Deutlicher Gewinnrückgang bei Paul Wurth
Deutlicher Gewinnrückgang bei Paul Wurth
Trotz des wirtschaftlich weiterhin schwierigen Umfelds zeigt sich die Paul Wurth Gruppe zufrieden mit den Konzernergebnissen. Der Luxemburger Anlagenbauer veröffentlichte am Dienstag die Bilanz des abgelaufenen Jahres. Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie habe die ohnehin schon angespannte Situation der Stahlindustrie deutlich verschärft, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.
Das habe Auswirkungen auf die Investitionstätigkeit der Stahlhersteller, auf Reisen und Kundenbesuche sowie auf die Projektabwicklung gehabt. Somit sank der Umsatz von Paul Wurth 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 15,7 Prozent auf 403,7 Millionen Euro. Entsprechend fiel auch der Gewinn von 14,4 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 4,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr.
Auftragseinbruch fast wettgemacht
Gerade der Frühling mit coronabedingten Lockdowns in wichtigen Märkten hatte erwarten lassen, dass dem Unternehmen ein extrem schwieriges Geschäftsjahr bevorstand. Die gedämpfte Nachfrage habe aber in den restlichen Monaten des Jahres zum Teil aufgeholt werden können, schreibt das Unternehmen. So lag der Auftragseingang der Gruppe zum Jahresende nur knapp acht Prozent unter dem Vorjahr (393 Millionen Euro).
Einige große Aufträge trugen zu dem ordentlichen Ergebnis bei. So hat der indische Konzern JSW Steel 2020 sein Projekt zum Bau eines neuen Hochofens reaktiviert. Daraus resultierten einige Aufträge mit größeren Volumina, teilt die Gruppe mit. Langfristig sieht das Unternehmen große Chancen in der Notwendigkeit von Stahlherstellern, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. In den letzten Jahren habe Paul Wurth sein Angebot an CO2-reduzierenden Technologien für bestehende Stahlwerke erweitert.
Ein Beispiel für ein solches Projekt ist der Start der Koksofengaseindüsung in Hochöfen im saarländischen Dillingen im Oktober 2020. Ebenso haben die Hüttenwerke Krupp Mannesmann Paul Wurth im vergangenen Jahr beauftragt, eine neue Koksofengasverdichtungs- und -eindüsanlage an ihren beiden bestehenden Hochöfen in Deutschland zu planen und zu bauen. Mit der verbesserten Technologie möchte der deutsche Hersteller die Menge fossiler Reduktionsmittel verringern.
Investition in Wasserstoff
Hoffnungen setzt das Unternehmen auch in die Förderung der Wasserstofftechnologie. Im vergangenen Jahr hatten nationale Regierungen und die Europäische Union Aktionspläne angekündigt, um die Weiterentwicklung der Technologie voranzutreiben. Auch Paul Wurth will massiv in diesen Bereich investieren. So hat sich die Firma an dem Gemeinschaftsprojekt Norsk e-Fuel beteiligt, das Europas erste kommerzielle Anlage für erneuerbaren Flugkraftstoff auf Wasserstoffbasis in Norwegen plant. Daneben steuerte das Unternehmen Expertise zum Bau einer Anlage bei, die grünen Wasserstoff für eine Biokraftstoff-Raffinerie in Rotterdam erzeugen will.
Erst im April dieses Jahres hatte der Luxemburger Staat seine Anteile an Paul Wurth an die SMS Group verkauft, wodurch das deutsche Unternehmen der alleinige Eigentümer des Anlagenbaus von Paul Wurth wird. „Mit diesem Schritt wird Luxemburg innerhalb der SMS group zu einem globalen Innovationszentrum für Metallurgie und Wasserstofftechnologie“, schreibt das Unternehmen. Um die wissenschaftliche Forschung und Entwicklung von Wasserstofftechnologien am Standort Luxemburg zu stärken, wurde zusätzlich eine strategische Partnerschaft mit der Universität Luxemburg durch die Einrichtung eines Lehrstuhls für Energieverfahrenstechnik vereinbart.
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