Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Cargolux: der Mythos vom „stand-alone“
Wirtschaft 2 Min. 03.02.2014

Cargolux: der Mythos vom „stand-alone“

(Photo: Gerry Huberty)

Cargolux: der Mythos vom „stand-alone“

(Photo: Gerry Huberty)
Wirtschaft 2 Min. 03.02.2014

Cargolux: der Mythos vom „stand-alone“

An den Turbulenzen, die die Frachtgesellschaft Cargolux nach der „überraschenden“ Kündigung eines ersten Exekutivkomitees, Robert Van de Weg, wieder trudeln lassen, ist wieder einmal eine Idee Schuld: Die Firma brauche für ihre Entwicklung keinen ausländischen Partner.

An den Turbulenzen, die die Frachtgesellschaft Cargolux nach der „überraschenden“ Kündigung eines ersten Exekutivkomitees, Robert Van de Weg, wieder trudeln lassen, ist wieder einmal eine Idee Schuld: Die Firma brauche für ihre Entwicklung keinen ausländischen Partner. Allerdings sei laut der Regierung dieses „stand-alone“ mit dem Staat als Hauptaktionär, keine Option.

Die 2013 weltweit an 8. Stelle geführte Luftfrachtgesellschaft kommt nicht zur Ruhe. Angesichts des Angebots der Chinesen von HNCA, die staatlichen Anteile aufzukaufen, werden die gleichen Zweifel wieder laut.

Mit den im Jahr 2012 transportierten 615.286 Tonnen habe das Luxemburger Unternehmen laut Eurostat nicht einmal sein Niveau von 2004 erreicht und bleibe sehr weit hinter seinem Aktivitätshöhepunkt von 2008 mit 788.218 Tonnen zurück. Allerdings soll die Branche der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung IATA nach dank dem asiatischen Wachstum frischen Wind erhalten. Die Resultate von 2013 werden zeigen, ob die Cargolux von diesem Trend profitieren wird.

Seit 2007 wurde ein Gesamtverlust von rund 253 Millionen Euro eingefahren, sodass die Firma in 12 bis 18 Monaten zwischen 150 und 200 Millionen Euro an frischem Geld benötigt. In diese Richtung geht auch die Kapitalerhöhung (maximal 175 Millionen Dollar), die für Anfang dieses Jahres vorgesehen ist, falls der Deal mit den Chinesen zustande kommt. 300 bis 400 weitere Millionen werden womöglich in den kommenden vier bis fünf Jahren nötig sein, um eine Weiterentwicklung zu ermöglichen oder sich zumindest weiterhin unter den Besten zu klassieren.

Joint-Venture als Schlüssel zum Erfolg

Wie kann man annehmen, der Staat werde ein solches Risiko mit öffentlichen Geldern tragen und eines Tages gezwungen sein, Misserfolge zu bezahlen?

Um die Cargolux-Aktivitäten in Luxemburg nachhaltig zu sichern, gilt es, das Joint-Venture mit den Chinesen erfolgreich abzuschließen. Mit den 8,41 % der Anteile, die die Regierung - zwecks Erleichterung der Rechnung bei einer erneuten Kapitalerhöhung und auch zur Beruhigung der Gewerkschaften – der Luxairgroup abkaufen will, weiß der Staat genau, dass der Flughafen eine der Prioritäten für die Zukunft des Landes ist. Dies unter anderem, was die Entwicklung der Logistik angeht. Er wird einen sehr wichtigen Sitz im zukünftigen Verwaltungsrat behalten, der zugunsten der Ankunft neuer Aktionäre umgestaltet werden muss.

Keine neue Vision

Auch die Lösungen vom Sonderberater der neuen Regierung, Robert Schaus, unterscheiden sich nicht radikal von jenen der vorherigen Akteure des Dossiers, Clifford Chance und UBS. Sogar der Anfang des Jahres von einem Teil des Verwaltungsrates bei Arendt und Medernach angefragte vertrauliche Bericht bringt keine neue Vision. Dies dürfte an sich ein Indikator sein.

Die Welt hat sich gewandelt. Die Lage, die es der Cargolux ermöglichte, zu den weltweit Besten aufzusteigen, ist Vergangenheit. Und die Zukunft wird umso schwieriger sein, da die Cargolux einer der seltenen Firmen dieser Größe ist, die nur im Frachtbereich tätig ist. Immer mehr Konkurrenten ziehen es vor, auf größere Flugzeuge zu setzen, um einen besseren Kompromiss zwischen Passagier- und Frachttransport zu finden.

  • Den kompletten Artikel in französischer Sprache finden Sie in der Samstagsausgabe des Luxemburger Wort.