Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Der Hahn hat schwer zu kämpfen
Wirtschaft 2 Min. 08.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Hunsrück-Airport

Der Hahn hat schwer zu kämpfen

„Seit Jahresbeginn haben wir zweistellige Wachstumsraten im Passagierverkehr“, sagt Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk.
Hunsrück-Airport

Der Hahn hat schwer zu kämpfen

„Seit Jahresbeginn haben wir zweistellige Wachstumsraten im Passagierverkehr“, sagt Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk.
Foto: Fernand Morbach
Wirtschaft 2 Min. 08.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Hunsrück-Airport

Der Hahn hat schwer zu kämpfen

Der Flughafen Hahn steckt tief in den roten Zahlen. 2014 ist das Millionendefizit rasant gewachsen, dies bei einer negativen Umsatzentwicklung. Das Passagieraufkommen hat inzwischen angezogen, doch im Frachtbereich sieht es schlecht aus.

(aa) - Der Hunsrück-Airport Hahn meldet für das erste Halbjahr eine deutliche Zunahme der Passagierzahlen auf 1,22 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liege das Plus in den ersten sechs Monaten 2015 bei zehn Prozent. Im Gesamtjahr 2014 waren es 2,447 Millionen Passagiere. 2013 noch 2,667 Millionen.

„Seit Jahresbeginn haben wir zweistellige Wachstumsraten im Passagierverkehr“, sagt Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk. Erreicht habe man dies, weil Ryanair die Auslastung ihrer Maschinen steigern konnte. Zudem habe die Airline Wizz Air ihr Angebot auf dem Hahn ausgebaut.

Drastischer Einbruck im Frachtbereich

Im Frachtbereich sieht es weit weniger erfreulich aus. Nach dem Weggang des Großkunden Yantze River Express, gingen Eigenaufkommen und Transit-Tonnage in den ersten sechs Monaten 2015 um 36 Prozent auf nur noch 39200 Tonnen zurück.  „Die Kollegen aus unserer Vertriebsabteilung arbeiten hart daran, in einem stark umkämpften Markt neue Kunden zu gewinnen“, so Bunk. 2014 lag die Tonnage bei 132000 Tonnen.

Die Gesellschafterversammlung hat Ende Juni das Jahresergebnis 2014 festgestellt. Dies deckt sich tendenziell mit den Aussagen des Geschäftsführers vom April 2015 im Interview mit dem "Luxemburger Wort". Das Geschäftsjahr 2014 wurde mit einem Rekorddefizit von 45,2 Millionen Euro abgeschlossen, dies bei einer negativen Umsatzentwicklung.

Millionendefizit hat sich beinahe verdoppelt

Im Jahresfehlbetrag ist eine Sonderabschreibung enthalten, die der Hunsrück-Airport in der Bilanz 2014 vorgenommen hat. Abgeschrieben wurden alle Anlagen des Flughafens, die eine unzureichende Kapazitätsauslastung haben. Dies belastet die aktuelle Bilanz mit knapp 25,5 Millionen Euro. In Zukunft soll dies jedoch zu einer Entlastung von rund drei Millionen Euro jährlich beitragen. 2013 lag der Jahresfehlbetrag bei knapp elf Millionen Euro. Selbst wenn man die Sonderabschreibung beiseite ließe, wäre das Defizit 2014 immer noch beinahe doppelt so hoch.

Der Flughafen im Besitz der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen soll in Zukunft privatisiert werden. Laut Markus Bunk, möchte man einen Partner zu finden, der den Standort aus eigenem Interesse vorantreibt. Zudem sind staatliche Beihilfen nur noch bis 2024 erlaubt. Spätestens im Jahr 2023 muss der Jahresabschluss also deutlich besser aussehen. 

Privatisierung: Investorensuche läuft

Der Aufsichtsratsvorsitzende Professor Dr. Salvatore Barbaro sieht den Flughafen trotz alledem auf einem guten Weg: „Der Flughafen arbeitet mit ganzer Kraft daran, sich neu aufzustellen“, betont der Staatssekretär des Finanzministeriums Rheinland-Pfalz. „Die Umsatzentwicklung zwingt uns aber weiter zu einem strengen Sparkurs.“

„Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir gerne sein möchten“, so Markus Bunk. „Aber das gesamte Unternehmen arbeitet hart daran, die Vorgaben der EU, bis 2024 ein ausgeglichenes Ergebnis vorzuweisen, zu erfüllen.“ Das Zukunftsprogramm  des Airports enthalte neben der erfolgten bilanziellen Neuordnung und diversen Umstrukturierungen auch einen Sanierungsplan, durch den bis jetzt jährliche Einsparungen in Höhe von über vier Millionen Euro erreicht worden seien.




Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Das enorme Wachstum des luxemburgischen Flughafens hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt und zwar deutlich stärker als erwartet. Voraussichtlich im Mai wird das Terminal B wieder in Betrieb genommen werden.
Im Mai soll das Terminal B wieder in Betrieb gehen, wodurch die Kapazität auf zirka vier Millionen Passagiere ansteigt.
Sommerflugplan 2017 vorgestellt
Die Billigfluggesellschaft hat einen fünfjährigen Abfertigungsvertrag mit dem defizitären Flughafen Hahn unterzeichnet und sieht kein Problem darin, neben Luxemburg und Frankfurt längerfristig auch den Hunsrück-Airport anzufliegen.
Die Billigfluggesellschaft hat einen fünfjährigen Abfertigungsvertrag mit dem defizitären Flughafen Hahn unterzeichnet und sieht kein Problem darin, neben Luxemburg und Frankfurt längerfristig auch den Hunsrück-Airport anzufliegen.
Wird weiter abgehoben vom Flughafen Hahn – oder könnte bald Schluss sein mit der Fliegerei? Am Freitag um 16 Uhr endet die Frist für konkrete Angebote für den Kauf des defizitären Hunsrück-Airports.
Der Platzhirsch im Passagiergeschäft, der irische Billigflieger Ryanair, hat seinen Vertrag mit dem Airport für fünf Jahre verlängert. Das sorgt im Hunsrück für eine gewisse Zuversicht.