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Brüssel will gegen „Greenwashing“ vorgehen
Wirtschaft 30.06.2021 Aus unserem online-Archiv
Nachhaltigkeit

Brüssel will gegen „Greenwashing“ vorgehen

Nach Deutschland baut Gazprom gerade eine Erdgaspipeline: Erdgas soll laut Brüssel in der "Taxonomie" für Investments als nachhaltig gelten.
Nachhaltigkeit

Brüssel will gegen „Greenwashing“ vorgehen

Nach Deutschland baut Gazprom gerade eine Erdgaspipeline: Erdgas soll laut Brüssel in der "Taxonomie" für Investments als nachhaltig gelten.
Foto: AFP
Wirtschaft 30.06.2021 Aus unserem online-Archiv
Nachhaltigkeit

Brüssel will gegen „Greenwashing“ vorgehen

Mit einem Maßnahmenkatalog will die EU-Kommission Investitionen in kohlenstoffarmes Wirtschaften vorantreiben - sie selbst macht dabei aber eine Ausnahme.

(Bloomberg) -Die Europäische Union wird strengere Maßnahmen für Banken und Ratingunternehmen einführen, um Greenwashing zu verhindern und systemische Risiken des Klimawandels zu reduzieren. Dies geht aus einem EU-Entwurf mit dem Titel Strategie zur Finanzierung des Übergangs zu einer nachhaltigen Wirtschaft hervor, der Bloomberg vorliegt. Er soll von der Europäischen Kommission nächste Woche vorgestellt werden, zusammen mit einem Regelwerk für grüne Anleihen soll.

Im Papier wird vorschlagen, die Berichtspflichten für Finanzunternehmen zu verschärfen und Klima-bezogene Risiken in Kreditratings und Kapitalanforderungen für Banken einzubeziehen

An Erdgas wird festgehalten

Dabei zieht die Kommission in Betracht, während des Übergangs zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft insbesondere im Energiesektor die Finanzierung bestimmter Wirtschaftsaktivitäten zu fördern, so auch im Gasbereich. Dies soll in den nächsten Teil der sogenannten Taxonomie aufgenommen werden, der 2022 ansteht.


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Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus verschiedenen Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland und Polen, hatten darauf gedrängt, Gas in die Taxonomie aufzunehmen. Energie aus fossilen Brennstoffen in die Pläne einzubeziehen, ist im EU-Parlament umstritten.

Die EU-Kommission wird die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde auffordern, zu bewerten, wie ESG-Faktoren von den Rating-Agenturen in ihre Benotungen einbezogen werden. Zudem erwägt sie eine Initiative, um sicherzustellen, dass diese Risiken von den Bewertungen erfasst werden. Die Europäische Zentralbank soll aufgefordert werden, regelmäßige Stresstests zum Klimawandel durchzuführen.

Um das Ziel zu erreichen, bis 2050 per Saldo ohne Kohlendioxidemissionen auszukommen, setzt die EU auf Steuermaßnahmen sowie einen Standard für grüne Anleihen. In den nächsten fünf Jahren wird sie zu den größten Emittenten im Segment werden. So entfällt beim 800 Milliarden Euro schweren Pandemie-Wiederaufbaufonds ein 30 %-Anteil auf grüne Bonds.    

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