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Covid-19 als "Berufsunfall"?
Wirtschaft 2 Min. 23.04.2020

Covid-19 als "Berufsunfall"?

Wer sich am Arbeitsplatz mit Covid-19 infiziert, hat vollumfänglichen Anspruch auf Kostenübernahme.

Covid-19 als "Berufsunfall"?

Wer sich am Arbeitsplatz mit Covid-19 infiziert, hat vollumfänglichen Anspruch auf Kostenübernahme.
Photo : AFP
Wirtschaft 2 Min. 23.04.2020

Covid-19 als "Berufsunfall"?

Patrick JACQUEMOT
Patrick JACQUEMOT
Zwölf Arbeitnehmer sind an ihrem Arbeitsplatz mit dem Corona-Virus kontaminiert worden. Laut dem Verband der Unfallversicherungen haben sie Anspruch auf eine komplette Kostenübernahme für die Behandlung.

Während in einigen Ländern bereits über die Anerkennung von Covid-19 als Berufskrankheit diskutiert wird, wurde diese Frage in Luxemburg bisher noch gar nicht in der Öffentlichkeit gestellt. Dabei sei die Antwort ein "klares Ja", wie Georges Wagner, Geschäftsführer der "Association d'assurance accident" (AAA) auf Nachfrage erklärt.

"Es ist nicht einmal notwendig, darüber zu diskutieren oder gesetzliche Anpassungen vorzunehmen". Das neue Coronavirus gehöre logischerweise zu den bereits etablierten Infektionskrankheiten, die übernommen werden.

So sehe das Gesetz bereits jetzt vor, dass Infektionen am Arbeitsplatz als Berufskrankheit behandelt werden - und zwar nicht nur, wenn  diese sich in "einer Einrichtung oder Dienststelle tätig sind, die sich mit der Prophylaxe, der Diagnose oder der Behandlung ansteckender Krankheiten befasst" ereignen, sondern auch dann, wenn der Arbeitnehmer aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit ähnlichen Ansteckungsrisiken besonders ausgesetzt ist". Seit Beginn der Covid-19-Pandemie sei diese Situation bereits in 12 Fällen von Versicherern validiert worden.


Moins de cas de maladie professionnelle reconnus
En huit ans, les secteurs de l'industrie et du bâtiment ont été à l'origine de plus de 700 cas reconnus de maladie professionnelle. Mais, année après année, l'Association d'Assurance Accident valide un nombre toujours plus faible de déclarations.

Im Moment würden diese Fälle aber nur Beschäftigte im Gesundheitssektor betreffen, so Wagner, also Pfleger sowie medizinische Mitarbeiter, die mit der Betreuung bereits erkrankter Patienten betraut waren: "Covid-19 unterscheidet sich in den Augen der Versicherer nicht von einer Tuberkulose-Infektion, um ein Beispiel zu nennen", so Georges Wagner.

Dennoch könnten nicht nur Krankenschwestern, Ärzte oder Pfleger von dieser Anerkennung profitieren können. Auch Arbeiter auf Baustellen, Verwaltungsangestellte in Büros oder Verkäufer in Geschäften, sowie alle anderen Arbeitnehmer, die möglicherweise über einen Kollegen oder durch Kunden mit dem Virus infiziert wurden, könnten davon profitieren. Das Verfahren bleibe in allen Situationen dasselbe: Es sei immer die Aufgabe eines Arztes, den Erstantrag für eine Berufskrankheit zu stellen.

Die Versicherer würden sich dann an den Arbeitgeber wenden, um festzustellen, ob die Arbeitsumgebung möglicherweise die Infektion begünstigt haben könnte oder nicht. Und wenn es irgendwelche Zweifel gibt, führt die AAA in Zusammenarbeit mit einem Arbeitsmediziner eine Untersuchung durch. "Angesichts der aktuellen Epidemie dürfte der Ursprung der Infektion aber meist kein Rätsel sein".

Somit habe jede Person, die am Arbeitsplatz mit Covid-19 infiziert wurde, Anspruch auf volle Kostenübernahme bei der Behandlung. Eine komplette Rückerstattung werde auch im Fall von Spätfolgen im Zusammenhang mit der erlittenen Lungenkrankheit gewährt. "Es handelt sich um dieselbe Situation wie bei Opfern eines schweren Arbeitsunfalls oder eines Autounfalls auf dem Weg zur Arbeit", betont Georges Wagner. Falls die Infektion für den Arbeitnehmer tödlich wäre, würden die Ansprüche zudem auf Kinder, Partner oder Eltern übertragen.

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