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Der internationale Kampf um Firmen bleibt
Wirtschaft 14.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Steueroptimierung

Der internationale Kampf um Firmen bleibt

"Die Länder werden rivalisieren müssen, um das attraktivste Steuerniveau für Unternehmen anzubieten", sagt Pascal Saint-Amans von der OECD.
Steueroptimierung

Der internationale Kampf um Firmen bleibt

"Die Länder werden rivalisieren müssen, um das attraktivste Steuerniveau für Unternehmen anzubieten", sagt Pascal Saint-Amans von der OECD.
AFP
Wirtschaft 14.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Steueroptimierung

Der internationale Kampf um Firmen bleibt

Auch wenn die Steuerparadiese verschwinden, heißt dies nicht, dass die verschiedenen Länder nicht mehr versuchen werden, durch möglichst attraktive Steuersätze Unternehmen anzulocken. Darauf weist die OECD hin. Im Gegenteil: Der Wettbewerb könne sich verstärken.

(afp/ks) - Das Verschwinden von Steuerparadiesen könnte dazu beitragen, dass Länder stärker konkurrieren werden, wenn es darum geht, internationale Unternehmen anzuziehen. Dies erklärte am Freitag die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Brisbane.

Sie verhandelt derzeit den sogenannten BEPS-Aktionsplan (Base Erosion and Profit Shifting), mit dem bis Ende 2015 auf internationalem Niveau Regelungen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen ausgearbeitet werden sollen. Luxemburg unterstützt diese Pläne.

"Es wird zwar kein Steuerparadies mehr geben, in dem keine Steuern mehr bezahlt werden müssen. Die Länder werden aber rivalisieren müssen, um das attraktivste Steuerniveau für Unternehmen anzubieten", unterstrich Pascal Saint-Amans, der für die OECD international die Verhandlungen zu diesem Thema koordiniert. Dies sei allerdings kein Problem. Seien die Steueroasen erst einmal verschwunden, werde der Wettbewerb ausgeglichener.

In Brisbane findet an diesem Wochenende der G20-Gipfel statt. Eines der Themen soll die Reform des weltweiten Finanzsektors und insbesondere der Kampf gegen Steueroptimierung sein.

Durch die LuxLeaks-Enthüllungen waren die Steuervermeidungstaktik von zahlreichen Firmen und die günstigen Rahmenbedingungen dafür im Großherzogtum in den Fokus geraten. In Brisbane wird auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet.


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