Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Cargolux: LCGB will Regierung in die Pflicht nehmen
Wirtschaft 2 Min. 22.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Gewerkschaft schickt Brief an Bettel

Cargolux: LCGB will Regierung in die Pflicht nehmen

Durch einen Brief an Xavier Bettel versucht der LCGB den Druck auf den Staat zu erhöhen.
Gewerkschaft schickt Brief an Bettel

Cargolux: LCGB will Regierung in die Pflicht nehmen

Durch einen Brief an Xavier Bettel versucht der LCGB den Druck auf den Staat zu erhöhen.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 22.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Gewerkschaft schickt Brief an Bettel

Cargolux: LCGB will Regierung in die Pflicht nehmen

Im Vorfeld von wichtigen Entscheidungen bei der Cargolux diese Woche, erhöht der LCGB den Druck auf den Staat. Die Gewerkschaft macht in einem Brief an den Premierminister erneut auf ihre Sicherheitsbedenken aufmerksam.

(lb) Im Vorfeld von wichtigen Entscheidungen bei der Cargolux diese Woche, erhöht der LCGB den Druck auf den Staat als indirekten Mehrheitsaktionär der Luftfrachtgesellschaft. Wie am Dienstag bekannt wurde, hat der christliche Gewerkschaftsbund sich am Freitag in einem Brief direkt an den Premierminister Xavier Bettel gewandt. Darin macht der LCGB erneut auf seine Sicherheitsbedenken aufmerksam.

Um dies zu untermauern, erinnert der LCGB in seinem Brief an den berüchtigten  umstrittenen Pilotengruß ("Wing-Wave") und weist darauf hin, dass das Cargolux-Management dazu "nichts unternommen hat". "Es hat bis heute keine Stellungnahme, keine Untersuchung und keine greifbare Reaktion zu dem Vorfall gegeben", beteuert der LCGB. "Das Management hat durch eine unentschuldbare Passivität schwerst versagt", so der LCGB. Zudem prangert die Gewerkschaft den fehlenden Einsatz der „Direction de l’aviation civile“ (DAC) an. Umso skeptischer ist der LCGB, da ein Direktionsmitglied, der Vizepräsident des Flugbetriebs, bei diesem gefährlichen Manöver beim Abflug aus Seattle als verantwortlicher Flugsicherheitsbeauftragter im Cockpit saß.

Die Cargolux hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder wissen lassen, dass es im Betrieb nachweislich keine Sicherheitsprobleme gegeben habe. Der Wing-Wave-Vorfall sei eingehend untersucht worden und bei den fraglichen vier Piloten habe man sich an Gesetz und interne Regeln gehalten. Zudem hätten Gutachten das hohe Sicherheitsniveau der Cargolux bestätigt.

Kollektivvertragsverhandlungen bedroht?

Durch seinen Brief möchte der LCGB nun die Regierung in die Pflicht nehmen. "Die Regierung muss sich zu ihrer Verantwortung als Mehrheitsaktionär bekennen", so der LCGB.  Der zuständige Minister François Bausch hatte sich jedoch bisher immer wieder dahingehend geäußert, sich nicht in den Betrieb einer privaten Gesellschaft einmischen zu können.

Abzuwarten bleibt, ob der LCGB durch diese Vorgehensweise den Fortgang der Kollektivvertragsverhandlungen gefährdet. Für den LCGB steht bei der Cargolux viel auf dem Spiel: Die Kollektivvertragsverhandlungen dauern nun seit über einem Jahr und konnten auch letzte Woche nicht besiegelt werden. Eigentlich war bei diesem Treffen mit einem Durchbruch zu rechnen, da der LCGB eingewilligt hatte, sich seit seiner 24-stündigen Warnaktion für eine bessere Sicherheits- und Vertrauenskultur wieder mit an den Verhandlungstisch zu setzen. Die Protestaktion hatte im Juli 2015 zu einem erheblichen Vertrauensverlust zwischen der LCGB und dem Cargolux-Management geführt.

27 Prozent der Crew hatten sich am Protest beteiligt, was bei rund einem Viertel der Flüge zu Verspätungen geführt hatte. Die Cargolux hatte kurzerhand das Gericht eingeschaltet und Schadensersatz gefordert. Das Management der Airline und der OGBL hatten daraufhin ohne die Personalvertreter der  LCGB  eine Absichtserklärung zu einem neuen Kollektivvertrag unterschrieben.












Vor eine Protest-Aktion gestartet,


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Hat sich der LCGB beim Abschluss des Cargolux-Kollektivvertrages von Argumenten überzeugen lassen, die mit dem eigentlichen Vertrag wenig zu tun haben? Diesen Eindruck könnte zumindest eine E-Mail von Cargolux-CEO Dirk Reich an Gewerkschaftschef Patrick Dury erwecken.
Hat Dirk Reichs Angebot, von einer Schadenersatzforderung abzusehen, den LCGB zur Unterschrift des Kollektivvertrages bewegt?
Der christliche Gewerkschaftsbund LCGB und die Pilotenvereinigung ALPL wollen weiter für eine bessere Sicherheitskultur bei der Frachtfluggesellschaft kämpfen – auch auf europäischer Ebene. Wenig Neues war zum Kollektivvertrag zu erfahren, den Cargolux und OGBL unterzeichnen wollen.
„Ich möchte heute vor allem klarstellen, dass unsere Bestrebungen für mehr Sicherheit bei der Cargolux absolut nichts mit den Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag zu tun haben“, sagte LCGB-Präsident Patrick Dury.
Absichtserklärung zum Kollektivvertrag
Am Freitag wurde von Cargolux und OGBL eine Absichtserklärung für einen neuen Kollektivvertrag unterzeichnet - ohne den LCGB. Minister François Bausch zeigte sich am Samstag erfreut darüber, dass es gelungen sei, durch sozialen Dialog zu einer Übereinkunft zu gelangen.
Die demonstrative Einigkeit zwischen Cargolux und OGBL steht in einem gewissen Gegensatz zum Verhältnis zwischen Cargolux und LCGB bzw. ALPL.
Die Frachtfluggesellschaft Cargolux hat die Protestaktion ihrer Piloten am Donnerstagnachmittag als "gewerkschaftliche Schmierenkampagne" betitelt. Ein Viertel aller Crews hatte sich vom Dienst abgemeldet und erklärt, nicht fit genug zum Fliegen zu sein.
Hintergrund um den Streit bei der Frachtfluggesellschaft sind laut LCGB nach wie vor Sicherheitsbedenken und ein enormer Vertrauensverlust.
Bei der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft ist seit Monaten dicke Luft. Jetzt flog auf: Bei der italienischen Tochtergesellschaft der Airline wurden 2011 in mehreren Fällen die Dienstzeiten von Piloten überschritten.
Bei der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft ist seit Monaten dicke Luft.