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Der Boom bei Neugründungen hält an
Wirtschaft 2 Min. 20.02.2020

Der Boom bei Neugründungen hält an

Mittelstandsminister Lex Delles gab heute einen Überblick über die Bearbeitungszeit bei Anträgen auf Niederlassungsgenehmigungen.

Der Boom bei Neugründungen hält an

Mittelstandsminister Lex Delles gab heute einen Überblick über die Bearbeitungszeit bei Anträgen auf Niederlassungsgenehmigungen.
Foto: Steve Eastwood
Wirtschaft 2 Min. 20.02.2020

Der Boom bei Neugründungen hält an

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Immer mehr Menschen suchen in Luxemburg den Weg in die Selbstständigkeit.

Luxemburg und Firmengründung – das verbindet man meist mit Bürokratie und Zeitaufwand. Aber dauert die Gründung des eigenen Unternehmens wirklich so lange? Mittelstandsminister Lex Delles gab heute einen Überblick über die Bearbeitungszeit bei Anträgen auf Niederlassungsgenehmigungen, die sogenannten "autorisations d'établissement", welche für jede berufliche wirtschaftliche Tätigkeit notwendig sind. 

Diese Genehmigung wird dem Unternehmer im Durchschnitt innerhalb einer Frist von 9,4 Tage erteilt. "Hier ist ein deutlich positiver Trend zu erkennen, denn 2018 lag der Durchschnitt noch bei 9,8 Tagen", stellt Delles fest, wobei die Bearbeitungszeit je nach Dossier stark variiert. Der Minister für Mittelstand erklärt in diesem Zusammenhang, dass die Verkürzung der Bearbeitungszeit eine "Priorität der Generaldirektion für Mittelstand" sei. "Zu diesem Zweck werden wir insbesondere das Personal der betreffenden Abteilung verstärken und gleichzeitig die gründliche Analyse der Anträge auf Niederlassungsgenehmigung beibehalten". 

"Es könnte ein Tag weniger sein"

Das Ministerium für Mittelstand hat bereits seine Präsenz im House of Entrepreneurship (HoE), verstärkt. Die auf Initiative der Handelskammer und des Wirtschaftsministeriums gegründete Anlaufstelle unterstützt und begleitet Unternehmer und Existenzgründer bei der Verwirklichung ihrer Projekte. "Firmengründer, die auf die Dienstleistungen des House of Entrepreneurship zurückgreifen, legen uns öfter ein komplettes Dossier vor", so Delles. Dies ermögliche eine "schnellere Bearbeitung des Antrages." 


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Laut Minister ist die Bearbeitungszeit entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Luxemburg. Daher hat er auch ein genaues Ziel vor Augen: "Es könnte schon ein Tag weniger sein", so Delles. "In einem osteuropäischen Land kann man alles an einem Tag erledigen, allerdings gibt es dort nicht die gleichen hohen Standards als hierzulande". Laut Minister gilt es, ein optimales Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Qualität zu finden, vor allem in Bezug auf die berufliche Qualifikation und die Ehrenhaftigkeit. 

Mehr Anträge im Jahr 2019

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 12 014 Anträge eingereicht – das entspricht einem Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 12 Prozent der Anträge wurden abgelehnt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ein Dokument fehlt oder wenn die Kriterien der Ehrenhaftigkeit nicht erfüllt sind. Die meisten Gründungen finden weiter im Handel statt: Im vergangenen Jahr wurden 7.905 Dossiers in dieser Branche eingereicht. Im Handwerk haben 3.507 Gründer den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. 602 Anträge betreffen die Ausübung eines freien Berufes.


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Mit 60 Prozent der Gründungen ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (s.à.r.l.) die geläufigste Rechtsform für die Firmengründung in Luxemburg. Auch die sà.r.l-s (société à responsabilité limitée simplifiée) ist mit 21,7 Prozent eine sehr geliebte Gesellschaftsform. Die Zahl der Aktiengesellschaften (SA) ist von 20,9 Prozent im Jahr 2018 auf 17,8 Prozent im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Dies könnte daran liegen, dass der Eigentümer ins neu geschaffene "Luxembourg Business Register" eingetragen werden muss. 

Luxemburg - attraktiv für ausländische Firmen

Grenzüberschreitende Handwerksbetriebe, die nicht in Luxemburg ansässig sind, aber gelegentlich und vorübergehend Dienstleistungen erbringen, benötigen keine Niederlassungsgenehmigung. Die betroffenen Unternehmer müssen ihre Tätigkeit jedoch im Vorfeld bei der Generaldirektion für Mittelstand anmelden. So wurden im vergangenen Jahr 5.175 Zertifikate ausgestellt – das sind 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies deutet darauf hin, dass "der luxemburgische Markt für grenzüberschreitende Handwerksbetriebe weiterhin attraktiv ist", so Delles.


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