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Clearstream droht in den USA neuer Ärger
Wirtschaft 20.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Justiz

Clearstream droht in den USA neuer Ärger

Clearstream hält die Vorwürfe gegen sich für unbegründet.
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Clearstream droht in den USA neuer Ärger

Clearstream hält die Vorwürfe gegen sich für unbegründet.
(Foto: Gerry Huberty)
Wirtschaft 20.10.2016 Aus unserem online-Archiv
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Clearstream droht in den USA neuer Ärger

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die luxemburgische Firma Clearstream ist in den USA in eine juristische Auseinandersetzung hineingezogen worden.

(dpa) - Die luxemburgische Firma Clearstream ist in den USA in eine juristische Auseinandersetzung hineingezogen worden. Bestimmte Vollstreckungsgläubiger hätten am vergangenen Freitag eine Klage gegen den Iran sowie die Bank Markazi eingereicht, teilte der deutsche Börsenbetreiber am späten Mittwochabend mit. Gemäß der Klage hätten die sogenannten Havlish-Kläger 2012 ein Gerichtsurteil gegen den Iran und die Bank Markazi über rund 6,6 Milliarden US-Dollar erwirkt. Die Havlish-Kläger strebten nunmehr die Vollstreckung in das Vermögen dieser Beklagten an und machten auch Ansprüche gegen Clearstream aufgrund ihrer historischen Beziehung zur Bank Markazi als Kunde geltend.

Die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream halte die Havlish-Klage gegen sich für unbegründet und werde alle notwendigen und geeigneten Maßnahmen ergreifen, um sich entschieden gegen die Klage zu verteidigen, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Kurs der Deutsche-Börse-Aktie reagierte im nachbörslichen Handel kaum auf die Neuigkeiten.

Nicht die erste Klage

Für Clearstream ist es nicht die erste Klage wegen Iran-Geschäften. Einen ähnlichen Streit, bei dem es um die Entschädigung von US-Anschlagsopfern ging, legte der Konzern 2013 bei. "Die Familien von US-Soldaten, die 1983 bei einem Bombenanschlag auf eine Kaserne in der libanesischen Hauptstadt Beirut verletzt oder getötet wurden, machten den Iran für die Attacke verantwortlich und erwirkten deshalb vor einem US-Gericht eine Milliarden-Strafe gegen das Land", heißt es in einem Reuters-Bericht. Nach langen Debatten gab die Deutsche Börse dann iranische Vermögenswerte frei, die auf einem Clearstream-Konto in den USA lagen.


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Bereits im Herbst 2013 stimmte Clearstream zu, 1,8 Milliarden Dollar der iranischen Zentralbank  freizugeben, die auf einem Clearstream-Depotkonto bei der Citigroup in den USA lagen.

(Foto: Gerry Huberty)