Cargolux

Piloten gesucht

Der Geschäftsführer Richard Forson hat gesagt, dass die Airline im kommenden Jahr 60 zusätzliche Piloten einstellen wird.
Der Geschäftsführer Richard Forson hat gesagt, dass die Airline im kommenden Jahr 60 zusätzliche Piloten einstellen wird.
Foto: Gerry Huberty

(mbb) - Die Luftfrachtgesellschaft Cargolux kündigte am vergangenen Donnerstag an, dass sie das Geschäftsjahr 2017 mit einem Gewinn von 100 Millionen Dollar über der anfänglichen Prognose abschließen wird. Der Geschäftsführer Richard Forson hatte die „außergewöhnlichen Leistungen“ der Mitarbeiter gelobt, und auch gesagt, dass die Airline im kommenden Jahr 60 zusätzliche Piloten einstellen wird.

Der LCGB und die ALPL stehen den Ergebnissen allerdings kritisch gegenüber. „Die Zahlen, die vergangene Woche von Cargolux vorgestellt wurden, sind natürlich sehr positiv, aber es gibt auch gewisse Schatten, die auf diese positiven Nachrichten fallen“, bemerkte Dirk Becker, Generalsekretär der ALPL, bei der Pressekonferenz des LCGB am Dienstag.

Paul de Araujo, Generalsekretär des LCGB, sagte, dass Cargolux nicht genug Personal eingestellt hat, um ihr Wachstum zu unterstützen. „Um ihren Pflichten nachzukommen, müsste Cargolux mehr qualifizierte Mitarbeiter einstellen.“

Schichten von bis zu 18 Stunden

Cargolux besitzt seit 2016 27 Frachtjumbos und beschäftigt derzeit 470 Piloten. „Das ist nicht genug“, sagte Becker und wies darauf hin, dass dasselbe Personal eine immer größere Arbeitsmenge bewältigen muss.

„Entgegen mehrfachen Ankündigungen, die Anzahl der Beschäftigten signifikant zu erhöhen, ist jedoch kein nennenswerter Personalzuwachs zu verzeichnen.“ Um dies nachzuweisen, bezog sich Becker auf ein Beispiel der vergangenen Jahre. „Ende 2015 wurde angekündigt, dass 100 zusätzliche Piloten eingestellt werden sollten.“ Im Endeffekt sind es dann doch nur acht geworden, so Becker. Außerdem sollen beim fliegenden Personal Schichten bis zu 18 Stunden keine Seltenheit sein. „Wir müssen alles tun, um bessere Arbeitsbedingungen zu garantieren. Dies trifft gleichermaßen auf die Flugdienst- und Ruhezeiten der Piloten sowie die Arbeitszeiten und Schichtplanung des Bodenpersonals zu.“

Maximalgrenzen der Arbeitszeiten

Cargolux soll die zulässigen Maximalgrenzen der Arbeitszeiten als Planungswerte nutzen, hieß es auch gestern. „Aber nicht alles, was gesetzlich vorgeschrieben ist, ist auch der sicherste Weg“, sagte Becker. „Es ist gesetzlich erlaubt, ein Auto auf Glatteis zu fahren. Aber auch wenn es erlaubt ist, würde jeder Autofahrer es vermeiden, wenn es möglich ist.“

Ein Sprecher der Frachtlinie sagte seinerseits, dass Cargolux „ein Rekrutierungsprogramm für Piloten und anderes Personal ab 2018 geplant“ hat und sich auch bewusst ist, dass „die Bedürfnisse der Mitarbeiter, insbesondere der Piloten, aufgrund der Zunahme der Aktivitäten, höher sind. Das positive Feedback und die Anzahl der interessierten Kandidaten hat uns bestätigt, dass die Cargolux-Bedingungen für Piloten sehr attraktiv und wettbewerbsfähig sind.“