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Déjà-vu bei KPMG Luxembourg
Wirtschaft 2 Min. 10.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Déjà-vu bei KPMG Luxembourg

Das Führungsteam von KPMG Luxembourg: alle Geschäftsbereiche im grünen Bereich.

Déjà-vu bei KPMG Luxembourg

Das Führungsteam von KPMG Luxembourg: alle Geschäftsbereiche im grünen Bereich.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 10.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Déjà-vu bei KPMG Luxembourg

Marco MENG
Marco MENG
Wie 2018 steigert das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen auch 2019 seinen Umsatz um acht Prozent: alle Geschäftseinheiten verzeichnen ein Plus.

KPMG Luxembourg hat im Geschäftsjahr 2019, das zum 30. September endete,  seinen Umsatz abermals um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Das ist ein Wachstum von 215 auf 232 Millionen Euro, wie das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen am Dienstag bekanntgab.

Und wie auch im letzten Jahr verzeichneten wiederum alle drei Geschäftssparten ein Plus. Am meisten legte der Bereich Steuerberatung mit einem Plus von elf Prozent auf 61 Millionen Euro zu. 

Der Bereich Audit, also Wirtschaftsprüfung, bescherte die meisten Einnahmen mit 103 Millionen Euro (plus fünf Prozent gegenüber 2018), und das Segment Unternehmensberatung wuchs um acht Prozent auf 68 Millionen Euro. 

Laut Philippe Meyer, Managing Partner von KPMG Luxembourg, profitierte das Unternehmen dabei von der guten allgemeinen Wirtschaftslage Luxemburgs. 

Und auch davon, dass letztes Jahr viele neue Unternehmen, vor allem Vermögensverwalter, nach Luxemburg kamen, sowie Fintechs und Unternehmen aus der Space Industrie, fügte Pascal Denis, verantwortlich für den Geschäftsbereich Unternehmensberatung bei KPMG Luxembourg, hinzu. 


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Eine der dominierenden Herausforderungen, von denen KPMG Luxembourg profitieren konnte, ist die Digitalisierung, so Frauke Oddone, Head of Markets bei KPM Luxembourg. 

So habe das Beratungsunternehmen auch letztes Jahr signifikant in Datenanalyse und Künstliche Intelligenz investiert und konnte für eine Luxemburger Privatbank einen eigenen Algorithmus zum Aufspüren von “unsauberem” Geld entwickeln. 

Milliardeninvestitionen geplant

Jüngst wurde im KPMG-Netzwerk zudem beschlossen, in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden US-Dollar in Digitalisierung zu investieren. Noch ist der Investitionsplan nicht genau definiert; es werde aber in Kunden, nicht in Regionen investiert, erklärt  Frauke Oddone.

Pascal Denis verweist darauf, dass das letzte Geschäftsjahr geprägt von steigender wirtschaftlicher Unsicherheit war.

Gleichzeitig seien für die Kunden des Unternehmens vor allem folgende Punkte wichtig gewesen: Wachstum durch Zukäufe und Fusionen, die digitale Transformation, die regulatorischen Veränderungen wie zum Beispiel Anti-Geldwäscheregeln sowie die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten und deren Integration in die Geschäftsstrategie von Unternehmen. 

„Kunden wollen investieren oder Kosten senken”, so Denis. Und da der Kostendruck steige, wollten Unternehmen Aufgaben, die nicht in deren Kernkompetenz fielen, an Firmen wie KPMG auslagern. 

Schatzsuche mit Datenanalyse

Auch wie Steuern zu managen sind, werde für Unternehmen immer komplexer, sagt Sébastien Labbé, Head of Tax bei KPMG Luxembourg. Langfristig wird ihm zufolge die Digitalisierung auch zum Wachstum Luxemburgs beitragen, das bei entsprechender Steuergesetzgebung auch von der De-Carbonisierung profitieren könne. 

Was das Prüfungsgeschäft (Audit) betrifft, so meint Emmanuel Dollé, der diesem Bereich bei KPMG Luxembourg vorsteht, dass die Erwartungen der Kunden in die Unternehmensprüfung steigen. KPMG Luxembourg habe darum in diesem Jahr mit der Entwicklung eines cloudbasierten Tools begonnen, um Auditprozesse zu automatisieren; 2021 soll das Werkzeug voll funktionsfähig sein. 

Bei der Digitalisierung hat sich vor allem die Datenanalyse als besonders wichtig herauskristallisiert. Hier liegen für Unternehmen Schätze verborgen, denn es gehe nicht nur darum, den Kunden zu helfen, regelkonform zu arbeiten, sondern auch, die Effizienz zu steigern.

KPMG Luxembourg hat seine Mitarbeiterzahl von Oktober 2018 von damals 1690 Mitarbeiter auf inzwischen 1760 erhöht, wobei es laut Unternehmensangaben immer schwieriger werde, Stellen mit im Land lebenden Mitarbeitern oder aus der Großregion zu besetzen. Ein Problem, welches das Beratungsunternehmen mit seinen Kunden gemein hat.


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