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Brasserie Nationale steigert Ergebnis
Wirtschaft 3 Min. 26.02.2020

Brasserie Nationale steigert Ergebnis

Firmenoberhaupt Georges Lentz (70): Die Brasserie Nationale trotzt dem Trend.

Brasserie Nationale steigert Ergebnis

Firmenoberhaupt Georges Lentz (70): Die Brasserie Nationale trotzt dem Trend.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 3 Min. 26.02.2020

Brasserie Nationale steigert Ergebnis

Marco MENG
Marco MENG
Trotz rückläufigem Biermarkt weltweit und in Luxemburg konnte die Traditionsbrauerei 2019 den Bierabsatz erneut steigern.

Obwohl der Bierkonsum letztes Jahr weltweit rückläufig war und auch in Europa und Luxemburg zurückging, konnte die Brasserie Nationale de Luxembourg 2019 entgegen des Markttrends erneut den Absatz und das Geschäftsergebnis steigern. 

Das gab die Gesellschaft in Niederkerschen bekannt. So steigerte die Brasserie Nationale den Absatz ihrer Marken Bofferding, Battin und Funck-Bricher um mehr als 2.000 Hektoliter auf insgesamt 157.600 Hektoliter, ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Der Umsatz für das Jahr 2019 stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent und liegt bei elf Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis (Ebitda) beträgt 3,8 Millionen Euro. Munhowen, die Vertriebstochter der Brasserie Nationale erreichte 2019 einen Umsatz von 79,3 Millionen Euro, ein Anstieg von 1,5 Prozent gegenüber 2018. Vor Steuern und Abschreibungen beträgt das Ergebnis 6,55 Millionen Euro, eine Steigerung um 2,5 Prozent gegenüber 2018. 

Jahr der Investitionen 

Insgesamt wurden von den heimischen Brauerein letztes Jahr im Großherzogtum 288.823 Hektoliter Bier gebraut, ein Rückgang von rund 4.000 Hektoliter. „War 2018 global gesehen ein sehr gutes Bierjahr“, so Georges Lentz, Administrateur délégué der Brauerei, „so war 2019 schwächer.“ 


Luxemburger werden beim Bier wählerischer
Auch wenn die Produktionsmenge der heimischen Braumeister nicht mehr das Niveau früherer Tage erreicht, so haben die Luxemburger dem Bier keineswegs abgeschworen. Die Trinkgewohnheiten haben sich jedoch geändert, und das Angebot ist breiter geworden.

Für die Brauerei selbst sei das letzte Jahr aber auch darum ein bemerkenswertes, weil 2019 vom einem millionenschweren Investitionsprogramm geprägt war. 

„Wir sind eine der modernsten und grünsten Brauereien Europas“, so Lentz. Mit den Gesamtinvestitionen von fast zehn Millionen Euro konnte unter anderem der Energiebedarf deutlich gesenkt werden: die Einsparungen entsprechen etwa dem Jahresverbrauch von 52 Haushalten. 

„Mit diesem wichtigen Schritt reduzieren wir unseren CO2-Fußabdruck“, so Generaldirektor Frédéric de Radiguès. 

Der 1764 gegründete Familienbetrieb hat übrigens als grössten Markt nicht den heimischen, sondern Frankreich, wo 57 Prozent des Umsatzes stattfindet, gefolgt von Belgien mit 36 Prozent und Luxemburg mit rund fünf Prozent. Das Unternehmen exportiert in die USA genauso wie nach China und seit neustem auch nach Kamerun. 

Generaldirektor Frédéric de Rodigues mit Isabelle und Mathias Lentz (v.l.).
Generaldirektor Frédéric de Rodigues mit Isabelle und Mathias Lentz (v.l.).
Foto: Gerry Huberty

Den Absatz im Gaststätten- und Hotelleriewesen konnte die Brasserie letztes Jahr ebenfalls steigern, um 1.400 Hektoliter. Das sei das Ergebnis der hohen Investitionen, die in diesem Sektor getätigt wurden. 

„Im vergangenen Jahr haben wir 158 neue Verkaufsstellen erworben und unsere Zusammenarbeit mit etwa 350 bestehenden Mietern erneuert. Die Brauerei hat zu diesem Zweck 3,6 Millionen Euro in den Kundenstamm investiert“, hieß es. 

Umkämpfter Markt 

Der gesamte Bierabsatz auf dem lokalen Markt wird auf 469.000 Hektoliter geschätzt, wovon mehr als die Hälfte aus importierten Bieren bestehen. Im Vergleich zum Absatz im Jahr 2018 ist der Markt Luxemburg damit um etwa 7.000 Hektoliter zurückgegangen – obwohl die Bevölkerung des Landes wächst. 

Das sei eine Herausforderung für die heimischen Brauer, denn die Trinkgewohnheiten von Portugiesen seien andere als die von Iren oder Luxemburger, sagt Lentz. 

Luxemburg ist ein großes Bierland.  

Auch ist in der Statistik nicht klar ersichtlich, wer das Importbier im Land kauft – ob Einheimische oder Berufspendler. Dennoch meint Lentz: „Luxemburg ist ein großes Bierland“; immerhin gibt es elf Brauereien im Großherzogtum mit Verkaufslizenz, und die vielen Mikrobrauereien mit ihren besonderen Bieren machten das Getränk interessanter. 

Die Brasserie Nationale hatte unlängst selbst eine alte Marke neu belebt und mit dem Funck-Bricher 2018 ein Biobier auf den Markt gebracht. Und da Gesundheit und Fitness gerade bei jungen Menschen einen hohen Stellenwert hat, vermisst man bei der Brasserie Nationale ein eigenes alkoholfreies Bier. Das könnte sich aber bald ändern. Man habe Ideen in diese Richtung, bemerkte Generaldirektor Frédéric de Radiguès. Details, beispielsweise das mögliche Datum einer Markteinführung, wollte er aber noch nicht sagen.


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