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Der Rhein wird am Freitag bei Koblenz praktisch unpassierbar
Wirtschaft 2 Min. 10.08.2022
Wassermangel

Der Rhein wird am Freitag bei Koblenz praktisch unpassierbar

Seit Wochen regnet es kaum, die Pegelstände sinken, Uferzonen fallen trocken, neue Inseln steigen auf. Das Niedrigwasser beeinträchtigt bundesweit zunehmend die Binnenschifffahrt, wie hier in St. Goar in der Nähe der Loreley.
Wassermangel

Der Rhein wird am Freitag bei Koblenz praktisch unpassierbar

Seit Wochen regnet es kaum, die Pegelstände sinken, Uferzonen fallen trocken, neue Inseln steigen auf. Das Niedrigwasser beeinträchtigt bundesweit zunehmend die Binnenschifffahrt, wie hier in St. Goar in der Nähe der Loreley.
Foto: Thomas Frey/dpa
Wirtschaft 2 Min. 10.08.2022
Wassermangel

Der Rhein wird am Freitag bei Koblenz praktisch unpassierbar

Der Pegel in Kaub wird am Wochenende die Marke von 40 Zentimetern unterschreiten - ab dann können Lastkähne den Rhein nicht mehr befahren.

(Bloomberg) - Der Rhein wird an einem viel befahrenen Flaschenhals in Kürze praktisch unpassierbar. Das seichte Fahrwasser könnte dann den Transport von Diesel, Kohle und Industriegütern zum Erliegen bringen.

Der Pegel in Kaub bei Koblenz wird laut der deutschen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung am frühen Morgen des 12. August die kritische Tiefe von 40 Zentimetern erreichen und im Laufe des Tages auf 38 Zentimeter sinken. Bei diesem Pegelstand können Lastkähne den Fluss nicht mehr befahren. Für den Folgetag werden 37 Zentimeter vorhergesagt.


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Der Wassermangel, eine Folge der Klimakrise, verschärft die kriegsbedingten Engpässe in der Energieversorgung, die Industrie und Verbrauchern ohnehin bereits zu schaffen machen. Die Elektrizitätspreise stiegen auf einen neuen Rekordstand, Gas- und Kohlepreise stiegen ebenfalls an.

Deutsche Großkonzerne betroffen

Unternehmen wie der Chemiekonzern BASF SE und der Stahlproduzent Thyssenkrupp AG sind auf den Fluss für die Lieferung von Brennstoffen und Rohstoffen angewiesen. Die Unternehmen werden zwar weiterhin in der Lage sein, Fabriken und Kraftwerke über die Straße oder die Schiene zu beliefern, aber diese Transportarten sind erheblich teurer, was zu einem Druck auf die Gewinnspannen führt.


03.08.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Das Rheinufer bei den Roller Wiesen vor dem Dom (r) und den Kranhäusern (l). Aufgrund der anhaltenden Trockenheit hat der Rhein einen niedrigen Pegelstand. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Der Rhein wird gespeist von Schmelzwasser aus den Alpen und Regenwasser, wobei der Rückgang der Gletscher bereits in den letzten Jahren zu spüren war. Die unterdurchschnittlichen Schneefälle im letzten Winter haben laut dem Eidgenössischen Wetterdienst die Situation in diesem Jahr weiter verschärft.

Wenn der Pegel bei Kaub 40 Zentimeter oder weniger erreicht, wird es laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde für die meisten Lastkähne unwirtschaftlich, weiterzufahren. Das Niedrigwasser behindert die Schifffahrt bereits seit Wochen, da es die Transportkapazität der Schiffe einschränkt. 

Einige Schiffe sind speziell für flache Gewässer ausgelegt, sodass der Verkehr nicht völlig zum Erliegen kommen wird. Der gemessene Wasserstand gibt nicht die tatsächliche Tiefe des Flusses an, dient aber als entscheidender Anhaltspunkt für die Schiffbarkeit.    

Luxemburg geografisch im Vorteil

Lieferungen aus dem Hafen Rotterdam in den Niederlanden zum Hafen in Mertert sind von der Situation am Rheinpegel Kaub nicht betroffen: Weil Kaub südlich von Koblenz liegt, biegen die Schiffe vorher auf die Mosel in Richtung Luxemburg ab. Allerdings sind auch hier die Ladekapazitäten wegen der Pegelstände zurzeit drastisch reduziert. 

Ein weiter nördlich gelegener Pegel dürfte nicht nur bei Thyssenkrupp mit Spannung verfolgt werden: Bei Duisburg liegt die Flusstiefe derzeit bei 171 Zentimetern. 150 Zentimeter werden hier als der Wert angesehen, der den Transport von Materialien wie Kokskohle und Eisenerz per Binnenschiff unwirtschaftlich macht.


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