Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Cargolux China: Chinesisches Geld soll Abhilfe schaffen
Wirtschaft 2 Min. 13.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Gespräche im stillen Kämmerlein

Cargolux China: Chinesisches Geld soll Abhilfe schaffen

Cargolux China soll 2016 als gemeinsames Unternehmen der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft und ihrem chinesischen Aktionär HNCA entstehen.
Gespräche im stillen Kämmerlein

Cargolux China: Chinesisches Geld soll Abhilfe schaffen

Cargolux China soll 2016 als gemeinsames Unternehmen der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft und ihrem chinesischen Aktionär HNCA entstehen.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 13.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Gespräche im stillen Kämmerlein

Cargolux China: Chinesisches Geld soll Abhilfe schaffen

Das Joint Venture mit dem chinesischen Aktionär HNCA ist längst noch nicht in trockenen Tüchern. Trotzdem führt Cargolux-CEO Dirk Reich bereits mit Boeing Gespräche über eine Bestellung von fünf Flugzeugen… für China.

Von Laurence Bervard

Die Erweiterung der Cargolux-Flotte in Luxemburg ist im Prinzip für die nächsten Jahre geregelt. Nach der neusten LX-VCL, die letzte Woche im Heimatflughafen eingetroffen ist, erwartet die Luftfrachtgesellschaft eine weitere Boeing 747-8F im September. Die 25. und letzte bestellte Maschine soll 2017 geliefert werden.

Demnach ist es umso erstaunlicher, dass CEO Dirk Reich gegenüber dem Flugzeughersteller Boeing den möglichen Kauf fünf weiterer Flugzeuge angekündigt hat. Dies gab er in einem Interview mit einem lokalen amerikanischen TV-Sender bekannt, als er seinen neuesten Flieger letzte Woche in Seattle abholte.

Wie der Verwaltungsratspräsident der Cargolux, Paul Helminger, bestätigt, hat der Verwaltungsrat keiner Bestellung von weiteren Flugzeugen zugestimmt. Demnach ist er sich sicher, dass es sich dabei nicht um Maschinen für Luxemburg, sondern für das Joint Venture in China handelt. Fünf neue Flugzeuge waren in der Tat bereits für Cargolux China intern im Gespräch. 

Finanzierung bleibt weiterhin ungewiss

Die Airline soll 2016 zwischen der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft und ihrem chinesischen Aktionär HNCA entstehen. Die luxemburgischen Aktionäre haben der Cargolux-Direktion vor zwei Wochen das Mandat erteilt, die Verhandlungen mit dem chinesischen Partner zu führen. Auch wurden gewisse Wünsche bezüglich eines Shareholder Agreements geäußert.

Übereilt scheint dennoch, dass Cargolux bereits Gespräche mit Boeing einleitet, wobei das Gemeinschaftsunternehmen noch längst nicht in trockenen Tüchern ist und nach letztem Stand weiterhin nach einem dritten Aktionär sucht, der die übrigen 24 Prozent der neuen Gesellschaft übernehmen soll.

Außerdem steht die Finanzierung der Airline noch offen. Der Staat hält bekanntlich 8,32 Prozent der Anteile der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft. Dennoch weigert er sich, als indirekter Aktionär massiv Geld in die neue Gesellschaft zu pumpen.

Ein Wunsch, der im Widerspruch zu dem Verkaufspreis der gewünschten Boeing 747-8-Modelle steht. Für diese verrechnet Boeing ohne Rabatt 368,4 Millionen Dollar. Abhilfe sollen chinesische Subventionen schaffen.

Laut Informationen von Cargoforwarder sieht die Geschäftsvereinbarung mit HNCA vor, jeden Zhengzhou-Flug von mehr als 50 Tonnen Fracht mit 30.000 Euro zu unterstützen, um so die lokalen Aktivitäten auszubauen.

Durch zusätzliche Subventionen könne die neue Airline bereits nach vier Jahren einen Gewinn verzeichnen. In den ersten Jahren würden sich die Verluste auf insgesamt 50 Millionen Dollar belaufen, ein Wert, der ohne die staatlichen Hilfen aus China auf rund 100 Millionen anschwellen würde, heißt es weiter.

Eine Ungewissheit, die auch die finanzielle Beteiligung der luxemburgischen Aktionäre beeinflusst. Diese könnten bereits in den nächsten Monaten zur Kasse gebeten werden, wenn die Flugzeuge bestellt werden. Für die Lieferung müssen allerdings wenigstens drei Jahre eingerechnet werden. Demnach bleibt offen, womit die Airline bis dahin fliegen will.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Luxemburgisch-chinesisches Joint Venture
2017 soll die „Cargolux China“ den Betrieb aufnehmen. Cargolux-Verwaltungsratspräsident Paul Helminger sprach mit dem „Luxemburger Wort“ über das Investitionsvolumen, staatliche Beihilfen und den notwendigen Kauf der Flugzeuge.
Für die 35-prozentige Beteiligung am luxemburgisch-chinesischen Joint Venture „Cargolux China“ muss die luxemburgische Frachtfluggesellschaft Cargolux laut Paul Helminger einen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen.
Luxemburgisch-chinesisches Joint Venture
In diesem Jahr soll das Joint Venture „Cargolux China“ gegründet werden. Die Cargolux wird voraussichtlich 35 Prozent übernehmen und 75 Millionen Dollar zu dem Gemeinschaftsunternehmen beisteuern.
Die Gründung des Joint Ventures „Cargolux China“ war Teil des „Commercial agreement“, als die chinesische HNCA 2013 mit 35 Prozent ins Kapital der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft einstieg.
Cargolux-Chef Dirk Reich erklärt im exklusiven LW-Interview, wie das „Joint Venture“ mit den chinesischen Aktionären und die Gründung einer neuen Airline in Zhengzhou die Wettbewerbsfähigkeit steigern kann.
29.9.Findel / Flughafen Findel / Cargolux / Flugzeug / Neues Flugzeug mit Comicbemalung / CEO Dirk Reich Foto:Guy Jallay
Mehr als 100 Cargolux-Mitarbeiter haben sich am Donnerstag der Protestaktion des LCGB angeschlossen, die im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen einberufen wurde.
Mehrere Dutzend Cargolux-Mitarbeiter haben sich am Donnerstag der Protestaktion des LCGB angeschlossen, die im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen einberufen wurde.
Zusätzliche 747-Bestellungen angekündigt
In einem TV-Bericht kündigt Cargolux-Chef Dirk Reich einen weiteren Großauftrag beim Flugzeughersteller Boeing an. Angesichts eines anziehenden Marktes für Luftfracht will die Airline fünf zusätzliche 747 bestellen.
Am 6. März landete die neueste Cargolux-Boeing am Flughafen Findel. In den nächsten Jahren soll die Flotte weiter wachsen.
Cargolux plant neue Tochter-Airline
Die Luxemburger Frachtfluglinie Cargolux plant eine gemeinsame Airline mit dem chinesischen Minderheitsaktionär HNCA. Zwischenlandungen sollen helfen, die Auslastung der Flugzeuge zu erhöhen.
Der Einstieg der Chinesen von HNCA ziehen weitreichende Veränderungen bei der Cargolux nach sich.