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Chinesen steigen bei Saab ein - greifen nach Volvo
Angeblich gibt es Interesse aus China am schwedischen Autobauer Volvo.

Chinesen steigen bei Saab ein - greifen nach Volvo

dpa
Angeblich gibt es Interesse aus China am schwedischen Autobauer Volvo.
Wirtschaft 15.03.2012

Chinesen steigen bei Saab ein - greifen nach Volvo

Chinas schnell wachsende Autoindustrie kommt in Europa voran: Der chinesische Autokonzern BAIC ermöglicht mit frischem Kapital die Übernahme der schwedischen Traditionsmarke Saab durch die Sportwagenschmiede Koenigsegg.

(dpa) - Chinas schnell wachsende Autoindustrie kommt in Europa voran: Der chinesische Autokonzern BAIC ermöglicht mit frischem Kapital die Übernahme der schwedischen Traditionsmarke Saab durch die Sportwagenschmiede Koenigsegg.

Wie am Mittwoch in Stockholm bestätigt wurde, beteiligt sich die Beijing Automotive Industry Holding Cooperation (BAIC) in ungenannter Höhe an der Übernahme der bisherigen Tochter von General Motors.

Am Vortag hatte BAIC-Konkurrent Geely in Hongkong bestätigt, dass er die komplette Übernahme von Schwedens zweitem Autobauer Volvo vom US-Konzern Ford anstrebt. Nach Meinung von Branchenexperten in Stockholm hat Geely gute Chancen, im Herbst den Zuschlag zu bekommen.

BAIC mit einer Jahresproduktion von über 1,1 Millionen Autos in China hatte sich auch vergeblich als Bieter für die deutsche GM- Tochter Opel versucht. Mit dem Einstieg der Chinesen als stärkste Kraft bei Saab gilt die lange fragliche Finanzierung der Übernahme durch den kleinen schwedischen Extremsportwagen-Hersteller Koenigsegg als gesichert.

1,1 Milliarden Euro für Übernahme

Christian von Koenigsegg sagte über das Kapital aus China: "Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem neuen Saab."  Man benötige nun kein Geld vom schwedischen Staat für die Finanzierung der Übernahme. BAIC soll Minderheitseigner bei Koenigsegg werden, das seinerseits 100 Prozent der Anteile von Saab mit derzeit 3 400 Beschäftigten übernimmt. Die Gesamtkosten der Übernahme werden auf elf Milliarden Kronen (1,1 Mrd Euro) beziffert.

Über den Umfang der Beteiligung und die chinesischen Pläne mit dem seit fast 20 Jahren Verluste machenden Saab wurde zunächst nichts mitgeteilt. Unternehmenssprecher Eric Geers meinte in Södertälje: "Das gibt uns fantastische Möglichkeiten auf dem chinesischen Markt." Auch Gewerkschaftssprecher äußerten sich positiv. Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson, die sich zuvor mehrfach kritisch zur Saab-Übernahme wegen schwacher finanzieller Ressourcen geäußert hatte, erklärte: "Es ist gut, dass sie auf die Regierung gehört und privates Kapital herangeschafft haben."

Saab ist mit einer Jahresproduktion von unter 100 000 Wagen einer der kleinsten Autohersteller Europas. Der Sportwagenbauer Koenigsegg hatte im vergangenen Jahr 18 seiner mindestens 700 000 Euro teuren Luxusgefährte verkauft. Das Käufer-Konsortium hofft im Oktober auf grünes Licht der Europäischen Investmentbank (EIB) für einen Kredit über 600 Millionen Dollar (414 Mio Euro).