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Bourse: China, Nachhaltigkeit und Innovation weiter im Fokus
Wirtschaft 3 Min. 14.05.2020

Bourse: China, Nachhaltigkeit und Innovation weiter im Fokus

Die „Bourse de Luxembourg“ setzt auch in Zukunft weiterhin auf Nachhaltigkeit.

Bourse: China, Nachhaltigkeit und Innovation weiter im Fokus

Die „Bourse de Luxembourg“ setzt auch in Zukunft weiterhin auf Nachhaltigkeit.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 3 Min. 14.05.2020

Bourse: China, Nachhaltigkeit und Innovation weiter im Fokus

Mara BILO
Mara BILO
Die Luxemburger Börse meldet am Donnerstag positive Geschäftsergebnisse für das Jahr 2019. Trotz Corona-Krise läuft die Zusammenarbeit mit den strategischen Partnern der Börse derzeit weiter.

Leicht gestiegener Umsatz, plus 20 Prozent beim Nettogewinn – die Luxemburger Börsengruppe kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurückblicken. Bei der virtuellen, Corona geschuldeten Vorstellung der Jahresergebnisse zeigte sich der Präsident des Verwaltungsrats Frank Wagener am Donnerstag zufrieden.


Auch die Luxemburger Börse hat auf Homeoffice umgestellt: 98 Prozent der Mannschaft ist derzeit nicht im Büro präsent.
Chef der Luxemburger Börse: "Es wird tiefe Spuren hinterlassen"
Robert Scharfe, Chef der Luxemburger Börse, zum Tagesgeschäft und seinen Erwartungen nach der Corona-Krise.

Die Gruppe, die aus der Luxemburger Börse und ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft Fundsquare besteht, meldet einen konsolidierten Umsatz von 48,5 Millionen Euro – plus ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettogewinn liegt bei 13,5 Millionen Euro, was einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber 2018 entspricht. „Ein Rekord“, kommentierte der CEO der Börse, Robert Scharfe. Die Dividende bleibt mit 60 Euro je Aktie unverändert im Vergleich zum Vorjahr.

Im Jahr 2019 hatte die Börse einen großen Wert auf die Digitalisierung und technologische Innovationen gelegt. Was sich angesichts der aktuellen Situation als Segen erwiesen hat: „In Rekordzeit“, so Scharfe, konnte die Arbeit von 97 Prozent der Mitarbeiter – insgesamt gab es Ende Dezember bei der Luxemburger Börse 124 Angestellte – ins Homeoffice verlagert werden.


Luxemburger Börse erwirbt Anteil des Start-up-Unternehmens Origin
Die Londoner Firma Origin will durch eine von ihr entwickelte Plattform den Prozess der Anleiheemission digitalisieren und schneller machen.

Weiter beschäftigte sich die „Bourse de Luxembourg“ im vergangenen Jahr mit der Diversifizierung ihrer Tätigkeiten und stärkte die Zusammenarbeit mit FinTechs. Ende Dezember hatte die Börse einen Zehn-Prozent-Anteil des Londoner Start-up-Unternehmens Origin erworben – die Firma bietet eine Alternative zu den „umständlichen und zeitaufwendigen Arbeitsabläufen, die den aktuellen Prozess der Anleiheemission charakterisieren“, wie es damals hieß.

80.000 Schutzhandschuhe

Trotz Corona-Krise läuft die Zusammenarbeit mit den strategischen Partnern der Börse derzeit weiter. Beispiel China: In der Regel ist Robert Scharfe fünf bis sechsmal pro Jahr dort unterwegs, um das Vertrauensverhältnis zwischen den Finanzplätzen weiter auszubauen: „Dieser Austausch findet derzeit natürlich nur per Videokonferenz und anderen Wegen statt. Dennoch arbeiten wir weiterhin intensiv an der Umsetzung der Projekte, auf die wir uns bereits mit unseren Partnern in China geeinigt hatten.“ Damit gebe es keine negativen Folgen auf die laufenden Geschäfte mit China durch die mit Covid-19 verbundenen Reisebeschränkungen, so der Chef der Börse. „Dennoch hoffen wir, dort bald wieder arbeiten zu können.“


Julie Becker travaille depuis une vingtaine d'années dans le secteur financier.
Julie Becker, numéro 2 de la Bourse de Luxembourg
Julie Becker, membre du comité exécutif de la Bourse de Luxembourg, vient d'être nommée CEO adjoint. Elle codirigera l'institution au côté de Robert Scharfe, CEO depuis 2012.

Beispielhaft für die guten Geschäftsbeziehungen mit China ist die Tatsache, dass die Luxemburger Börse in Zusammenarbeit mit der Börse von Shanghai rund 40.000 Schutzhandschuhpaare an das Großherzogtum übergeben hat. „Eine gemeinsame Spende“, sagt Scharfe.

Aufgrund der aktuellen Situation in den Hintergrund geraten, stehen auch weiterhin die offenen Fragen rund um Brexit im Zentrum der Diskussionen bei der Luxemburger Börse – immerhin ist der Londoner Finanzplatz ein wichtiger Partner Luxemburgs. „Die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs wird voraussichtlich durch die Corona-Pandemie stark leiden“, so Scharfe. Die Gefahr: Dass London nun – um die wirtschaftlichen Schäden wettzumachen – nach anderen Regeln und Standards als die Europäische Union arbeitet, was die Konkurrenzfähigkeit gefährden könnte.

Nachhaltige Finanz hat Zukunft

Bei der Luxemburger Börse wird auch in Zukunft Nachhaltigkeit großgeschrieben; mit der Plattform für grüne Finanzinstrumente – die „Luxembourg Green Exchange“, kurz: LGX – hat die Börse Nachhaltigkeit ohnehin zu ihrem Markenzeichen gemacht. Auf der LGX sind bis zum 30. April 2020 Anleihen in Höhe von mehr als 268 Milliarden Euro gehandelt worden, wie Julie Becker, Deputy-CEO der Börse, am Donnerstag erklärte: „Allein im vergangenen Geschäftsjahr sind Wertpapiere in Höhe von 80 Milliarden Euro dazugekommen.“

Interessant zu bemerken, im Kontext der Corona-Krise: Während der Anteil an rein „grünen“ Anleihen in den vergangenen Monaten nicht so stark zugenommen hat wie erwartet, ist der Anteil an „social“ Anleihen gestiegen. Der Grund dafür ist das Virus; es wurden bereits Anleihen in Höhe von 20 Milliarden in Zusammenhang mit Covid-19 auf der LGX herausgegeben. Ein Teil des Geldes wird für die medizinische Versorgung gebraucht.

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