen Breite ab. In der neuen Handelswoche dürften die Wahlen und steigende Covid-19-Fallzahlen für Unsicherheit sorgen. 


(COMBO) This combination of file pictures created on September 29, 2020 shows US President Donald Trump (L) and Democratic Presidential candidate former Vice President Joe Biden squaring off during the first presidential debate at the Case Western Reserve University and Cleveland Clinic in Cleveland, Ohio. - Trump, who is still being treated for Covid-19, said on October 8, 2020, he will refuse to take part in the presidential debate on October 15 after it was switched to a virtual format. "I'm not going to do a virtual debate," he told Fox Business News, saying this was "not acceptable to us." (Photos by JIM WATSON and SAUL LOEB / AFP)
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Alle guten Dinge sind drei, sagt das Sprichwort, gelegentlich treten aber auch schlechte Dinge zu dritt auf. Wie in Europa nimmt in den USA die Zahl der Neuinfizierten mit dem Corona-Virus sprunghaft zu. Dies löst bei den Investoren Sorgen aus, die Konjunktur könnte nach den robusten Wachstumszahlen im dritten Quartal erneut abstürzen. Schwer zu verdauen war auch die Wucht des Selloff, die sämtliche Sektoren mitgerissen hat. Der Dow-Jones-Index für 30 Spitzenwerte brach um 6,5 Prozent auf 1.834 Punkte ein, der S&P-500 verlor 5,6 Prozent auf 3.270 Punkte und der Nasdaq wurde um 5,5 Prozent auf 10.912 Punkte zurückgestuft. 

Sorgen um das Wachstum 

Nicht zuletzt befürchten die Investoren, dass die Auszählung der Briefwahlstimmen das Ergebnis um Tage verzögern wird. Präsident Trump hat schon vor Wochen angedeutet, er werde im Falle eines Sieges seines Widersachers Joe Biden das Ergebnis prüfen lassen. Wahlexperten gehen davon aus, dass der Sieger auch einen Tag nach der Wahl nicht feststehen wird, es sei denn, einer der Kandidaten geht mit einem Erdrutsch aus den Wahlen hervor. Paradoxerweise scheint wirtschaftlich eigentlich alles in Ordnung zu sein. 

Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung fielen auf den niedrigsten Stand der Krise, das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 33,1 Prozent, die persönlichen Einkommen stiegen im September um 0,9 Prozent. Und der Anstieg der Löhne trug dazu bei, dass sowohl der Stimmungsindex der Uni Michigan als auch der Chicagoer Einkaufsmanagerindex die Erwartungen übertrafen. „Die Zahlen waren überraschend positiv“, zitiert das Wochenblatt Barron's den Chefanlagestrategen bei Prudential Financial, Quincy Krosby. 

„Die Sorge ist, dass sich das Wachstum wegen Covid verlangsamt oder gar zum Stillstand kommen wird“. Zwei weitere Ereignisse rücken diese Woche ins Rampenlicht. Das erste ist der Arbeitsmarktbericht für Oktober am Freitag. Volkswirte erwarten einen Anstieg von 650.000 neuen Arbeitsstellen außerhalb der Landwirtschaft und einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 7,7 Prozent von 7,9 Prozent im September. 

Berichtssaison auf Hochtouren 

Ein wichtiger Index ist bereits am Montag der US-Einkaufsmanagerindex für Oktober, der über die Lage in der verarbeitenden Industrie berichtet. Der Konsens der Fachleute geht von einer anhaltenden Verbesserung aus. Das gelte auch für den Index im Service-Bereich, der am Mittwoch ansteht, heißt es. Und tags darauf gibt die Notenbank Federal Reserve ihren geldpolitischen Kurs für die nächsten sechs Wochen bekannt. Fed-Chef Jerome Powell dürfte eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik signalisieren. 


DALLAS, PA - OCTOBER 24: Children sit atop a car as they wait for the arrival of Democratic presidential nominee Joe Biden during a drive-in campaign rally at Dallas High School on October 24, 2020 in Dallas, Pennsylvania. Biden is making two campaign stops in the battleground state of Pennsylvania on Saturday.   Drew Angerer/Getty Images/AFP
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Nebenbei geht die Berichtssaison der Unternehmen für das dritte Quartal weiter. Clorox, Ingersoll Rand und Estée Lauder lassen sich heute in die Bücher schauen, es folgen Emerson Electric, Humana und Sysco morgen und Hilton Worldwide, MetLife, Qualcom am Mittwoch. 

Der Zahlenreigen läuft am Donnerstag auf Hochtouren. Es berichten Alibaba Group, Barrick Gold, Bristol Myers Squibb, Duke Energy, General Motors, T-Mobile US und Uber Technologies.

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