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Brüssel will Dienstwagen-Problematik klären: Steuerliche Irrfahrt könnte bald zu Ende sein
Wirtschaft 07.01.2015

Brüssel will Dienstwagen-Problematik klären: Steuerliche Irrfahrt könnte bald zu Ende sein

Seit Mitte 2013 wird bereits darüber diskutiert, wo luxemburgische Unternehmen Steuern zahlen, wenn deutsche Grenzgänger ihren Dienstwagen auch privat nutzen.

Brüssel will Dienstwagen-Problematik klären: Steuerliche Irrfahrt könnte bald zu Ende sein

Seit Mitte 2013 wird bereits darüber diskutiert, wo luxemburgische Unternehmen Steuern zahlen, wenn deutsche Grenzgänger ihren Dienstwagen auch privat nutzen.
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Wirtschaft 07.01.2015

Brüssel will Dienstwagen-Problematik klären: Steuerliche Irrfahrt könnte bald zu Ende sein

Die EU-Kommission will klären, wo luxemburgische Dienstwagen zu versteuern sind, wenn diese von Grenzgängern privat genutzt werden. Ende Januar soll sich der Mehrwertsteuerausschuss erneut damit befassen.

(aa) - Die EU-Kommission will nun bald klären, wo luxemburgische Dienstwagen zu versteuern sind, wenn diese von Grenzgängern privat genutzt werden. Wie das „Luxemburger Wort“ am Dienstag in Brüssel erfuhr, soll sich abermals der Mehrwertsteuerausschuss mit der Angelegenheit befassen. Das rein beratende Gremium, dass sich aus Vertretern der EU-Mitgliedsstaaten zusammensetzt, war in der Vergangenheit bereits auf Antrag der luxemburgischen Regierung zusammengekommen. Eine Einigung konnte damals jedoch nicht gefunden werden, nun soll es offenbar im zweiten Anlauf doch noch klappen.

Schriftliches Verfahren vorgesehen

Wie ein Sprecher der Kommission auf LW-Anfrage erklärte, ist Ende Januar ein schriftliches Verfahren ohne persönliches Treffen vorgesehen. Obschon in der Vergangenheit keine Einigung in der Sache erzielt werden konnte, sei der Mehrwertsteuerausschuss dennoch das beste Forum, um 
eine Lösung zu finden, hieß es. Sobald eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten sich in der Lage 
sehe, eine gemeinsame Auffassung zu vertreten, könne die EU-Kommission auf dieser Basis eine Leitlinie ausgeben.

Seit Mitte 2013 wird bereits darüber diskutiert, wo luxemburgische Unternehmen Steuern zahlen, wenn deutsche Grenzgänger ihren Dienstwagen auch privat nutzen. Die deutschen Behörden sind der Auffassung, dass in diesem Fällen deutsche Umsatzsteuer zu zahlen sei und berufen sich auf europarechtliche Vorgaben.

Unternehmen sollen bislang in zwei Ländern zahlen

In Luxemburg heißt es hingegen, die hiesige Steuergesetzgebung finde weiterhin Anwendung. Bei den fraglichen EU-Vorgaben (Richtlinie 2008/8/EG, Artikel 4) gehe es eigentlich um grenzübergreifende Leasingverträge. Die deutschen Finanzbehörden interpretierten darauf basierend die Dienstwagen im Sinne einer langfristigen Vermietung.

Die betroffenen luxemburgischen Unternehmen befinden sich aufgrund einer widersprüchlichen Steuerpraxis seit Monaten in einer misslichen Lage, weil sie im Grunde in zwei Ländern zur Kasse gebeten werden (siehe: "Eine ziemlich verfahrene Situation" vom 11. Dezember 2014).


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