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Brasserie Nationale erleidet Umsatzeinbruch
Wirtschaft 10.02.2021

Brasserie Nationale erleidet Umsatzeinbruch

Die Brasserie Nationale mit Familienoberhaupt Georges Lentz hatte eines der schwersten Jahre in der Unternehmensgeschichte.

Brasserie Nationale erleidet Umsatzeinbruch

Die Brasserie Nationale mit Familienoberhaupt Georges Lentz hatte eines der schwersten Jahre in der Unternehmensgeschichte.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 10.02.2021

Brasserie Nationale erleidet Umsatzeinbruch

Marco MENG
Marco MENG
Die Pandemie hinterlässt auf dem Luxemburger Biermarkt tiefe Spuren. Die Brauerei verkauft seit letztem Jahr auch das eigene Mineralwasser - den Umsatzverlust konnte das nicht aufhalten.

Seit fast 40 Jahren „war es immer eine leichte und sogar angenehme Angelegenheit gewesen, die Geschäftsergebnisse zu präsentieren. Aber 2020 war ein sehr schwieriges, sogar katastrophales Jahr“, erklärten am Mittwoch die Verantwortlichen der  Brasserie Nationale in Niederkerschen bei der Vorstellung ihres Geschäftsergebnisses für 2020. 

Lockdown und geschlossene Restaurants spürt das Unternehmen heftig: Der Gesamtumsatz sank 2020 um 18 Prozent auf 8,9 Millionen Euro. Das Ebitda (Bruttogewinn) ging gar um 39,9 Prozent auf 2,1 Millionen Euro zurück. 

19.000 Hektoliter Bier weniger

Im Jahr 2020 produzierte die Brauerei Nationale 138.000 Hektoliter (hl) Bier (Bofferdig, Battin) und Wasser, ein Rückgang von 19.000 Hektoliter. Die Bierproduktion sank um 47.200 hl auf 110.500 hl (einschließlich eines Rückgangs von 39.900 hl Fassbier). Das vergangenen März auf den Markt gebrachte Mineralwasser aus dem Lodyss-Brunnen sei allerdings ein „bemerkenswerter Erfolg“, so das Unternehmen. 


WI; PK Le Groupe Brasserie Nationale S.A/Munhowen S.A. Bascharage.23te Jährliche Konferenz.Frédéric de Rodigues,Isabelle Lentz,Mathias Lentz.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Brasserie Nationale steigert Ergebnis
Trotz rückläufigem Biermarkt weltweit und in Luxemburg konnte die Traditionsbrauerei 2019 den Bierabsatz erneut steigern.

Bis Ende 2020 hat der Absatz des Wassers 2.800.000 Liter überstiegen. Der Weltmarkt für abgefülltes Wasser ist etwas mehr als doppelt so groß wie der Biermarkt. Der Pro-Kopf-Verbrauch pro Jahr liegt in Luxemburg bei rund 125 Litern. 

Der Bierabsatz im Einzelhandel hingegen sei zwar durchschnittlich um vier Prozent gewachsen, habe die Umsatzeinbußen von zwischen minus 14 und minus 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr allerdings nur abgemildert, nicht kompensiert.

„Diese Pandemie, die schwerste seit der großen Spanischen Grippe zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wird für viele Monate, wenn nicht Jahre, ihre Spuren hinterlassen“, so die Brauereigruppe. Nach Schätzungen ist die Bierproduktion im Großherzogtum um 100.000 Hektoliter, das sind 35 Prozent, gesunken. Der gesamte Bierabsatz (einschließlich der nicht im Großherzogtum hergestellten Biere) auf dem Territorium wird auf 350.000 Hektoliter geschätzt. 

„Zum Glück meistert unser Familienunternehmen, das eine solide Finanzlage mit umsichtigem Management verbindet, diese Rückschläge“, teilt die Brasserie Nationale mit. Das Unternehmen hat das letzte Jahr genutzt, um sich zu diversifizieren und zu modernisieren: Die Investitionen beliefen sich auf einen Gesamtbetrag von 9,5 Millionen Euro.

Die Brauerei hat ihren Sitz in Bascharage.
Die Brauerei hat ihren Sitz in Bascharage.
Foto: Claude Piscitelli


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