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Chinesische Mehrheitsaktionäre bei IEE: Ein fruchtbares Geben und Nehmen
Wirtschaft 2 Min. 22.11.2014

Chinesische Mehrheitsaktionäre bei IEE: Ein fruchtbares Geben und Nehmen

Der Luxemburger Michel Witte gehört zu den Gründern der Firma IEE und übernahm im vergangenen Jahr die
Position des Chief Executive Officer von Hubert Jacobs van Merlen.

Chinesische Mehrheitsaktionäre bei IEE: Ein fruchtbares Geben und Nehmen

Der Luxemburger Michel Witte gehört zu den Gründern der Firma IEE und übernahm im vergangenen Jahr die Position des Chief Executive Officer von Hubert Jacobs van Merlen.
Foto: Tania Feller
Wirtschaft 2 Min. 22.11.2014

Chinesische Mehrheitsaktionäre bei IEE: Ein fruchtbares Geben und Nehmen

Vor 25 Jahren wurde ein Start-up aus der Taufe gehoben, das aus der Automobilindustrie nicht mehr wegzudenken ist. Wir sprachen mit CEO Michel Witte über Vergangenheit und Zukunft eines Vorzeigeunternehmens.

(aa) - Vor 25 Jahren wurde in Luxemburg ein Start-up namens IEE aus der Taufe gehoben, das inzwischen aus der Automobilindustrie nicht mehr wegzudenken ist. Das erste wichtige Produkt war seinerzeit ein intelligenter Sensor, der es möglich machte, dass Beifahrer-Airbags in Autos nur dann auslösten, wenn der Sitz auch tatsächlich besetzt war. „International Electronics & Engineering“ wurde mit der Zeit ein unverzichtbarer Zulieferer für viele Konstrukteure.

Lange Jahre hielten der Stahlkonzern Arbed bzw. Arcelor und die staatliche Förderbank SNCI die Mehrheit der Anteile, bis 2004 die Private Equity Gesellschaft Apax Partners übernahm. IEE brauchte damals vor allem finanzielle Mittel, um seine Strategie weiterzuverfolgen. Seit 2013 ist das luxemburgische Unternehmen  mehrheitlich in der Hand des staatlichen chinesischen Raumfahrt- und Rüstungskonzerns Casic, d.h. indirekt über die 55%-Beteiligung der Casic-Tochter HiWing.

"Private Equities sind normalerweise nicht aufgestellt, um längerfristig bei Firmen drin zu bleiben. Wenn ein gewisses Niveau erreicht ist, möchten solche 
Investoren wieder aussteigen", so CEO Michel Witte.  Nach der Krise im Jahr 2009 habe man sich dann anders 
aufgestellt und strukturiert. "Wir brauchten im Prinzip ein neues Produktportfolio, und es war Zeit nach einem industriellen Partner Ausschau zu halten." Den fand man in China.

Die Gefahr eines einseitigen Technologietransfers sieht Witte nicht gegeben. "Unsere Patente sind hier in Luxemburg und bleiben in Luxemburg. Das ist vertraglich geregelt. Einer der Hauptgründe, warum das Unternehmen heute diese neuen Aktionäre hat, ist, dass IEE über die Jahre unter Beweis gestellt hat, innovative, neue Technologien als Produkte umsetzen zu können, die für den Markt attraktiv sind. Dieses Know-how hat man in China nur sehr wenig, und das bringen wir unseren chinesischen Partnern bei", sagt der CEO.

Aber auch IEE profitiert von der neuen Partnerschaft. "Wir arbeiten im Moment an einer Nachtsichtkamera für den Automobilbau. Die Technologie haben wir mit einer Firma aus der Gruppe von HiWing, unserem Hauptaktionär, gemeinsam erarbeitet. Sie wurde eigentlich in China für die Polizei konzipiert. Wir bringen das auf einen Stand der Technik, wie er in Europa und den USA gefordert wird und industrialisieren es zu einem akzeptablen Preis. So läuft das Zusammenspiel. Es ist also kein einseitiges Aussaugen, sondern ein Geben und Nehmen", sagt Michel Witte.

Das vollständige Interview mit CEO Michel Witte lesen Sie in der Samstagsausgabe (22. November) des "Luxemburger Wort".


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