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Datenschutz-Skandale kosten Facebook Milliarden
Wirtschaft 13.07.2019

Datenschutz-Skandale kosten Facebook Milliarden

Die Anleger reagierten erleichtert auf die Einigung.

Datenschutz-Skandale kosten Facebook Milliarden

Die Anleger reagierten erleichtert auf die Einigung.
Foto: AFP
Wirtschaft 13.07.2019

Datenschutz-Skandale kosten Facebook Milliarden

Der Cambridge-Analytica-Skandal kommt Facebook teuer zu stehen. Mit der US-Behörde FTC einigte sich der Onlinekonzern auf eine Milliardenzahlung.

(dpa) - Nach mehr als einjährigen Ermittlungen gegen Facebook wegen Datenschutzverstößen hat die US-Handels- und Verbraucherschutzbehörde FTC einem Medienbericht zufolge einem milliardenschweren Vergleich mit dem Online-Riesen zugestimmt. Die fünf leitenden Vertreter der Kommission hätten in dieser Woche mit drei zu zwei Stimmen für eine Zahlung von rund 5 Milliarden Dollar (4,4 Mrd Euro) votiert, schrieb das „Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Die FTC und Facebook lehnten einen Kommentar ab.


(FILES) In this file photo taken on May 1, 2018 Facebook CEO Mark Zuckerberg speaks during the annual F8 summit at the San Jose McEnery Convention Center in San Jose, California. - Facebook is leaping into the world of cryptocurrency with its own digital money, designed to let people save, send or spend money as easily as firing off text messages."Libra" -- described as "a new global currency" -- was unveiled June 18, 2019 in a new initiative in payments for the world's biggest social network with the potential to bring crypto-money out of the shadows and into the mainstream. Facebook and an array of partners released a prototype of Libra as an open source code to be used by developers interested in weaving it into apps, services or businesses ahead of a rollout as global digital money next year. (Photo by JOSH EDELSON / AFP)
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Facebook hatte sich bereits auf eine Strafe eingestellt und im April mitgeteilt, dass diese sich auf 5 Milliarden Dollar belaufen könnte. Die FTC hatte im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals vor über einem Jahr eine Ermittlung eingeleitet.

Die Datenanalyse-Firma, die im US-Wahlkampf auch für den späteren Präsidenten Donald Trump arbeitete, hatte Daten von Millionen von Nutzern bei Facebook abgreifen können. Seit der Affäre ist der Internetkonzern durch weitere Datenschutzverstöße noch tiefer in die Kritik geraten.

Rekord-Bußgeld

Die Verbraucherschutzbehörde musste nun klären, ob Facebook gegen eine Vereinbarung mit der FTC aus dem Jahr 2011 verstoßen hat. Damals hatte sich der Konzern von Mark Zuckerberg verpflichtet, die Privatsphäre von Nutzerinnen und Nutzern zu schützen. Das jetzt laut „Wall Street Journal“ ausgehandelte Bußgeld wäre das höchste, das die FTC je gegen ein Technologieunternehmen verhängt hat. Allerdings entspricht es nicht einmal einem Zehntel des Gewinns von Facebook von knapp 56 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.


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Die Börse reagierte erleichtert auf die Einigung. Die Aktie von Facebook legte an der Nasdaq um 1,8 Prozent zu, obwohl die zur Debatte stehende Vergleichszahlung um zwei Milliarden Dollar höher ist als die Summe, als Facebook konkret in der jüngsten Bilanz zurückgestellt hatte.

Facebook steht in den USA unter politischem Druck. US-Präsident Donald Trump wirft dem Netzwerk vor, Stimmen aus dem rechten politischen Spektrum zu unterdrücken. Außerdem hat er sich klar gegen die von Facebook angestoßene Digitalwährung Libra in Stellung gebracht. Gleichzeitig fordern mehrere Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei wie Elizabeth Warren die Zerschlagung des Facebook-Konzerns.


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