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Brüssel will Haftungsregeln für Wirtschaftsprüfer verschärfen
Wirtschaft 19.01.2021

Brüssel will Haftungsregeln für Wirtschaftsprüfer verschärfen

Im Wirecard-Skandal wurde das Versagen der Prüfer deutlich.

Brüssel will Haftungsregeln für Wirtschaftsprüfer verschärfen

Im Wirecard-Skandal wurde das Versagen der Prüfer deutlich.
Foto: DPA
Wirtschaft 19.01.2021

Brüssel will Haftungsregeln für Wirtschaftsprüfer verschärfen

Der Wirecard-Skandal war auch ein Versagen der Wirtschaftsprüfer. Nach dem Willen der EU-Kommission sollen diese künftig stärker in die Pflicht genommen werden.

Als Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal bringt die EU-Kommission schärfere europäische Haftungsregeln für Wirtschaftsprüfer ins Gespräch. „Ausreichend hohe oder gar unbegrenzte Haftung der Rechnungsprüfer können Anreize bieten, um zu verhindern, dass in Abschlussprüfungen Kompromisse gemacht werden, die für qualitativ schlechtere Prüfungen sorgen“, heißt es in einem Diskussionspapier der Brüsseler Behörde. 

Es beschreibt mögliche Versäumnisse der Aufsichtsbehörden und stellt Konsequenzen zur Debatte. Der frühere Dax-Konzern Wirecard hatte im Juni 2020 Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt - insgesamt könnte es nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um mehr als drei Milliarden Euro gehen. Weil dies jahrelang unentdeckt blieb, steht unter anderem die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin in der Kritik.


ARCHIV - 26.06.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Der Sitz der Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). (zu dpa "Scholz: Reformen bei Finanzaufsicht und Wirtschaftsprüfern") Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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In dem Kommissionspapier wird bemängelt, dass „Vertraulichkeitsregeln in Deutschland die Entdeckung und Untersuchung der Verletzung von Buchhaltungsstandards negativ beeinflusst haben könnten“. Die europäische Aufsicht ESMA habe Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit der Bafin, der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung und der deutschen Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS kritisiert. Künftig könnte im EU-Recht explizit festgehalten werden, dass Informationsaustausch zuständiger nationaler Behörden kein Bruch professioneller Vertraulichkeit darstellt, heißt es in dem Kommissionspapier.

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