Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Commerzbank: Sozialplan sieht Abbau von 90 Stellen vor
Wirtschaft 13.05.2016

Commerzbank: Sozialplan sieht Abbau von 90 Stellen vor

Die Commerzbank strukturiert ihre Aktivitäten in Luxemburg um.

Commerzbank: Sozialplan sieht Abbau von 90 Stellen vor

Die Commerzbank strukturiert ihre Aktivitäten in Luxemburg um.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 13.05.2016

Commerzbank: Sozialplan sieht Abbau von 90 Stellen vor

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Am Finanzplatz steigt die Zahl der Bankangestellten, aber die Commerzbank hat sich am Freitagnachmittag mit den Gewerkschaften auf einen Sozialplan geeinigt. Statt der anfangs diskutierten 100 Stellen, sollen nun 90 Arbeitsplätze abgebaut werden.

(las) - Der Sozialplan bei der Commerzbank International S.A. (CISAL) und der Filiale der Commerzbank AG sieht den Verlust von 90 Arbeitsplätzen vor, teilten die Bank und die Gewerkschaft Aleba am Freitagnachmittag mit. Zu Beginn der Verhandlungen stand der Abbau von 110 Stellen im Raum. An den Verhandlungen waren auch die Gewerkschaften LCGB und OGBL beteiligt.

Der Sozialplan ist Teil einer größeren Umstrukturierung der Präsenz der Commerzbank in Luxemburg. Zum Sommer soll der Verkauf der Sparte „Internationale Vermögensverwaltung“ an die Schweizer Bank Julius Bär abgeschlossen werden. Der Verkauf schließe die Kundenportfolios, die Übernahme von Mitarbeitern sowie eine IT-Plattform ein, teilte die Bank mit.

"So sozialverträglich wie möglich"

Bereits seit dem Sommer 2015 plante die Commerzbank einen Stellenabbau. Durch den Verkauft der CISAL an Julius Bär falle der Abbau geringer aus, teilte die Bank letzten Dezember mit.

Der Stellenabbau solle durch Regelungen zu Frühpensionierungen, Teilzeit- und internen Stellenangeboten, das Auslaufen von befristeten Arbeitsverhältnissen sowie durch Abfindungen so sozialverträglich wie möglich erfolgen, betonte die Commerzbank am Freitag in einer Stellungnahme.

Die Aleba spricht von schwierigen Verhandlungen, da eine sehr hohe Zahl von Mitarbeiter betroffen sei. Der Sozialplan laufe über das ganze Jahr 2016. Am Ende könnte die Zahl unter den angekündigten 90 liegen. Die Priorität sei, dass niemand in die Arbeitslosigkeit rutsche, betont Felix Walisch von der Aleba. Um zu dies zu verhindern, sieht der Sozialplan recht hohe Summen zur Weiterbildung der Betroffenen vor.

Die verbleibenden Commerzbank-Aktivitäten am Standort Luxemburg solle ca. 250 Mitarbeiter umfassen, heißt es von der Bank. Die CISAL beschäftige künftig ca. 150 Mitarbeiter.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Commerzbank: 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel
Die Luxemburger Filiale der Commerzbank wird von der Schweizer Bank Julius Bär übernommen. In Folge dieser Neuordnung soll es nun zu deutlichen Verlusten bei den Arbeitsplätzen in den Bereichen kommen, die nicht verkauft werden.
Anfangs hieß es, die Belegschaft der Commerzbank SA Luxembourg werde von Julius Bär übernommen.
Offshore-Geschäfte: Deutsche Banken in Erklärungsnot
Deutsche Banken müssen sich nach den Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Steueroasen auf kritische Fragen von Behörden einstellen. Sie sollen bei den umstrittenen Offshore-Geschäften eine Schlüsselrolle gespielt haben. Oft führte der Weg über Luxemburg.
Die Deutsche Bank gründete bis 2007 insgesamt über 400 Briefkastengesellschaften über Luxemburg und Panama, laut den "Panama Papers".