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Deutsche Steuer auf Dienstwagen aus Luxemburg: Steuerliche Irrfahrt geht weiter
Firmenwagen sind für Arbeitnehmer ein beliebtes Extra bei Gehaltsverhandlungen. Meist darf das Fahrzeug auch für den Weg zur Arbeitsstätte sowie private Zwecke benutzt werden.

Deutsche Steuer auf Dienstwagen aus Luxemburg: Steuerliche Irrfahrt geht weiter

Foto: Gerry Huberty
Firmenwagen sind für Arbeitnehmer ein beliebtes Extra bei Gehaltsverhandlungen. Meist darf das Fahrzeug auch für den Weg zur Arbeitsstätte sowie private Zwecke benutzt werden.
Wirtschaft 14.03.2015

Deutsche Steuer auf Dienstwagen aus Luxemburg: Steuerliche Irrfahrt geht weiter

Der EU-Mehrwertsteuerausschuss hat sich abermals mit der umstrittenen Besteuerung von Dienstwagen befasst. Es wurde zur Sache eine Leitlinie veröffentlicht. Diese sei jedoch nicht bindend, heißt es in Brüssel.

(aa) - Die EU-Kommission wollte klären, wo luxemburgische Dienstwagen zu versteuern sind, wenn diese von Grenzgängern privat genutzt werden. Deshalb sollte sich Anfang 2015 abermals der Mehrwertsteuerausschuss mit der Angelegenheit befassen.

Das rein beratende Gremium, dass sich aus Vertretern der EU-Mitgliedsstaaten zusammensetzt, war zuvor bereits auf Antrag der luxemburgischen Regierung zusammengekommen, ohne dass es zu einer Einigung gekommen wäre.

Ende Januar sollte nun ein schriftliches Verfahren die Lösung bringen, und tatsächlich liegt inzwischen eine Leitlinie des Gremiums vor, wie die europäische Gesetzgebung in der Sache anzuwenden ist (siehe Seite 186-187):

Wie ein Sprecher dem "Luxemburger Wort" mitteilte, gehe aus dieser Leitline hervor, dass die Nutzung eines Dienstwagens durch einen Angestellten als Vermietung eines Transportmittels verstanden wird, sofern der Angestellte dafür z.B. Miete zahlt oder auf einen Teil seines Gehaltes verzichtet. In diesem Fall werde diese Nutzung am Wohnort des Angestellten besteuert, solange die Nutzung 30 Tage übersteigt. Für den Fall, dass keine langfristige Vermietung vorliege, werde am Ort des Firmensitz versteuert. Allerdings – und das ist sehr wichtig – ist die Leitlinie des Mehrwertsteuerausschusses nicht rechtlich bindend.

Dies entspricht auf den ersten Blick der Argumentation deutscher Finanzbehörden, die sich auf EU-Vorgaben (Richtlinie 2008/8/EG, Artikel 4) berufen und die Dienstwagen im Sinne einer langfristigen Vermietung interpretierten.

Fraglich ist nun jedoch wie die Leitlinie in der Praxis von den luxemburgischen und deutschen Behörden ausgelegt wird und wie man mit dem nicht verbindlichen Charakter der Leitlinie umgehen wird.

In der Samstagsausgabe (14. März 2015) des "Luxemburger Wort" lesen Sie außerdem, wie die luxemburgische Administration de l'Enregistrement et des Domaines sowie das zuständige deutsche Finanzamt in Saarbrücken die Veröffentlichung der Leitlinie bewerten.


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