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Der Streit um die Deutungshoheit
Wirtschaft 24.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Pilotenproteste bei der Cargolux

Der Streit um die Deutungshoheit

Laut Cargolux kam es am Donnerstag bei rund einem Viertel der Flüge zu Verspätungen, weil sich Crews fluguntauglich gemeldet hatten.
Pilotenproteste bei der Cargolux

Der Streit um die Deutungshoheit

Laut Cargolux kam es am Donnerstag bei rund einem Viertel der Flüge zu Verspätungen, weil sich Crews fluguntauglich gemeldet hatten.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 24.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Pilotenproteste bei der Cargolux

Der Streit um die Deutungshoheit

Die Pilotenvereinigung ALPL und die Gewerkschaft LCGB weisen die Vorwürfe der Cargolux zurück, wonach die Piloten der Frachtfluggesellschaft am Donnerstag zu einem illegalen Warnstreik aufgerufen worden seien.

(aa) - Die Pilotenvereinigung ALPL und die Gewerkschaft LCGB weisen die Vorwürfe der Cargolux zurück, wonach die Piloten der Frachtfluggesellschaft am Donnerstagmorgen zu einem illegalen Warnstreik aufgerufen worden seien.

Nur eine einstweilige Verfügung

Falsch sei auch, so die ALPL, dass ein Gericht den illegalen Charakter der Warnaktion vom Donnerstag bestätigt habe. Tatsächlich habe die Cargolux nur eine einstweilige Verfügung erwirkt, dies aufgrund eines einseitig vorgebrachten Antrags, ohne dass die Gegenseite gehört worden sei. 

"Nur nachdem das Gericht alle Parteien angehört hat, wird der Richter entscheiden, ob die einstweilige Verfügung und der Antrag der Cargolux begründet sind. Außerdem billigt die einstweilige Verfügung weder explizit noch implizit das Safety Management der Cargolux. Ebenfalls beurteilt die einstweilige Verfügung nicht, ob die Begründung jedes einzelnen Piloten gerechtfertigt ist nicht zu fliegen, wenn sie oder er sich nicht in der Lage dazu fühlen", heißt es in einer Mitteilung der ALPL.

Illegaler Warnstreik kontra legale Warnaktion

Laut Cargolux kam es am Donnerstag bei rund einem Viertel der Flüge zu Verspätungen, weil sich Crews fluguntauglich gemeldet hatten. Während die Frachtfluggesellschaft von einem Warnstreik spricht, gehen ALPL und LCGB von einer "Warnaktion" aus, wobei die einzelnen Piloten letztlich entschieden hätten, ob sie flugtauglich seien oder nicht.

Die Cargolux sieht in der sogenannten Warnaktion eine illegale Handlung während der Kollektivvertragsverhandlungen bzw. der Schlichtung. Die Gewerkschafter und teilnehmenden Piloten halten dem entgegen, die Aktion habe nichts damit zu tun, sondern werde allein mit der untragbaren Sicherheits- und Vertrauenskultur bei der Cargolux begründet.



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Der christliche Gewerkschaftsbund LCGB und die Pilotenvereinigung ALPL wollen weiter für eine bessere Sicherheitskultur bei der Frachtfluggesellschaft kämpfen – auch auf europäischer Ebene. Wenig Neues war zum Kollektivvertrag zu erfahren, den Cargolux und OGBL unterzeichnen wollen.
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Hintergrund um den Streit bei der Frachtfluggesellschaft sind laut LCGB nach wie vor Sicherheitsbedenken und ein enormer Vertrauensverlust.