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Commerzbank: 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel
Wirtschaft 29.04.2016

Commerzbank: 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Anfangs hieß es, die Belegschaft der Commerzbank SA Luxembourg werde von Julius Bär übernommen.

Commerzbank: 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Anfangs hieß es, die Belegschaft der Commerzbank SA Luxembourg werde von Julius Bär übernommen.
Foto: AP
Wirtschaft 29.04.2016

Commerzbank: 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Die Luxemburger Filiale der Commerzbank wird von der Schweizer Bank Julius Bär übernommen. In Folge dieser Neuordnung soll es nun zu deutlichen Verlusten bei den Arbeitsplätzen in den Bereichen kommen, die nicht verkauft werden.

(las) - In Folge der Übernahme der Vermögensverwaltung der Luxemburger Filialen der Commerzbank durch die Schweizer Bankengruppe Julius Bär sollen bis zu 100 Arbeitsplätze abgebaut werden. teilt die Bankengewerkschaft Aleba mit. Ein Sozialplan werde gerade ausgehandelt, teilten die Commerzbank und die Bankengewerkschaft Aleba übereinstimmend mit. An den Verhandlungen sind auch die Gewerkschaften LCGB und OGBL beteiligt.

Die Commerzbank verkauft ihre Sparte „Internationale Vermögensverwaltung“ an Julius Bär. Der Verkauf schließe die Kundenportfolios, die Übernahme von Mitarbeitern sowie eine IT-Plattform ein, teilte die Bank mit.

Bereits vor dieser Transaktion sei eine Neuordnung der Commerzbank in Luxemburg geplant gewesen. Aufgrund des Verkaufs falle der Abbau nun geringer aus. Betroffen vom Stellenabbau sind laut ALEBA 30 Personen bei der Commerzbank International SA Luxembourg (CISAL) und 70 Personen bei der Commerzbank A.G. Filiale Luxemburg. Die Übernahme der CISAL durch Julius Bär soll bis zum Sommer abgeschlossen werden, wenn die Behörden zugestimmt haben.

Die voll lizenzierte Privatbank CISAL verwaltet ein Vermögen von knapp drei Milliarden Euro. Die Übernahme durch Julius Bär war Mitte Dezember angekündigt worden. Als wurde zum damaligen Zeitpunkt 68 Millionen Euro als Preis genannt. 25 Millionen Euro werden an regulatorischem Kapital übertragen.

Im vergangenen Jahr musste die Commerzbank ein Bußgeld von 17 Millionen Euro zahlen. Die deutschen Behörden warfen der Bank vor, über ihre Luxemburger Filiale Kunden bei dem Hinterziehen von Steuern geholfen zu haben.

Dabei ging es um Scheinfirmen in Überseegebieten wie Panama, um so Vermögen vor den Steuerbehörden zu verstecken. Die Behörden waren ihnen auf die Spur gekommen, nachdem Nordrhein-Westfalen eine Steuer-CD angekauft hatte. Davon fanden sich auch Spuren in den "Panama Papers".


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