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Wohlstand besteht aus mehr als nur Geld
Wirtschaft 11 22.03.2017 Aus unserem online-Archiv
"Business Forum" bei der Springbreak

Wohlstand besteht aus mehr als nur Geld

Tim Jackson hielt einen Vortrag bei der "SpringBreak".
"Business Forum" bei der Springbreak

Wohlstand besteht aus mehr als nur Geld

Tim Jackson hielt einen Vortrag bei der "SpringBreak".
Foto: Ralph Hermes
Wirtschaft 11 22.03.2017 Aus unserem online-Archiv
"Business Forum" bei der Springbreak

Wohlstand besteht aus mehr als nur Geld

Umdenken ist gefragt: Bei der ersten Ausgabe der Springbreak plädierte Wachstumskritiker Tim Jackson für mehr Menschlichkeit in der Wirtschaft

(miz) - Hoher Besuch gestern in Kirchberg: Großherzogin Maria Teresa und Großherzog Henri haben an der Eröffnung der ersten Ausgabe der Springbreak teilgenommen.

Mit dabei war auch der britische Wachstumskritiker, Professor Tim Jackson. Er trat als Guest Speaker beim „Business Forum“ der "SpringBreak" auf. „Wir wissen, dass wir in schwierigen Zeiten leben“, startete der Experte seinen Vortrag.

Jackson plädiert seit Jahren für ein geringeres Wachstum und dafür, dass Menschen sich weniger vom Konsum materieller Dinge leiten lassen. Stattdessen fordert er wieder mehr Menschlichkeit und Achtsamkeit.

Eine neue Art der Wirtschaft

Jackson stellte gestern auch infrage, wie die Wirtschaft „Arbeit“ definiert. Arbeit bestünde aus mehr als nur einem Gehalt. Es gehe nicht nur darum, als Unternehmen einen maximalen Profit zu erbringen und möglichst schnell Aufgaben abzuarbeiten. Unternehmen müssten sich mehr auf immaterielle Dienstleistungen konzentrieren. „Service-Economy“ nannte der britische Professor diese Art der Wirtschaft. Bei der Arbeit gehe es auch darum, sich in eine Gemeinschaft einzubringen, sich zu engagieren und Zeit zu investieren.

Der Brite setzt deshalb den Begriff  „Investment“ nicht mit dem Begriff einer Geldanlage gleich – sondern definiert ihn eher als menschliches Engagement. Nur Engagement sei wirklich nachhaltig und würde dauerhaft zu einem glücklicheren Leben führen. Und auch das sei schlussendlich eine Art von Wohlstand.

Dass dieses neue Konzept nicht unbedingt positiv von Institutionen aus der Wirtschaft aufgenommen wird, weiß er. Es sei trotzdem längst an der Zeit umzudenken, so Jackson.

Mehr „sharing“ und „caring“

„Wir müssen aufhören zu wachsen und anfangen erwachsen zu werden“, sagte der Guest Speaker.

Luxemburg lobte er für seine Vorreiterrolle in der Kreislaufwirtschaft und für die Projekte, die im Rahmen der Rifkin-Studie gestartet wurden. Auch die Staatssekretärin für Wirtschaft, Francine Closener, zeigte sich in ihrer Ansprache zufrieden mit den Entwicklungen.

Passivhäuser mit AAA-Standard, weniger Energieverbrauch, ein stärkeres Engagement für öffentliche Verkehrsmittel – „wir kommen ganz gut weiter“, resümierte es Closener.

Romain Pulles, Präsident des „Luxembourg Center for Circular Economy“ sieht auch  im Sharing – und nicht in materiellen Produkten – die Zukunft. Er erklärte in seiner Ansprache, dass Verbraucher künftig umdenken müssen. Man müsse wieder lernen, zu teilen, zu reparieren und wiederzuverwerten. Ganz nach dem Prinzip „back to the roots".

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