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Deutsche Bank Luxembourg S.A.: Rekordergebnis im ersten Jahr
Der Vorstandsvorsitzende Frank Krings (45) trat erst im März 2016 die Nachfolge von Boris Liedtke an.

Deutsche Bank Luxembourg S.A.: Rekordergebnis im ersten Jahr

Foto: Chris Karaba
Der Vorstandsvorsitzende Frank Krings (45) trat erst im März 2016 die Nachfolge von Boris Liedtke an.
Wirtschaft 4 Min. 04.05.2017

Deutsche Bank Luxembourg S.A.: Rekordergebnis im ersten Jahr

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Die Deutsche Bank Luxembourg S.A. hat 2016 ihren Jahresüberschuss mehr als verdreifacht. Am Donnerstag blickte Frank Krings auf sein erstes Geschäftsjahr als Vorstandsvorsitzender zurück und sprach über Weichenstellungen für die Zukunft.

Von Andreas Adam

Die Deutsche Bank Luxembourg S.A. hat 2016 ihren Jahresüberschuss mehr als verdreifacht (Geschäftsbericht 2016). Am Donnerstag blickte Frank Krings auf sein erstes Geschäftsjahr als Vorstandsvorsitzender zurück und sprach über Weichenstellungen für die Zukunft.

Als Boris Liedtke Ende 2015 nach gerade einmal zwei Jahren an der Spitze der Deutschen Bank in Luxemburg überraschend seinen Hut nahm, dauerte es einige Monate einen Nachfolger zu finden. Seit dem 15. April 2016 ist nun Frank Krings Chief Country Officer für Luxemburg, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Luxembourg S.A. und Leiter der Zweigniederlassung der Deutsche Bank AG Filiale Luxemburg. Rund ein Jahr nach seinem Antritt im Großherzogtum zog Frank Krings am Donnerstag vor geladener Presse eine erste Bilanz und stellte sich den Fragen der Journalisten.

Die Deutsche Bank Luxembourg S.A. erzielte 2016 einen Jahresüberschuss von 1,07 Milliarden Euro.
Die Deutsche Bank Luxembourg S.A. erzielte 2016 einen Jahresüberschuss von 1,07 Milliarden Euro.
Foto: Chris Karaba

Der Jahresüberschuss 2016 der Deutsche Bank Luxembourg S.A. liegt bei insgesamt 1,07 Milliarden Euro (2015: 289 Millionen Euro). „Das ist das höchste Ergebnis in der 47-jährigen Geschichte der Bank, und das wird in dieser Größenordnung nicht wiederkommen“, so Krings.

Ein Großteil des Zuwachses geht auf sogenannte „sonstige betriebliche Erträge“ zurück. Allein der Verkauf der Anteile an der Hua Xia Bank (zehn Jahre Haltedauer) brachte einen Gewinn von 741 Millionen Euro ein. Die „sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ stiegen auf 29,8 Millionen Euro (2015: 14,3 Millionen Euro) und entfielen u.a. auf Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 14 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (ohne übrige Erträge und Aufwendungen inkl. Erträge aus Wertpapieren) lag 2016 bei 121 Millionen Euro (2015: 120,4 Millionen Euro).

Bilanzsumme wurde um rund ein Drittel reduziert

Die Bilanzsumme der Deutsche Bank Luxembourg S.A. wurde 2016 um 35 Prozent auf 52 Milliarden Euro reduziert. „Wir haben uns angesehen, wo gibt es Elemente der Bilanz, die keinen relevanten ökonomischen Beitrag leisten“, sagte Krings und verwies nicht zuletzt auf vorzuhaltende Liquiditätsreserven in einem Niedrig- bzw. Negativzinsumfeld. 2017 strebt die Bank eine weitere Reduzierung der Bilanzsumme und damit eine weitere Erhöhung der Bilanzeffizienz an.

