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Costantini zieht von Schifflingen nach Differdingen
Wirtschaft 30.08.2018

Costantini zieht von Schifflingen nach Differdingen

Seit mehr als 30 Jahren in Schifflingen: das Bauunternehmen Costantini

Costantini zieht von Schifflingen nach Differdingen

Seit mehr als 30 Jahren in Schifflingen: das Bauunternehmen Costantini
Foto: Costantini
Wirtschaft 30.08.2018

Costantini zieht von Schifflingen nach Differdingen

Marco MENG
Marco MENG
Der jetzige Standort bei Schifflingen ist ungünstig, das angrenzende Industriegebiet „Herbett“ keine Alternative - das Bauunternehmen Costantini zieht nach Differdingen. In etwa zwei Jahren soll es soweit sein.

Das Schifflinger Bauunternehmen Costantini zieht um. Es bleibt allerdings im Land, denn das Unternehmen siedelt sich nun in Differdingen an. So weit, so gut. Dennoch wirft die Ansiedlung in Differdingen Fragen auf. Merkwürdig ist nämlich, dass das Industriegebiet „Haneboesch“ bei Differdingen/Sassenheim als „nationale Wirtschaftszone“ deklariert ist. Solche Wirtschaftszonen werden vom Staat entwickelt, finanziert und bereitgestellt und sind zur Ansiedlung von Branchen gedacht, deren Funktion von wirtschaftspolitischer nationaler Bedeutung sind. 

Laut Definition sollen die nationalen, dem Wirtschaftsministerium unterstehenden „zones d'activités économiques“ (ZAE) vor allem Betriebe aufnehmen, die im Regierungsprogramm 2009 als Diversifizierungsbranchen definiert wurden. Bauunternehmen, die im Land selbst gegründet wurden, fallen eigentlich nicht darunter.

Wie das Wirtschaftsministerium mitteilt, handele es sich bei dem Fall Costantini – die Firma pachtet das Gelände ihres neuen Standorts bei Differdingen für 30 Jahre – um eine Ausnahme, und das Ministerium stehe mit dem Gemeindesyndikat in Gesprächen, um Gebiete aus der nationalen Industriezone an die Gemeinden zurückzugeben, also in kommunale oder regionale Wirtschaftszonen umzuklassieren.

Auf dem jetzigen Firmengelände, das nach wie vor in Besitz des Unternehmens bleiben soll, werden Wohnhäuser errichtet. Ein entsprechender Teilbebauungsplan („Plan d'aménagement particulier“, PAP) wurde vor zwei Monaten beim Ministerium eingereicht. Für Ende September rechnet man mit einer Genehmigung.

Wie die Gemeinde betont, handele es sich um ein privates Projekt. Paul Weimerskirch, Bürgermeister von Schifflingen, freut sich zwar einerseits über das neue Wohngebiet, andererseits wird die Gemeinde künftig die Steuereinnahmen von Costantini vermissen.

Ein Umzug werde schon seit Jahren diskutiert, weil die Lage des jetzigen Standorts nicht ideal sei, sagt Weimerskirch. Auch das Industriegebiet „Herbett“ bei Schifflingen sei keine Alternative für Costantini gewesen, weil schwerlich für dauernden an- und abfahrenden Verkehr von Baustellenfahrzeugen geeignet.

Hier bei Differdingen soll der neue Firmensitz von Costantini sein.
Hier bei Differdingen soll der neue Firmensitz von Costantini sein.
Foto: Pierre Matgé

Wie Christophe Dardenne, Geschäftsführer von Costantini, erklärt, soll der Umzug nach Differdingen, genauer gesagt Niederkorn, in etwa zwei Jahren stattfinden. Die vor 40 Jahren in Luxemburg gegründete Firmengruppe mit Niederlassungen in Belgien und Frankreich, beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter, fast 400 davon in Luxemburg. Von 2012 bis 2017 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz von 50 Millionen Euro auf 121 Millionen Euro.


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