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Commerzbank veräußert Vermögensverwaltung
Wirtschaft 16.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Finanzzentrum Luxemburg

Commerzbank veräußert Vermögensverwaltung

Die Belegschaft der Commerzbank SA Luxembourg wird von Julius Bär übernommen.
Finanzzentrum Luxemburg

Commerzbank veräußert Vermögensverwaltung

Die Belegschaft der Commerzbank SA Luxembourg wird von Julius Bär übernommen.
Foto: AP
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Commerzbank veräußert Vermögensverwaltung

Julius Bär übernimmt die Commerzbank International SA Luxembourg. Der Übernahmepreis beträgt 68 Millionen Euro.

(ml/dpa) - Die Commerzbank International SA Luxembourg (CISAL) wird von der Schweizer Bankengruppe Julius Bär übernommen. Der Preis der Übername beläuft sich auf 68 Millionen Euro. 25 Millionen Euro werden an regulatorischem Kapital übertragen. Die Transaktion soll im Sommer kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Die voll lizenzierte Privatbank CISAL verwaltet ein Vermögen von knapp drei Milliarden Euro. Mit der Übernahme wird Julius Bär seine Präsenz in Luxemburg deutlich steigern. Außerdem erwartet sich die Gruppe zusätzliche strategische Flexibilität für ihr europäisches Geschäft. Des Weiteren verfügt CISAL über ein erfahrenes IT-Team, das Julius Bär bei der Erneuerung seiner Banking-Plattform hilfreich sein dürfte.

Das Geschäftsmodell der Commerzbank International Luxembourg passe sehr gut zur Strategie von Julius Bär, sagte Gian A. Rossi, Leiter in Nord-Mittel und Osteuropa: "Wir freuen uns, dass wir unser lokales Geschäft im wichtigen internationalen Finanzzentrum Luxemburg deutlich vergrößern und mit der Vollbanklizenz neue geschäftliche Möglichkeiten wahrnehmen können." Julius Bär wird die CISAL-Belegschaft übernehmen. Die Restrukturierungs- und Integrationskosten werden auf 20 Millionen Euro geschätzt.

Die Luxemburger Tochter hatte die Commerzbank zuletzt wegen fragwürdiger Steuer-Geschäfte in negative Schlagzeilen gebracht. Im Oktober berichtete die Nachrichtenagentur dpa mit Verweis auf den Rechercheverbund von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“, dass die Commerzbank wegen der Steueraffäre um fragwürdige Geldgeschäfte in Luxemburg ein Bußgeld von 17 Millionen Euro zahlen solle. Im Gegenzug wolle die Staatsanwaltschaft Köln ihre Ermittlungen einstellen.

Die Commerzbank soll wie andere deutsche Kreditinstitute über eine Tochtergesellschaft in Luxemburg Kunden geholfen haben, Scheinfirmen in Überseegebieten wie Panama zu eröffnen und so Vermögen vor den Steuerbehörden zu verstecken. Im Frühjahr hatte die Cisal etwa 400 Kunden gekündigt, die zuvor auf mehrere Aufforderungen zur Klärung ihrer „steuerlichen Situation“ nicht reagiert hatten.


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