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Corona-Krise hat 2020 Inflationsrate gedrückt
Wirtschaft 18.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Corona-Krise hat 2020 Inflationsrate gedrückt

Bis Mitte des vergangenen Jahres drückten niedrige Energiepreise die Inflationsrate nach unten.

Corona-Krise hat 2020 Inflationsrate gedrückt

Bis Mitte des vergangenen Jahres drückten niedrige Energiepreise die Inflationsrate nach unten.
Foto: dpa-tmn
Wirtschaft 18.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Corona-Krise hat 2020 Inflationsrate gedrückt

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Das Observatoire de la formation des prix hat seinen halbjährlichen Bericht zur Preisentwicklung veröffentlicht. Niedrige Energiepreise sorgten 2020 für eine geringe Inflation.

Die Corona-Krise hat die Preisentwicklung in Luxemburg im vergangenen Jahr offenbar gebremst. Die jährliche Inflationsrate sank auf 0,82 Prozent im Jahr 2020 gegenüber 1,74 Prozent 2019. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Observatoire de la formation des prix hervor.  

Der Rückgang sei hauptsächlich auf den Zusammenbruch der Preise für Erdölprodukte um 13,5 Prozent infolge des geringeren Bedarfs in der Gesundheitskrise zurückzuführen. Die Kerninflation, die die Ölpreise und andere auf den internationalen Märkten entstehende Preise ausblendet, betrug 2020 mit 1,6 Prozent zwar auch weniger als der Vergleichswert des Vorjahres (1,82 Prozent), der Unterschied ist aber deutlich geringer. 


„Angesichts der Schwere der aktuellen Rezession und vor dem Hintergrund des ausgesprochen starken Ölpreisverfalls sollte die Konsumentenpreisinflation im Jahresdurchschnitt 2020 deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr“, sagt Michael Menhart, Chefvolkswirt des weltgrößten Rückversicherers Munich Re.
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Im Januar 2020 wurde eine neue Indextranche ausgelöst und die Gehälter im Land erhöhten sich. Dennoch stiegen die Preise für Dienstleistungen im Jahr 2020 nur um 1,27 Prozent gegenüber 2,32 Prozent 2019. Das liege daran, dass der öffentliche Verkehr seit dem 1. März 2020 kostenlos ist, was eine Auswirkung auf die statistische Kategorie „Verkehrsdienstleistungen“ hat. Die Kosten in diesem Bereich fielen im vergangenen Jahr um 29,4 Prozent.  

Ebenso gingen die Energiepreise 2020 stark zurück (-7,8 Prozent), was sich stark auf die Inflation auswirkte, hauptsächlich durch den Preisverfall bei Diesel (-11,4 Prozent), Benzin (-10,6 Prozent) und Heizöl (-29,8 Prozent) sowie Gas (-6,8 Prozent). Die Strompreise zogen hingegen um 9,8 Prozent an.  Der Preisverfall im Energiebereich hätte allerdings ab Juni nachgelassen, schreibt das Observatoire.  

Die Gesundheitskrise habe dabei in der gesamten Europäischen Union die Inflationsrate nach unten gedrückt. Der Durchschnittswert liegt mit 0,74 Prozent erneut deutlich unter der luxemburgischen Rate. 

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