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Bruttoinlandsprodukt im freien Fall
Wirtschaft 18.09.2020

Bruttoinlandsprodukt im freien Fall

Wirtschaft 18.09.2020

Bruttoinlandsprodukt im freien Fall

Coronabedingt ist die Wirtschaftsleistung Luxemburgs im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen.
Die Luxemburger Wirtschaft soll sich in den letzten sechs Monaten des Jahres wieder erholen.
Die Luxemburger Wirtschaft soll sich in den letzten sechs Monaten des Jahres wieder erholen.
Foto: Shutterstock

(TJ) - Vergleicht man das zweite Trimester 2020 mit demjenigen des Vorjahres, so stellt man einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 7,8 Prozent fest. Luxemburgs Wirtschaft bleibt also von den Auswirkungen der Covid-Krise alles andere als verschont. Auch im Vergleich mit dem ersten Trimester des laufenden Jahres bleibt ein Schwund von 7,2 Prozent. Das teilt das statistische Amt Statec am Freitag mit.

Besonders heftig traf es laut den vorläufigen Zahlen der Statistikbehörde die Industrie mit einem Rückgang von 17,7 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal und 22,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ähnlich schwer erwischte es Branchen, die unmittelbar von den Auswirkungen des Lockdown betroffen waren: Der Handel und der Handel um den Horesca-Bereich brachen um 21,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Der Bausektor verzeichnete einen Rückgang von 20,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. 

Der Sektor, der 2020 durchgängig ein Wachstum aufweisen kann, ist die Telekommunikationsbranche, die um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs. Dazu trug sicherlich bei, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice verlagern mussten und daher kurzfristig in entsprechende IT-Systeme investieren mussten. Ein positives Saldo steht ebenso im Bereich Immobilien, der im zweiten Quartal um zwei Prozent wuchs.    

Für das dritte und vierte Trimester 2020 wird wieder ein Wachstum von drei Prozent vorausgesagt. 

Der Statec stellt bei den öffentlichen Ausgaben eine Steigerung um 3,3 Prozent fest. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Ausgaben der Haushalte, die ihre Ausgaben im Schnitt um 16,1 Prozente senkten.

In anderen europäischen Ländern ist der BIP ebenfalls sehr stark zurückgegangen. Italien trifft es besonders hart. In Europas drittgrößter Volkswirtschaft sank das BIP um 12,4 Prozent. Noch heftiger traf es aber die Volkswirtschaften in Portugal und Spanien mit jeweils einem Rückgang des BIP um 14,1 beziehungsweise 18,5 Prozent. Hier war insbesondere der Tourismus eingebrochen.

Auch Frankreich zählt zu den Ländern in Europa, die besonders stark von der Pandemie getroffen wurden. Das Land verzeichnete im zweiten Quartal einen Rückgang von 13,5 Prozent. Deutschland erwies sich als widerstandsfähiger, mit einem Rückgang von „lediglich“ zehn Prozent. Die britische Wirtschaft ist im Frühjahr um mehr als 20 Prozent eingebrochen. 

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