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Der Cargolux-Deal in sieben Fragen
Neben dem Findel wird in Zukunft Zhengzhou im fernen China das zweite Standbein der Cargolux sein.

Der Cargolux-Deal in sieben Fragen

Foto: Roland Arens
Neben dem Findel wird in Zukunft Zhengzhou im fernen China das zweite Standbein der Cargolux sein.
Wirtschaft 3 Min. 15.01.2014

Der Cargolux-Deal in sieben Fragen

François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, hat am Dienstag in China den Verkauf der Cargolux-Anteile an den chinesischen Investor HNCA unterzeichnet. Wir haben die wichtigsten Punkte in sieben Fragen zusammengefasst.

(rar/TL) - François Bausch, der neue Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, hat am Dienstag bei seinem Besuch in China den Verkauf der Cargolux-Anteile an den chinesischen Investor HNCA unterzeichnet und damit endgültig besiegelt. Bausch traf in Zhengzhou mit mehreren Mandatstägern aus Regierung und Partei zusammen. Wir haben die wichtigsten Aspekte in sieben Fragen zusammengefasst.

1. Was sind die Hauptpunkte des Vertrags, der jetzt in China unterzeichnet wurde?

Der Vertrag sieht vor, dass der Luxemburger Staat ein Paket von 35 Prozent der Cargolux-Aktien an das chinesische Unternehmen HNCA veräußert. Der Preis beträgt 120 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 88 Millionen Euro. Zum Vergleich: Luxemburg hatte Katar seinen 35-Prozent-Anteil für 117,5 Millionen Dollar abgekauft.

Zusätzlich beteiligen sich die Chinesen anteilig an der Kapitalerhöhung der Cargolux. Die Airline will maximal 175 Millionen Dollar aufnehmen (128 Millionen Euro).

Ein weiterer Teil des Abkommens betrifft die Beteiligung an einem Fonds in Höhe von 15 Millionen Dollar für die Vermarktung des Doppel-Knotenpunkts Luxemburg/Zhengzhou. Dieser Fonds werde gemeinsam von beiden Partnern paritätisch, aber innerhalb der Cargolux verwaltet, so Bausch.

2. Muss sich die Cargolux Sorgen machen, von dem neuen chinesischen Partner dominiert zu werden?

Die politisch Verantwortlichen und die Verhandlungspartner haben sich in den letzten Wochen und Monaten alle erdenkliche Mühe gegeben, um Zweifel zu zerstreuen. Minister Bausch drückte in China nochmals seine Zuversicht aus, dass die Zusammenarbeit zwischen Cargolux und HNCA gut verlaufen wird.

Am Rande der Unterzeichnung des Verkaufsabkommens trafen die Manager der beiden neuen Partner bereits zu einer ersten Arbeitssitzung zusammen.

3. Müssen sich die Beschäftigten bei Cargolux und im Luxair Cargocenter Sorgen machen um ihre Arbeitsplätze?

Der Luxemburger Minister gibt sich zuversichtlich. “Wenn man den Chinesen von den Ängsten über Arbeitsplatz-Verlagerungen berichtet, antworten sie uns: ‘Behaltet die Arbeitsplätze in eurem Land. Was wir wollen ist, dass unsere Arbeiter ausgebildet werden, so gut zu arbeiten wie bei euch, damit das Unternehmen in beiden Ländern wachsen kann.’”

4. Wäre die Cargolux nicht besser eigenständig geblieben?

Der Minister ist sich offenbar bewusst, dass die Skeptiker zu Hause noch nicht vollständig beruhigt sind. “Ich bin gerne bereit, mit allen zu sprechen. Doch irgendwann muss die Einsicht da sein, dass man keine tausend Möglichkeiten hat.”

Auch die Selbstständigkeit hätte nicht weniger Risiken für Cargolux bedeutet, so Bausch. “Tatsächlich ist es jetzt an denen, die für die Weiterentwicklung der Cargolux arbeiten, dafür zu sorgen, dass diese Partnerschaft auf einer guten Basis gelingen wird.”

5. Ist der Handel mit dieser Unterschrift jetzt definitiv unter Dach und Fach?

Das Abkommen muss noch von der chinesischen Zentralregierung in Peking abgesegnet werden. Das könnte sich laut François Bausch noch zwei bis drei Wochen hinziehen, da in China gerade das Neujahrsfest gefeiert wird.

Bausch traf am Montag mit dem Vize-Minister für Transport Xia Xinghua, zusammen. Der Regierungsvertreter war selber Gouverneur der Provinz Henan. “Dies erklärt vermutlich sein starkes Interesse an der Entwicklung dieses Wirtschaftszweigs in dieser Region”, so François Bausch.

6. Wann werden die ersten Cargolux-Maschinen in Zhengzhou landen? Was sind die nächsten Schritte?

Vor Anfang März wird dies wohl nicht der Fall sein, so Minister Bausch. Der Verwaltungsrat der Cargolux muss bis zum 1. April entscheiden, wie hoch die benötigte Kapitalerhöhung sein soll. Der Höchstbetrag liegt bei 175 Millionen Dollar.

7. Warum ist gerade die Provinz-Metropole Zhengzhou für Cargolux so bedeutend?

Zhegzhou mit seiner vieltausendjährigen Geschichte ist die Hauptstadt der Provinz Henan sowie ein wichtiger Industriestandort und Verkehrsknotenpunkt in Mittelostchina. Die Entwicklung der Stadt gilt als rasant, vor allem im Bereich des Frachtverkehrs. 3,63 Millionen Einwohner leben auf dem  Stadtgebiet von 500 Qudratkilometern, in der Region sind es fast neun Millionen Menschen.

Wenn die Partnerschaft der Cargolux mit HNCA in Kraft getreten ist, hat Cargolux beste Aussichten auf weitere Landerechte in China. Dies sei ihm nochmals versichtert worden, so François Bausch in China.


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