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Cargolux integriert dritten Flieger in Italia-Flotte
Wirtschaft 2 Min. 03.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Gewerkschaften sprechen von Sozialdumping

Cargolux integriert dritten Flieger in Italia-Flotte

Die Gewerkschaften bezeichnen den Transfer als Auslagerung.
Gewerkschaften sprechen von Sozialdumping

Cargolux integriert dritten Flieger in Italia-Flotte

Die Gewerkschaften bezeichnen den Transfer als Auslagerung.
Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 03.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Gewerkschaften sprechen von Sozialdumping

Cargolux integriert dritten Flieger in Italia-Flotte

Wie von den Gewerkschaften befürchtet, hat die luxemburgische Frachtgesellschaft nun ein drittes Flugzeug in Italien angemeldet.

(lb) - Seit dem 1. April verfügt die Cargolux Italia, die Filiale der luxemburgischen Frachtgesellschaft in Mailand/Malpensa, über ein drittes Flugzeug. Die Boeing wurde demnach von der luxemburgischen Flotte abgezogen und in die italienische integriert. Mit italienischer Besatzung wird die Maschine nun die Flugstrecken von Luxemburg aus bedienen. 

Die Gewerkschaften bezeichnen diesen Transfer als Auslagerung. Diese Wortwahl lehnte Cargolux selbst immer wieder ab, da keine Flugstrecken vom Findel aus entfallen. Außerdem hebt sie hervor, dass sie auch in Luxemburg überwiegend ausländische Piloten einstellt. Für den LCGB ist es außerdem "ein klarer Fall von Sozialdumping".

Italienische Piloten dürfen länger fliegen

Die Arbeitsbedingungen der italienischen Piloten erlauben es dem Unternehmen, 25 Prozent kostengünstiger zu arbeiten und 20 Prozent mehr zu fliegen, wie CEO Dirk Reich hervorhob, als sein Unternehmen bereits im Oktober 2014 wegen der Auslagerung eines zweiten Flugzeugs in der Kritik stand.

Insgesamt könnten pro italienische Crew (ungefähr 25 Piloten) zwei Millionen Dollar eingespart werden, so die Airline. Kosteneinsparungen seien unumgänglich, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Überleben der Airline zu sichern. „Die Arbeitsbedingungen der Cargolux Italia geben uns mehr Flexibilität, um eine höhere Anzahl von Blockstunden zu erreichen“, hatte Cargolux-CFO Richard Forson bereits vor einigen Monaten unterstrichen.

Für den LCGB stellt die Handlungsweise der Cargolux "einen Bruch der Kollektivvertragsverhandlungen dar, da eine Limitierung der Flugzeuge für Cargolux Italia Bestandteil der gewerkschaftlichen Forderungen in der Schlichtungsprozedur ist". Außerdem lägen die Arbeitsbedingungen der Piloten bei Cargolux Italia unter den branchenüblichen Konditionen, betont der LCGB. 

„Die Vorgehensweise des LCGB ist absolut kontraproduktiv“

„Wir haben dem Unternehmen Alternativen unterbreitet, die noch höhere Ersparnisse ermöglichen, damit sie auf die Auslagerung einer dritten Maschine verzichten“, so Aloyse Kapweiler vom LCGB. Für ihn, stellt die Handlungsweise der Cargolux „einen Bruch der Kollektivvertragsverhandlungen dar, da eine Limitierung der Flugzeuge für Cargolux Italia Bestandteil der gewerkschaftlichen Forderungen ist“.

Dies habe ihn dazu bewegt, das Nationale Schlichtungsamt zu bitten, den Schlichtungsprozess wieder aufzunehmen. Erst vor einigen Wochen, war dieser unterbrochen worden, weil Cargolux die Verhandlungsrunden wieder mit den Gewerkschaften aufgenommen hatte.

„Die Vorgehensweise des LCGB ist absolut kontraproduktiv“, so Hubert Hollerich vom OGBL. Demnach hat die Airline sich bereit erklärt, nach dem Unterschreiben des Kollektivvertrags zu analysieren, unter welchen Bedingungen die dritte Maschine wieder in die luxemburgische Flotte integriert werden könnte. Dies entspreche dem, was der LCGB gefordert hat, so Hollerich. Cargolux habe Bereitschaft gezeigt, um in den Kollektivvertragsverhandlungen ein Abkommen zu finden. Nun sei es an den Gewerkschaften, die Hand entgegenzunehmen, die man ihnen reiche. 

Demnach sei es nicht am LCGB, der sechs von 15 Delegierten bei der Cargolux-Vertretung stellt, das Schlichtungsamt alleine zu ergreifen, so Hollerich. Der OGBL hat dem Schlichtungsamt bereits mitgeteilt, dass er die Kollektivvertragsverhandlungen mit dem Management ohne den Schlichter weiterführen möchte.





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