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Deutlicher Gewinnrückgang für Encevo
Für 2017 wird die Encevo-Gruppe eine Dividende in Höhe von 24,5 Millionen Euro auszahlen.

Deutlicher Gewinnrückgang für Encevo

Foto: Guy Jallay
Für 2017 wird die Encevo-Gruppe eine Dividende in Höhe von 24,5 Millionen Euro auszahlen.
Wirtschaft 2 Min. 09.05.2018

Deutlicher Gewinnrückgang für Encevo

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Der Energiekonzern hatte im vergangenen Jahr mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen, zeigt sich aber dennoch zufrieden. In der Geschäftsführung und im Aktionariat stehen Veränderungen bevor.

Nach dem vorangegangenen Rekordjahr war 2017 ein vergleichsweise mäßiges Jahr für die Encevos-Gruppe, zu welcher vor allem der Energieversorger Enovos und der Netzbetreiber Creos gehören.

Der Nettogewinn ging um 33 Prozent auf 55,7 Millionen Euro zurück, der Umsatz sank von 1,89 auf 1,76 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Vermögensgegenstände (Ebitda) fiel um mehr als 26 Prozent auf 193,6 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) in einem schwierigen Marktumfeld lag 2017 bei nur noch 73,3 Millionen Euro. Das sind rund 35 Prozent weniger als 2016. 

Mehr Gas, aber weniger Strom verkauft

Generaldirektor Jean Lucius (vorn) stellte nochmals eine Geschäftsbilanz vor, bevor er in den Ruhestand tritt. Neben ihm Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann und Creos-CEO Claude Seywert.
Generaldirektor Jean Lucius (vorn) stellte nochmals eine Geschäftsbilanz vor, bevor er in den Ruhestand tritt. Neben ihm Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann und Creos-CEO Claude Seywert.
Foto: Guy Jallay

2017 mussten laut Encevo Sonderrückstellungen und Sonderabschreibungen vorgenommen werden. Verschiedene Positionen im Gasportfolio, die 2016 noch günstig gewesen seien, hätten sich als weitaus weniger vorteilhaft erwiesen. Zu schaffen machten der Gruppe offenbar auch niedrige Energiepreise in Kombination mit langfristigen Versorgungsverträgen, deren Preis über dem aktuellen Marktpreis liege. Zudem hätten sich geringere Vergütungen bei den Netzaktivitäten bemerkbar gemacht.

Bei den Volumina für Strom und Gas zeigte sich 2017 ein sehr unterschiedliches Bild. Während die Gasverkäufe um 12,5 Prozent auf 27,2 Terawattstunden (TWh) nach oben gingen, fielen die Stromverkäufe um 14,2 Prozent auf 11,4 TWh zurück. Eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden (KWh). Beim Gas habe man bei Industriekunden und deutschen Standwerken punkten können, während man beim Stromverkauf 2017 hinsichtlich neuer Kunden und zu verlängernder Verträge selektiver vorgegangen sei. Die Profitabilität habe durch das geringere Volumen aber nicht gelitten.

Unverändert hohe Investitionen

Der bisherige CEO des Netzbetreibers Creos, Claude Seywert wird im September die Nachfolge von Encevo-Generaldirektor Jean Lucius antreten.
Der bisherige CEO des Netzbetreibers Creos, Claude Seywert wird im September die Nachfolge von Encevo-Generaldirektor Jean Lucius antreten.
Foto: Guy Jallay

Das Investitionsniveau lag mit rund 200 Millionen Euro unverändert im Bereich der Vorjahre. Knapp 160 Millionen Euro wurden 2017 allein in die regulierten Netzaktivitäten gesteckt. Trotz der hohen Investitionen sieht sich die Gruppe solide aufgestellt. Die Nettofinanzschulden gingen um 5,7 Prozent auf 473,8 Millionen Euro zurück, das Eigenkapital stieg um 3,6 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad sank von 40,4 auf 36,8 Prozent.

Für 2017 wird die Encevo-Gruppe eine Dividende in Höhe von 24,5 Millionen Euro auszahlen. 2016 waren es 35 Millionen Euro gewesen. Aktionäre waren 2017 der luxemburgische Staat (28%), Ardian (25,48%) die Stadt Luxemburg (15,61%), die Investitionsbank SNCI (14,2%), die Spuerkees (12%) und Engie (4,71%). Das hat sich inzwischen geändert.

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Wirtschaftsminister Etienne Schneider hatte 2014 klar gemacht, das er eine staatliche Mehrheit wolle. Es gehe um die Hoheit in der luxemburgischen Energiepolitik. Damals trennten sich die beiden deutschen Energieversorger RWE und E.ON von ihren Anteilen an der Luxemburger Holding Enovos International s.a., die später in Encevo umbenannt wurde.

Die luxemburgische Post hat 2018 noch die Engie-Anteile übernommen. Heute gehört Encevo praktisch zu drei Vierteln der Öffentlichen Hand, und es könnte möglicherweise noch mehr werden. Bekanntlich möchte sich Ardian als letzter nichtstaatlicher Anteilseigner zurückziehen. Die Suche nach einem Käufer läuft bereits und soll voraussichtlich bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Für das laufende Jahr stehen bei Encevo auch einige personelle Veränderungen an. So wird Encevo-Generaldirektor Jean Lucius im September in den Ruhestand gehen. Seine Position übernimmt der CEO des Netzbetreibers Creos, Claude Seywert. Neuer Netzchef wird Marc Reiffers, bislang CEO der Enovos Luxemburg. Marc Reiffers Nachfolge tritt Erik von Scholz an, bisher verantwortlich für Unternehmensentwicklung und Strategie.


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