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CLC fordert Sozialversicherungsabkommen für Kraftfahrer
Wirtschaft 13.04.2021

CLC fordert Sozialversicherungsabkommen für Kraftfahrer

Luxemburg könnte als Arbeitsort für Kraftfahrer an Attraktivität verlieren.

CLC fordert Sozialversicherungsabkommen für Kraftfahrer

Luxemburg könnte als Arbeitsort für Kraftfahrer an Attraktivität verlieren.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 13.04.2021

CLC fordert Sozialversicherungsabkommen für Kraftfahrer

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Wenn Kraftfahrer in den Nachbarländern Sozialbeiträge zahlen müssen, droht ein Personalengpass im Transportsektor.

Die „Confédération luxembourgeoise du commerce“ (clc) übt scharfe Kritik an der Regierung in der Frage der Sozialversicherung für Grenzgänger im Transportsektor.

Insbesondere kritisiert der Wirtschaftsverband in einer am Dienstag veröffentlichen Pressemitteilung, dass es bisher nicht gelungen sei, Vereinbarungen mit den Nachbarländern zu treffen, die es ermöglichen würden, dass LKW- und Busfahrer auch dann weiterhin in Luxemburg sozialversichert sind, wenn sie mehr ein Viertel ihrer Arbeitszeit im Ausland ableisten. 

Für ein Transportunternehmen, das die meisten seiner Kunden in den Nachbarländern habe, sei es unvermeidlich, dass viele Grenzpendler mehr als 25 Prozent ihrer Tätigkeit im Ausland ausübten. Wird diese Schwelle überschritten, müssen die Fahrer Sozialversicherungsbeiträge im Wohnsitzland zahlen. Damit entfällt für die Arbeitnehmer ein wichtiges Argument für eine Beschäftigung in Luxemburg. Die CLC wies darauf hin, dass 66 Prozent der 7.300 Güterkraftfahrer aus den drei Nachbarländern kommen sowie 23,4 Prozent der 3.750 Busfahrer.


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Die derzeitige europäische Regelung trägt der Größe und Besonderheit Luxemburgs eindeutig nicht Rechnung“, so der Verband. „Warum ist die luxemburgische Regierung nicht in Verhandlungen eingetreten, um die Interessen der luxemburgischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verteidigen und bilaterale Abkommen umzusetzen, deren Hauptziel darin besteht, von der europäischen Verordnung abzuweichen?“


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Der Minister habe trotz wiederholter Interventionen immer noch nicht die Tragweite der europäischen Verordnung erkannt, kritisiert die CLC. Die Entwicklungen hätten bereits zum Ausscheiden von Mitarbeitern und zur Verlagerung einiger Unternehmen geführt. „Wir fordern daher die Regierung auf, dieses Thema mit der gleichen Dringlichkeit wie die Telearbeitsvereinbarungen zu behandeln“, so der Verband.   

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