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Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen
Wirtschaft 22.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Riesiger Datenklau bei Yahoo

Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen

Yahoo vermutet hinter dem Hack einen „Angreifer mit staatlichem Hintergrund“.
Riesiger Datenklau bei Yahoo

Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen

Yahoo vermutet hinter dem Hack einen „Angreifer mit staatlichem Hintergrund“.
Foto: AFP
Wirtschaft 22.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Riesiger Datenklau bei Yahoo

Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Das könnte der größte Datendiebstahl der Geschichte sein: Yahoo wurden Daten von mindestens einer halben Milliarde Nutzer entwendet. Unverschlüsselte Passwörter sollen nicht darunter sein.

(dpa) - Beim Internet-Riesen Yahoo sind bei einem Hacker-Angriff im Jahr 2014 Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen worden. Es gehe um Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtstermine und verschlüsselte Passwörter, teilte das US-Unternehmen am Donnerstag mit. Es seien keine Passwörter im Klartext oder Kreditkarten- und Bankkonto-Informationen entwendet worden. Die Angreifer seien derzeit nicht im Yahoo-Netzwerk, hieß es.

Yahoo vermutet hinter dem Hack einen „Angreifer mit staatlichem Hintergrund“ - so werden in den USA meist Hackergruppen mit Nähe zu russischen oder chinesischen Geheimdiensten bezeichnet. Der Angriff habe sich wahrscheinlich Ende 2014 ereignet.

Erste Berichte über einen Datendiebstahl bei Yahoo waren Anfang August aufgekommen, als Hacker behaupteten, Zugang zu 200 Millionen Profilen zu haben und einer von ihnen im Internet die angeblichen Nutzerdaten für weniger als 2000 Dollar im Internet zum Kauf anbot. Dieser Hacker mit dem Namen „Peace“ hatte zuvor schon Nutzerdaten des Online-Netzwerks MySpace und der Karriere-Plattform LinkedIn verkauft. Yahoo prüfte seitdem den Sachverhalt. Jetzt hieß es, man arbeite mit den Sicherheitsbehörden zusammen.

Die Frage ist nun, wie sicher die Passwörter verschlüsselt sind. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ kam dafür ein kryptografischer Algorithmus mit dem Namen MD5 zum Einsatz, der mit modernen Technologien geknackt werden könne. Vor vier Jahren waren Yahoo rund 450 000 unverschlüsselte Passwörter gestohlen worden.

Auch wenn die Angreifer die Passwörter nicht entschlüsseln und damit nicht in die Yahoo-Profile vordringen können, können sie auch Daten wie Namen und E-Mail-Adressen für gezielte Phishing-Nachrichten nutzen. Dabei werden Nutzern Passwort-Informationen abgeluchst oder Mails mit infizierten Links untergejubelt, über die dann Schadsoftware auf den Rechnern installiert wird.

Bei Yahoo könnte ein Datendiebstahl in dieser außergewöhnlichen Dimension auch den Verkauf des Web-Geschäfts an den Telekom-Konzern Verizon erschweren. Die Übernahme für gut 4,8 Milliarden Dollar war im Juli vereinbart worden.


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Der bisher größte bekannt gewordene Datendiebstahl war noch gewaltiger als gedacht: Hacker verschafften sich Zugriff zu Informationen nicht einer, sondern drei Milliarden Accounts.
Nach bisherigen Informationen verschafften sich die Angreifer aber Zugriff auf Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie unkenntlich gemachte Passwörter.
Über eine Milliarde Yahoo-Konten gehackt
Als Yahoo im September einräumte, dass 2014 die Daten von mindestens 500 Millionen Nutzern gestohlen wurden, war das ein trauriger Rekord. Jetzt zeigt sich, dass schon ein Jahr vorher Daten aus doppelt so vielen Nutzerkonten betroffen waren.
A Yahoo logo is pictured in front of a building in Rolle, Switzerland December 12, 2012.   REUTERS/Denis Balibouse/File Photo
Nach dem Datenklau bei Yahoo!
Mindestens 500 Millionen Yahoo-Nutzer sind von dem vermutlich größten Datendiebstahl der Geschichte betroffen. Der Fall aus dem Jahr 2014 zeigt: Persönlichen Informationen müssen jederzeit geschützt werden.
(FILES) This file photo taken on September 12, 2013 shows the newly designed Yahoo logo seen on a smartphone.
Yahoo said on September 22, 2016 that a massive attack on its network in 2014 allowed hackers to steal data from half a billion users and may have been "state sponsored." Yahoo, which confirmed details of the breach months after reports of a major hack, said its investigation concluded that "certain user account information was stolen" and that the attack came from "what it believes is a state-sponsored actor."
 / AFP PHOTO / KAREN BLEIER
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„Yahoo ist mitten in einem mehrjährigen Umbau, um als Unternehmen wieder eine Ikone zu werden“, sagte Konzernchefin Marissa Mayer. (Foto: AFP)