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Brasserie Nationale kann 2018 Absatz steigern
Prost! Georges Lentz, Administrateur délégué der „Brasserie Nationale“ (l.), führt seit vielen Jahren das 
Familienunternehmen mit Generaldirektor Frédéric de Radiguès.

Brasserie Nationale kann 2018 Absatz steigern

Foto: Gerry Huberty
Prost! Georges Lentz, Administrateur délégué der „Brasserie Nationale“ (l.), führt seit vielen Jahren das 
Familienunternehmen mit Generaldirektor Frédéric de Radiguès.
Wirtschaft 3 Min. 13.02.2019

Brasserie Nationale kann 2018 Absatz steigern

Mara BILO
Mara BILO
Steigender Umsatz, wachsende Verkaufszahlen, modernisierte Anlagen: Die „Brasserie Nationale“ ist weiterhin Marktführer des Luxemburger Biermarktes. Und nach der Einführung von gleich drei Biervarianten will die Brauerei neue Kundengruppen erschließen.

Die Luxemburger haben dem Bier nicht abgeschworen: So werden im Großherzogtum Angaben der „Brasserie Nationale“ zufolge 85 Liter pro Kopf im Jahr getrunken. Die luxemburgische Brauerei spielt dabei eine wichtige Rolle, immerhin ist das schon seit mehr als 250 Jahren bestehende Traditionshaus klarer Marktführer. Und: Das von der „Brasserie Nationale“ gebraute Bofferding-Bier ist die erste Biermarke des Landes.

Am Mittwoch stellte die „Brasserie Nationale“ ihre Geschäftsergebnisse für das vergangene Jahr vor. Georges Lentz, Administrateur délégué der Brauerei, gab sich zufrieden: In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld ist das Bier wieder „sexy“ geworden, wie er erklärte. Für das vergangene Jahr ist der Umsatz der „Brasserie Nationale“ auf 10,73 Millionen Euro gestiegen, im Jahr 2017 waren es noch 10,24 Millionen Euro – ein Plus von rund vier Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist auch das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 3,92 auf 4,01 Millionen Euro geklettert, das entspricht einem Wachstum von 2,5 Prozent.


Luxemburger werden beim Bier wählerischer
Auch wenn die Produktionsmenge der heimischen Braumeister nicht mehr das Niveau früherer Tage erreicht, so haben die Luxemburger dem Bier keineswegs abgeschworen. Die Trinkgewohnheiten haben sich jedoch geändert, und das Angebot ist breiter geworden.

Der zu 100 Prozent zur „Brasserie Nationale“ gehörende Getränkegroßhändler Munhowen blickt ebenfalls auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen mehr als 408 000 Hektoliter Getränke; ein Hektoliter entspricht 100 Litern. Munhowen verbuchte einen Umsatz von 78,2 Millionen Euro (2017: 74,4 Millionen Euro); das Ebitda ist um drei Prozent auf 6,4 Millionen Euro gestiegen (2017: 6,21 Millionen Euro).

Der Biermarkt ist heiß umkämpft

Die luxemburgische Bierproduktion liegt Angaben der „Brasserie Nationale“ zufolge etwa bei 300 000 Hektoliter – davon entfallen 155 000 auf die „Brasserie Nationale“ (Bofferding, Battin, Funck-Bricher), etwa 115 000 auf die „Brasserie de Luxembourg“ (Diekirch, Mousel), 17 000 auf die „Brasserie Simon“ und 5 000 auf eine Reihe Mikro-Brauerein. Im Großherzogtum gibt es etwa 30 Kleinstbrauereien, europaweit sind es mehr als 10 000. Und diese neuen Marktteilnehmer machen den großen Brauereien zu schaffen: „Natürlich bedeutet das mehr Konkurrenz für uns“, erklärt Generaldirektor Frédéric de Radiguès. „Allerdings zeigen wir uns diesen Neuankömmlingen sehr offen gegenüber und unterstützen sie auch.“


"Nous constatons un intérêt grandissant pour les bières naturelles", a noté Georges Lentz, administrateur délégué.
Brasserie Nationale: "Nous devons nous différencier"
A l'heure des grands rapprochements dans le monde brassicole, et dans un contexte de baisse générale du marché, la Brasserie Nationale mise sur sa différence. Explications.

In Luxemburg halten die Einwohner des Landes den nationalen Produkten die Treue; so werden hierzulande mehr als die Hälfte aller getrunkenen Biere auch im Großherzogtum gebraut, wie die Angaben der „Brasserie Nationale“ zeigen. Das Familienunternehmen exportiert auch selbst etwa 20 Prozent ihrer Produkte ins Ausland: Jenseits der Grenzen werden vor allem in Frankreich und Belgien die Biere aus Niederkerschen verkauft, aber auch in exotischeren Ecken der Welt, wie etwa Panama, Kolumbien und Taiwan. Insgesamt zählt das Familienunternehmen mehr als 2 000 Verkaufsstellen; allein im vergangenen Jahr sind 63 dazugekommen.

Das von der „Brasserie Nationale“ gebraute Bofferding-Bier bleibt die Nummer eins auf dem Luxemburger
Biermarkt, das Mousel-Bier der „Brasserie de Luxembourg“ wird hingegen nur noch sehr wenig verkauft.
Das von der „Brasserie Nationale“ gebraute Bofferding-Bier bleibt die Nummer eins auf dem Luxemburger
Biermarkt, das Mousel-Bier der „Brasserie de Luxembourg“ wird hingegen nur noch sehr wenig verkauft.
Grafik: Luxemburger Wort

Die Trinkgewohnheiten haben sich verändert

Mit den im vergangenen Jahr eingeführten neuen Biersorten – „Funck-Bricher“, „Battin Brune“ und „Battin Pils“ – hat die „Brasserie Nationale“ versucht, neue Kundengruppen zu gewinnen. „Wir haben Biersorten auf den Markt gebracht, die nicht nur bei einer geselligen Runde, sondern auch bei einer Mahlzeit getrunken werden können“, erklärt Frédéric de Radiguès die Strategie. So auch das wiederbelebte vegane „Funck-Bricher“-Bier: Die „Brasserie Nationale“ hat frühzeitig den Trend hin zu mehr Bio aufgegriffen und ein veganes Bio-Bier auf den Markt gebracht.

„Ein voller Erfolg“, freut sich Frédéric de Radiguès, „wir haben mehr als 1 000 Hektoliter ,Funck-Bricher‘ und 1 300 Hektoliter ,Battin brune‘ verkauft.“ Dadurch ist insgesamt die von der „Brasserie Nationale“ verkaufte Biermenge gestiegen: Im Vergleich zum Jahr 2017 wurden 2018 mehr als 7 250 Hektoliter mehr gebraut – das entspricht einem Wachstum von fünf Prozent. „Das ist größtenteils auf die Einführung der drei neuen Biersorten zurückzuführen.“, so de Radiguès.


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