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Carlos Ghosn als Renault-Chef zurückgetreten
Wirtschaft 24.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Carlos Ghosn als Renault-Chef zurückgetreten

Die Ablösung Ghosns in Frankreich kam nicht überraschend.

Carlos Ghosn als Renault-Chef zurückgetreten

Die Ablösung Ghosns in Frankreich kam nicht überraschend.
AFP
Wirtschaft 24.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Carlos Ghosn als Renault-Chef zurückgetreten

Carlos Ghosn galt als einer der schillerndsten Manager der Auto-Branche. Nach zwei Monaten Untersuchungshaft in Japan ist der 64-Jährige nun auch bei Renault in Frankreich nicht mehr zu halten.

(dpa) - Der in Japan inhaftierte Auto-Manager Carlos Ghosn (64) ist als Konzernchef von Renault zurückgetreten. Kreise des Autoherstellers bestätigten am Donnerstag in Paris eine entsprechende Aussage von Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. Der Verwaltungsrat von Renault wird um 10.00 Uhr zusammenkommen.


This picture taken on December 21, 2018 shows pedestrians looking at a television news programme featuring former Nissan chief Carlos Ghosn, in Tokyo. - Former Nissan boss Carlos Ghosn will be spending the beginning of 2019 behind bars after a Tokyo court on December 31 extended his detention through to January 11, local media reported. (Photo by Kazuhiro NOGI / AFP)
Ghosn weist vor japanischem Gericht alle Anschuldigungen zurück
Seit Wochen sitzt Carlos Ghosn in Japan in Untersuchungshaft. Jetzt erscheint der „Kostenkiller“ erstmals vor Gericht - in Fesseln. Er beteuert seine Unschuld. Doch die Ermittlungen gehen vorerst weiter.

Der 64-jährige Ghosn war am 19. November in Tokio zusammen mit seiner früheren rechten Hand Greg Kelly wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Bis zu einem Prozess könnten noch Monate vergehen. Vor Gericht hatte der Top-Manager seine Unschuld beteuert.

Allianzbegründer

Der gebürtige Brasilianer Ghosn ist Architekt der Autoallianz aus Renault und der japanischen Hersteller Nissan und Mitsubishi. Er hatte 1999 von Renault kommend den Chef-Sessel bei Nissan übernommen, um den verschuldeten Konzern aus der Krise zu führen. 2005 rückte er dann auch an die Spitze von Renault.


Carlos Ghosn dürften die Zahlungen noch größere Schwierigkeiten bereiten.
Ghosn kassierte Millionen von Tochterfirma
Der einst in Japan gefeierte und jetzt in Untersuchungshaft sitzende „Kostenkiller“ soll Millionen einer Tochterfirma von Nissan und Mitsubishi eingesackt haben.

Die Ablösung Ghosns in Frankreich kam nicht überraschend. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatte zuvor mit deutlichen Worten eine Nachfolge gefordert. Es müsse eine neue Etappe geben, wenn Ghosn dauerhaft verhindert sei. Der Staat ist bei Renault ein wichtiger Spieler, er hält 15 Prozent der Anteile.

"Keine Unregelmäßigkeiten"

Ghosn hatte bisher ungeachtet der Anschuldigungen in Japan bei Renault den Titel Président-directeur général behalten. Der Traditionshersteller hatte aber bereits nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe in Japan Ghosns bisherigem Stellvertreter Thierry Bolloré vorläufig die Geschäftsführung übertragen. Renault stellte danach bei der Bezahlung Ghosns für die Jahre 2017 und 2018 keine Unregelmäßigkeiten oder Betrug fest. Weitere Untersuchungen für die Jahre davor laufen aber noch.


(FILES) In this file photo taken on November 20, 2013 then-Nissan Motor president Carlos Ghosn speakes during a press briefing at the company's booth at the Tokyo Motor Show in Tokyo. - Carlos Ghosn will learn his fate on January 21, 2019 as a Tokyo court rules on his bail request after he vowed to remain in Japan if released and offered to provide more collateral. The ousted Nissan boss has pleaded for bail after languishing in custody for 64 days as he fights charges of financial misconduct that he strenuously denies. (Photo by TORU YAMANAKA / AFP)
Gericht lehnt erneut Freilassung von Automanager Ghosn ab
Ghosns Versprechen, bei einer Freilassung auf Kaution eine Fußfessel zu tragen, beeindruckt Japans Richter nicht.

Renault und Nissan sind wechselseitig aneinander beteiligt. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme war Ghosn von Nissan und Mitsubishi als Verwaltungsratschef gefeuert worden. Insbesondere in Frankreich gibt es Sorgen um den Bestand des von Ghosn aufgebauten und kontrollierten Auto-Imperiums.


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(FILES) In this file photo taken on September 12, 2018 French Renault group CEO and chairman of Japan's Nissan Motor CO. Ltd and Mitsubishi Motors Corp, Carlos Ghosn poses during a photo session at the Renault headquarters in Boulogne-Billancourt. - Nissan chairman Carlos Ghosn was reportedly under arrest in Tokyo on November 19, 2018, as his firm accused him of "significant acts of misconduct" and said it would seek to oust him. (Photo by JOEL SAGET / AFP)