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Brexit schockt die Börsenwelt: Finanzwerte rauschen in den Keller
Die Finanzwelt wurde von der "Brexit"-Nachricht durchgerüttelt.

Brexit schockt die Börsenwelt: Finanzwerte rauschen in den Keller

Foto: AFP
Die Finanzwelt wurde von der "Brexit"-Nachricht durchgerüttelt.
Wirtschaft 2 Min. 24.06.2016

Brexit schockt die Börsenwelt: Finanzwerte rauschen in den Keller

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Lange hatten sich die Finanzmärkte hoffnungsvoll gezeigt, dass die Briten ihr Land nicht aus der EU wählen. Der doch beschlossene Brexit ließ nun weltweit die Werte abstürzen.

(dpa) - Eigentlich habe man die Angst vor einem EU-Austritt fast schon abgehakt, hieß es tagelang von Aktienhändlern und etlichen Analysten nicht nur an der Frankfurter Börse. Jetzt ist der Brexit da - und viele Werte brechen fürs erste dramatisch ein.

Unklar ist noch, ob sich die Schock-Reaktion zu einem Abwärtstrend verfestigen könnte. «Wir müssen sofort versuchen, den Prozess in den Märkten zu stabilisieren», sagte der britische Außenminister Philip Hammond am Freitag. Eine Übersicht der ersten Entwicklungen:

  • EUROPA/LONDON/PARIS: Bei der Eröffnung am Morgen erlebten Europas Börsen die größten Verluste seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der EuroStoxx 50 rutschte zum Beginn um 9 Prozent ab. Am Donnerstagabend hatte das Tagesplus noch 2 Prozent betragen. Auch der Aktienhandel in Großbritannien erlitt einen herben Dämpfer: Der wichtige Index FTSE 100 knickte zum Start um gut 8 Prozent ein - nach einem Donnerstags-Tagesgewinn von 1,23 Prozent. In Paris fiel der CAC 40 am Freitagmorgen um 9 Prozent, das Vortagesplus war 1,96 Prozent.
  • FRANKFURT: Der Dax war am Donnerstagabend noch mit einem klaren Kursplus von 1,85 Prozent auf 10 257,03 Punkte aus dem Handel gegangen - es war der fünfte Tagesanstieg in Folge. Am Freitag ging es dann im frühen Handel drastisch um 8 Prozent auf 9436,92 Punkte abwärts. Zwischenzeitlich brach der deutsche Leitindex sogar um 10 Prozent ein. Vor allem Bankenwerte gerieten massiv unter Druck, aber auch Autobauer und Energieunternehmen.
  • NIKKEI: In Fernost hatten die Börsen zuerst die Nachrichten aus der Nacht verdauen können, ein deutliches Abrutschen war die Folge. Der Nikkei-Index in Tokio stürzte - nach einem 1,07-Prozent-Zuwachs zum Donnerstagsschluss - am Freitag um 7,92 Prozent auf 14 952 Punkte ab. Auch in Hongkong, Seoul, Mumbai und zuvor in Sydney ging es bergab.
  • PFUND: Am Devisenmarkt kam es ebenfalls zu Turbulenzen. Das britische Pfund sank am Freitagmorgen im Verhältnis zum Dollar bis auf 1,3229 US-Dollar. Das war der tiefste Stand seit dem Jahr 1985.
  • EURO: Auch die europäische Gemeinschaftswährung verlor an Wert. Gegenüber dem US-Dollar büßte der Euro 3,5 Prozent ein, zwischendurch ging es bis auf 1,0913 Dollar herab, das niedrigste Niveau seit März.
  • YEN: Viele Devisenanleger flüchteten in den Yen, dem gegenüber das Pfund am Freitag um über 14 Prozent einbrach. Im Gegenzug war Japans Währung zum Pfund so viel wert wie zuletzt im Dezember 2012.
  • FRANKEN: Angesichts des nachgebenden Euro legte auch der Außenwert des Franken zu. Im Verhältnis zu der Schweizer Währung fiel der Euro von über 1,10 zwischenzeitlich auf bis zu 1,06 Franken.
  • GOLD: Der Preis für das als «sicherer Hafen» geltende Edelmetall schoss auf bis zu 1358 Dollar je Feinunze (31 Gramm) hoch - ein neuer Höchstwert seit Sommer 2014. Britische Internetnutzer googelten sechsmal häufiger «Gold kaufen» als sonst, ergab eine Google-Analyse.



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