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Cargolux bezieht Position
Wirtschaft 2 Min. 14.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Studie zur Sicherheit in der Luftfahrt

Cargolux bezieht Position

„Sicherheit hat und hatte im Flugbetrieb der Cargolux stets den obersten Stellenwert“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme.
Studie zur Sicherheit in der Luftfahrt

Cargolux bezieht Position

„Sicherheit hat und hatte im Flugbetrieb der Cargolux stets den obersten Stellenwert“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 14.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Studie zur Sicherheit in der Luftfahrt

Cargolux bezieht Position

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Zwar wurde die luxemburgische Frachtfluggesellschaft nicht mit Namen genannt, doch es lag mehr als nahe, an wen sich die Kritik der Pilotenvereinigung ALPL vor allem richtete.

(aa) – Die Pilotenvereinigung ALPL hatte am Montag mit einer Studie zur Sicherheitskultur für Aufsehen gesorgt, die von der London School of Economics and Politics (LSE) und Eurocontrol im Rahmen des Future Sky Safety Programs der EU-Kommission durchgeführt wurde.

Dabei bewerteten unter 7000 Piloten jene von Fracht- und Billigfluggesellschaften und solche mit atypischen Arbeitsverträgen ihre Unternehmen in Bezug auf die dort herrschende Sicherheitskultur wesentlich schlechter als andere Kollegen.

70 Prozent der Piloten bei Cargoairlines

Mit 222 Piloten nahmen relativ viele Piloten aus dem Großherzogtum teil. Laut ALPL entspricht diese Zahl mehr als 33 Prozent aller bei luxemburgischen Airlines beschäftigten Piloten. Außerdem seien 70 Prozent der hier beschäftigten Piloten im Bereich Luftfracht tätig, so die ALPL.

Die in Luxemburg stationierten Piloten unter den Studienteilnehmern bewerteten im europäischen Vergleich fünf von elf Teilbereichen am schlechtesten und bemängelten nicht zuletzt das Problem der Übermüdung im Cockpit, was der ALPL Anlass zur Kritik bot.  

Unmissverständlich auch ohne Namensnennung

Auch wenn weder von den Autoren der Studie noch von der ALPL explizit Namen von Fluggesellschaften veröffentlicht wurden, wird es aufgrund der gemachten Angaben niemanden verwundern, dass die Cargolux dazu Stellung nehmen wollte.

„Sicherheit hat und hatte im Flugbetrieb der Cargolux stets den obersten Stellenwert“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Dienstplanung erfolge nach den europäischen Regeln zur Flugdienst- und Ruhezeit von Besatzungsmitgliedern im Luftverkehr (EASA FTL).

Vorsorgesystem für Übermüdungsrisiken

Die Anfang 2016 eingeführten EASA-FTL-Regeln seien das Ergebnis einer fünfjährigen Arbeit von Sicherheitsexperten und hätten insbesondere zum Ziel, einer Übermüdung vorzubeugen.

„Zudem hat die Cargolux ein Vorsorgesystem für Übermüdungsrisiken eingeführt, das auf bewährten Methoden der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) basiert und noch deutlich über die Mindestanforderungen des EASA FTL Regelwerks hinausgeht“, so die Mitteilung der luxemburgischen Frachtairline.

Piloten können gefährliche Situationen melden

Die Dienstpläne der Piloten würden mittels eines speziellen Systems erstellt, dass Übermüdungsgefahren Rechnung trage und sich eines bio-mathematischen Modells bediene. Dieses System sei durch Daten bestätigt worden, die über Jahrzehnte bei spezifischen Studien zusammengetragen wurden. Die zuständigen luxemburgischen Behörden hätten dies geprüft und bewilligt.

Piloten hätten überdies die Möglichkeit Situationen zu melden, in denen es ihrer Auffassung nach zu einer Übermüdung kommt. Außerdem stehe die Cargolux in Dialog mit den Vertretern der Piloten - sowohl in der Fatigue Safety Action Group (FSAG) als auch im Joint Crew Scheduling Committee (JCSC).


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