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Deutschland und Panama planen Informationsaustausch
Wirtschaft 28.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach den "Panama Papers"

Deutschland und Panama planen Informationsaustausch

Aus der weltweit agierenden Kanzlei Mossack Fonseca waren gigantische Datensätze mit Briefkastenfirmen geleakt worden.
Nach den "Panama Papers"

Deutschland und Panama planen Informationsaustausch

Aus der weltweit agierenden Kanzlei Mossack Fonseca waren gigantische Datensätze mit Briefkastenfirmen geleakt worden.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 28.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach den "Panama Papers"

Deutschland und Panama planen Informationsaustausch

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Gut drei Wochen nach den Enthüllungen der „Panama Papers“ über hunderttausende Briefkastenfirmen haben Deutschland und Panama verabredet, über einen bilateralen Austausch von Steuerinformationen zu verhandeln.

(dpa) - Gut drei Wochen nach den Enthüllungen der „Panama Papers“ über hunderttausende Briefkastenfirmen haben Deutschland und Panama verabredet, über einen bilateralen Austausch von Steuerinformationen zu verhandeln. Dies haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Panamas Präsident Juan Carlos Varela bei einem Telefongespräch am Donnerstag verabredet, wie die Regierung des mittelamerikanischen Landes mitteilte. Dazu werde eine Delegation nach Deutschland entsandt. Varela reist im Oktober nach Berlin.

Panama steht weltweit in der Kritik, weil Praktiken zur Steuervermeidung über Hunderttausende Briefkastenfirmen in den „Panama Papers“ enthüllt wurden. Nach einjähriger Recherche hatten Anfang April Dutzende Medien weltweit über gut 200.000 Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.

Das nun angestrebte Abkommen zum Datenaustausch soll den Standards der Industrieländerorganisation OECD entsprechen. Panama hat einen solchen Vertrag bereits mit den USA geschlossen. Verhandlungen laufen derzeit unter anderem mit Frankreich, Japan und Kolumbien.


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