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CGFP gegen Spuerkeess: Einigung rasch umsetzbar

CGFP gegen Spuerkeess: Einigung rasch umsetzbar

Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 07.02.2019

CGFP gegen Spuerkeess: Einigung rasch umsetzbar

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Der Konflikt zwischen der CGFP und der Spuerkeess ist zu Ende. Die Parteien haben am Mittwoch eine Vereinbarung gefunden.

Nach langem Ringen ist eine Lösung da: Die Spuerkeess behält als "Etablissement public autonome" ihre Besonderheiten - die Bankmitarbeiter erhalten mehr Geld.

"Ein Teil der Beschäftigten erhält in Kürze eine Beförderung, die ihnen zuvor nicht gewährt wurde", erfreut sich  CGFP-Nationalpräsident Romain Wolff. Die getroffene Übereinkunft hält unter anderem fest, dass BCEE-Mitarbeiter automatisch von der zehnten in die elfte Gehaltsstufe steigen werden. Damit nicht genug: In der Gehaltsstufe elf erfolgt spätestens nach zehn Jahren automatisch eine Beförderung.

"Die Vereinbarung erlaubt uns, bestimmte Elemente des Beamtenstatuts mit den spezifischen Vorschriften unserer Bank zu vereinen. Das 2015 verabschiedete Gesetz, mit dem der öffentliche Dienst reformiert wurde, haben wir bereits weitgehend umgesetzt, heute gehen wir noch einen Schritt weiter - im Sinne unserer Mitarbeiter und unseres Unternehmens", sagt Spuerkeess-Generaldirektorin Françoise Thoma.

"Die Gewerkschaft erkennt unsere Besonderheiten an und wir unsererseits akzeptieren, dass bestimmte Mechanismen des öffentlichen Dienstes innerhalb der Bank umgesetzt werden, damit die Mitarbeiter beruflich weiterkommen, ohne dass dabei einen kompletten Automatismus eingeführt wird", erklärt die Generaldirektorin. "Wir werden die Texte schnell umsetzen". Die Änderungen sollen rückwirkend zum 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Für die Bank liegen die zusätzlichen Kosten zwischen 3 und 3,5 Millionen Euro pro Jahr.

Systemische Bank

Finanzminister Pierre Gramegna erinnert daran, dass die Spuerkeess eine systemische Bank ist, unter direkter Aufsicht der Europäischen Zentralbank. Die Angestellten der Spuerkeess unterliegen daher einem Statut, das nicht in allen Punkten mit dem des allgemeinen öffentlichen Dienstes identisch ist.

Dauerkonflikt geht zu Ende

Mit dem Kompromiss geht ein Dauerkonflikt zu Ende. Die Gewerkschaft CGFP hatte der Regierung stets vorgeworfen, einen wesentlichen Bestandteil des 2015 verabschiedeten Gesetzes, mit dem der öffentliche Dienst reformiert wurde, nicht umzusetzen. Laut CGFP war vorgesehen, dass auch die „Etablissements publics“ in den Genuss der Neuregelung kommen sollten. Zu diesen öffentlichen Einrichtungen gehört auch die zu 100 Prozent dem Staat gehörende Spuerkeess; dort allerdings wollte die Regierung die Reform des öffentlichen Dienstes und damit die Gehälterstrukturen nicht vollständig umsetzen.


Manifestation CGFP protestiert vor BCEE Gebäude,Spuerkees,Gerwerkschaft.Foto:Gerry Huberty
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Seit 2015 wurde gestritten; nach dem Scheitern eines Schlichtungsversuches waren die Parteien auch bei der folgenden Mediation kein Stück weitergekommen.

Nach vielen Jahren liegt nun ein Kompromiss auf dem Tisch. "Wir haben es geschafft, in einer konstruktiven Haltung zusammen zu arbeiten und etwas Neues auf den Tisch zu legen, dank den Vertretern der beiden Ministerien (Wirtschaft und öffentlicher Dienst) die eine Vermittlerrolle gespielt haben", so Françoise Thoma.

"Das Abkommen ist ausgeglichen. Es soll jetzt wieder Ruhe ins Haus kommen", meint Georges Dennewald, Präsident der Berufsorganisation der Sparkassen-Mitarbeiter (APBCEE).

Die erzielte Einigung kann ohne viel Aufwand rasch umgesetzt werden, unterstreicht Romain Wolff. Größere Änderungen bei Gesetzestexten bzw. bei großherzoglichen Verordnungen seien nicht notwendig. Der ausgehandelte Kompromiss sei nur zustande gekommen, weil sich beide Konfliktparteien aufeinander zubewegt hätten.


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