Die Kapitalbasis der Deutsche Bank Luxemburg S.A. wurde im ersten Quartal 2017 um eine Milliarde Euro auf sechs Milliarden Euro weiter erhöht.

30-Millionen-Investition in den Standort Luxemburg

Wie Frank Krings am Donnerstag ankündigte will die Deutsche Bank 30 Millionen Euro in den Standort Luxemburg investieren. Im Fokus für 2017 stehe vor allem die Modernisierung der lokalen IT-Plattform, des sogenannten „Kernbankensystems“.

Die Deutsche Bank Gruppe setzt im Großherzogtum weiter auf ein Drei-Säulen-Modell: „Kredit und Finanzierung“ sowie das „Wealth Management“ sind dabei die beiden Kompetenzbereiche der Deutsche Bank Luxembourg S.A. Sie hat kürzlich konzernintern ihre langjährige Beteiligung (50%) an der Deutsche Asset Management S.A. in Luxemburg, die hier für den dritten Kompetenzbereich „Fondsgeschäft“ zuständig ist, nach Deutschland veräußert.

Holding kommt nicht nach Luxemburg

Hintergrund dieser Transaktion ist der von der Deutsche Bank Gruppe mittelfristig geplante Teilbörsengang der Sparte Asset Management mit über 700 Milliarden verwaltetem Vermögen. Unter einer deutschen Holding mit der Rechtsform „Societas Europaea“ sollen vor dem Teilbörsengang die weltweiten Asset Management Aktivitäten strukturell gebündelt werden. Vor einigen Monaten war in der Presse darüber spekuliert worden, dass die Holding ihren Sitz in Luxemburg haben könnte, was laut Krings letztlich jedoch nicht zutrifft.

Was die Veräußerung der Aktivitäten der Sal. Oppenheim von der Deutschen Bank an Hauck & Aufhäuser angeht, so soll dies laut Krings bis Mitte 2017 abgeschlossen werden.

Sehr zurückhaltend äußerte sich Frank Krings auf die Frage nach Strafzahlungen an deutsche Behörden.
Sehr zurückhaltend äußerte sich Frank Krings auf die Frage nach Strafzahlungen an deutsche Behörden.
Foto: Chris Karaba

Auf den Brexit angesprochen sowie Medienberichte, wonach die Deutsche Bank erwäge Stellen aus London abzuziehen, erklärte der Länderchef für Luxemburg, dass derzeit noch nicht absehbar sei, was bei den Brexit-Verhandlungen herauskomme. Es gebe dementsprechend keine definitive Zahlen bezüglich zu verlagernder Stellen. Luxemburg sei aber prinzipiell gut positioniert, d.h. im Bereich langfristig orientierter Geschäftstypen.

Thema Strafzahlungen wurde offenbar abgehakt

Sehr zurückhaltend äußerte sich Krings auf die Frage nach Strafzahlungen an deutsche Behörden wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung von Oktober 2016 zufolge musste die Deutsche Bank in der Schweiz knapp zehn Millionen nach Deutschland überweisen, während die BCEE in Luxemburg mit 14 Millionen Euro zur Kasse gebeten wurde und die Deutsche Bank in Luxemburg noch anstehe.

Krings verwies am Donnerstag auf seine Aussage von Juli 2016, wonach sich keiner vor seiner Verantwortung und Vergangenheit drücken könne. Dem sei nur hinzuzufügen, dass dieses Thema für die Deutsche Bank in Luxemburg weitestgehend abgeschlossen sei.

Auf das für Deutsch-Bänker in Luxemburg nur kurze Intermezzo seines Vorgängers angesprochen, betonte Krings, dass er sich mit seiner Frau sehr gut in Luxemburg eingelebt habe. Da man sowohl die deutsche als auch die französische Staatsbürgerschaft besitze, fühle man sich im Großherzogtum sehr wohl. Derzeit sei weder privat noch beruflich eine Änderung in Sicht.


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