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"Das ist inakzeptabel": Italiens Ministerpräsident über ArcelorMittal
Wirtschaft 07.11.2019

"Das ist inakzeptabel": Italiens Ministerpräsident über ArcelorMittal

Ilva, das größte Stahlwerk Europas, hat massive Umweltprobleme.

"Das ist inakzeptabel": Italiens Ministerpräsident über ArcelorMittal

Ilva, das größte Stahlwerk Europas, hat massive Umweltprobleme.
Foto: AFP
Wirtschaft 07.11.2019

"Das ist inakzeptabel": Italiens Ministerpräsident über ArcelorMittal

Der Deal über die Übernahme des italienischen Stahlwerks Ilva durch ArcelorMittal ist geplatzt. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte mischt sich nun ein.

(dpa/AFP/mbb) - Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat am Mittwoch starke Kritik gegenüber ArcelorMittal ausgeübt. Am Montag war bekannt geworden, dass der weltgrößte Stahlkonzern die vor einem Jahr besiegelte Übernahme des italienischen Stahlwerks Ilva platzen lässt. Als Grund nannte ArcelorMittal Änderungen in der italienischen Umweltgesetzgebung. Der Konzern sei in diesem Fall berechtigt, von einer Ausstiegsklausel im Vertrag Gebrauch zu machen.


(FILES) This file photo taken on July 23, 2019 shows the steel manufacturing giant Arcelor Mittal Italia (ex ILVA ) plant, in Taranto, southern Italy. - The world steel giant ArcelorMittal announced on November 4, 2019 that it was cancelling the takeover of the Italian company Ilva, after the withdrawal of criminal environmental protection for the managers of the Taranto site, which is currently being cleaned up. (Photo by Tiziana FABI / AFP)
ArcelorMittal tritt vom Kauf des Werks Ilva zurück
Der Stahlkonzern verkaufte sieben Werke in Europa - darunter Düdelingen - um Ilva kaufen zu können - Umweltprobleme und italienische Gesetze lassen den Deal platzen.

"Der wahre Grund für ihren Rückzug ist, dass ihre Investitionen nicht rentabel sind, und sie fordern jetzt den Abbau von 5.000 Stellen. Das ist inakzeptabel", sagte Conte und forderte gleichzeitig die Aufnahme von Verhandlungen. Sollte ArcelorMittal an den Plänen festhalten, "werden wir nicht träge bleiben". Der Ministerpräsident sieht in dem Rückzug einen internationalen "Vertragsbruch".

Mit dem Rückzug droht dem Stahlwerk in Tarent (Taranto) in Apulien die Schließung - 10.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Mögliche Gesundheitsgefahren

Um das Stahlwerk gibt es schon seit längerem Streit wegen möglicher Gesundheitsgefahren. Im Januar hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geurteilt, der italienische Staat sei bislang unzureichend gegen die Risiken vorgegangen und habe damit die Menschenrechte der Anwohner in der Nähe des Werks verletzt. Im strukturschwachen „Mezzogiorno“, dem italienischen Süden, hat das Werk angesichts hoher Arbeitslosigkeit trotz aller gesundheitlicher Gefahren aber hohe wirtschaftliche und soziale Bedeutung.


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