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Corona-Virus: Tyvek aus Contern hoch im Kurs
Wirtschaft 2 Min. 07.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Tyvek aus Contern hoch im Kurs

Tyvek eignet sich vorzüglich für Schutzanzüge.

Corona-Virus: Tyvek aus Contern hoch im Kurs

Tyvek eignet sich vorzüglich für Schutzanzüge.
Foto: Dupont
Wirtschaft 2 Min. 07.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Tyvek aus Contern hoch im Kurs

Mit dem grassierenden Corona-Virus ist die Nachfrage nach Schutzanzügen sprunghaft gestiegen. Auch in Luxemburg wird bis zum Anschlag produziert.

(dpa/TJ) - Beim weltweit führenden Hersteller von Schutzanzügen Dupont stehen derzeit die Maschinen nicht still. „Seit dem offiziellen Ausbruch des Corona-Virus merken wir eine stark erhöhte Nachfrage“, sagte Produktmanager Albrecht Gerland im Werk Contern. Das Werk in Luxemburg ist einer der weltweit zwei Produktionsstandorte des reißfesten und wasserdichten Materials.

Zunächst sei deutlich mehr Ware nach China geliefert worden, wo das Virus ausgebrochen war. Mit der zunehmenden Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 stehe aktuell Europa vermehrt im Fokus.


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In Contern wird das Material für die Schutzanzüge hergestellt. Der Vliesstoff aus Kunststoff heißt Tyvek und ist sehr dünn und leicht, extrem reißfest und atmungsaktiv. Auf riesigen Rollen geht der Stoff an neun Nähereien vor allem in Asien, wo die Overalls dann gefertigt werden. Der amerikanische Spezialchemiekonzern Dupont produziert in der Regel 200 Millionen Schutzanzüge im Jahr. Dieses Jahr würden es wegen der extremen Nachfrage deutlich mehr werden, sagte Gerland.

Wachsender Bedarf

Zwei Schaufensterpuppen, die Schutzanzüge aus dem Material Tyvek tragen, stehen im Werk von DuPont.
Zwei Schaufensterpuppen, die Schutzanzüge aus dem Material Tyvek tragen, stehen im Werk von DuPont.
Foto: dpa

Die Einweg-Schutzanzüge gingen über Händler vor allem an Menschen, die mit Infizierten und Patienten zu tun hätten: Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern. Zudem wachse der Bedarf bei Behörden, Polizisten und Zöllnern, die Menschen kontrollierten. Dupont hat weltweit zwei Werke, die den Stoff für Schutzanzüge produzieren: eines in Richmond in den USA, das andere in Contern in Luxemburg.

Mit dem grassierenden Corona-Virus melden auch andere Unternehmen einen Ansturm auf ihre Produkte: Beispielsweise Produzenten von Desinfektionsmitteln oder Atemschutzmasken. Die allermeisten Firmen leiden aber unter den Folgen des Virus.

Paul  Meyers leitet das Tyvek-Werk.
Paul Meyers leitet das Tyvek-Werk.
Foto: Guy Jallay

Im Luxemburger Dupont-Werk läuft der Betrieb rund um die Uhr, die Mitarbeiter machen Überstunden. „Das Corona-Virus bedeutet für unser Werk extrem viel Arbeit und Energie“, sagte Werksleiter Paul Meyers. Die rund 1200 Mitarbeiter seien aber „hochmotiviert“, um den betroffen Menschen vor Ort zu helfen. In Contern entsteht derzeit eine neue Produktlinie für 340 Millionen Euro.

Nachfrage übertrifft Kapazitäten

Nach Angaben eines Sprechers von Dupont ist die Nachfrage nach Schutzanzügen derzeit höher als das, was die Firma liefern kann. Es werde aber „das Möglichste“ getan. „Wir haben die Vertriebskanäle umgestellt, um das Produktionsvolumen in die Krisengebiete zu bekommen.“ Heißt auch: andere Produkte aus Tyvek wie Briefumschläge oder medizinisches Verpackungsmaterial würden zurzeit weniger hergestellt.


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Neben sieben Nähereien in Asien gibt es auch eine in Mexiko und eine in Rumänien - für Europa. Der europäische Markt wird zudem bedient mit Schutzanzügen, die vor allem in Vietnam gefertigt werden. Mit dem Ausbruch von Covid-19 in China ist innerhalb von einer Woche 30 Mal so viel wie vorher dorthin geliefert worden. Das balanciert sich derzeit aus, weil die Fälle weltweit aufgetreten sind.


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