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Boeing stellt ersten mPower-Satelliten für SES fertig
Wirtschaft 2 Min. 17.08.2021
Satelliten neuer Generation

Boeing stellt ersten mPower-Satelliten für SES fertig

Wie in dieser Animation sollen bald die elf O3b-Satelliten in acht Kilometern Höhe Kommunikationssignale zur Erde schicken.
Satelliten neuer Generation

Boeing stellt ersten mPower-Satelliten für SES fertig

Wie in dieser Animation sollen bald die elf O3b-Satelliten in acht Kilometern Höhe Kommunikationssignale zur Erde schicken.
Animation: SES
Wirtschaft 2 Min. 17.08.2021
Satelliten neuer Generation

Boeing stellt ersten mPower-Satelliten für SES fertig

Marco MENG
Marco MENG
Es beginnt ein neues Zeitalter der weltraumgestützten Datenübertragung, so SES-Chef Steve Collar bei der Live-Schaltung aus Kalifornien.

Der erste von drei mPower-Satelliten der SES-Tochter O3b ist fertiggestellt. Das teilten Steve Collar, CEO des Luxemburger Satellitenbetreibers SES, und Jim Chilton, Senior Vice President von Boeing Space and Launch, am Dienstagmittag in einer Liveschaltung aus der Boeing-Fabrik in El Segundo, Kalifornien, mit. 

Mit einer Falcon 9-Rakete von SpaceX sollen die drei Satelliten Ende des Jahres, wahrscheinlich im Dezember, ins All geschossen werden. Zwei weitere Raketenstarts folgen 2022. Ab dem dritten Quartal 2022 soll die Konstellation in Betrieb gehen.

Die elf je 1,7 Tonnen schweren Satelliten werden in der mittleren Erdumlaufbahn in einer Höhe von 8.000 Kilometern ausgesetzt und sollen mit der verbesserten Konnektivität SES in eine neue Ära führen.

Internet überall, auf See, in der Luft und auf der Erde, das will das mPower-System von O3b bereitstellen.
Internet überall, auf See, in der Luft und auf der Erde, das will das mPower-System von O3b bereitstellen.
Schema:SES

Diese mPower-Satelliten seien etwas anderes, so Boeing-Manager Jim Chilton, „das ist neue Technologie“. 2017 hat SES ein Satellitensystem „der nächsten Generation“ auf mittlerer Erdumlaufbahn angekündigt: O3b mPower. Eine Konstellation von elf Hochleistungssatelliten, intelligenter Software und umfangreicher Bodeninfrastruktur. 

Neue Satellitengeneration 

Mehr als 40 Jahre zurück sei SES Pionier bei der Satelliten-Fernsehübertragung gewesen; jetzt werde SES zum Pionier bei der Bereitstellung von Internetzugang. „Nicht jeder hat Zugang zum Internet“, so der SES-Chef. „Dieses Problem lösen wir, indem wir mit den o3b-Satelliten das Internet zu den Menschen bringen.“

Jim Chilton (li.), Senior Vice President von Boeing Space and Launch, und SES-Chef Collar in der Satellitenfabrik in El Segundo.
Jim Chilton (li.), Senior Vice President von Boeing Space and Launch, und SES-Chef Collar in der Satellitenfabrik in El Segundo.
Foto: Screenshot

„Wir arbeiten mit verschiedenen Technologiepartnern zusammen, von Satellitenherstellern und Trägern bis hin zu Softwareunternehmen und Modempartnern“, erklärt SES, „um Konnektivitätsdienste im Cloud-Maßstab für Marktsegmente wie Telekommunikation und Transportbranche sowie für Staaten und Institutionen auf der ganzen Welt bereitzustellen.“ 

Orange,  Carnival Cruises sowie Microsoft als erste Kunden

Die mPower-Satelliten bieten Datenübertragungen zwischen 50 Mbit und mehreren Gigabit pro Sekunde für den Telekommunikations-, Schifffahrts-, Luftfahrt- und Energiesektor sowie für Regierungen. Erste Kunden sind der Telekommunikationskonzern Orange, das Schifffahrtsunternehmen Carnival Cruises sowie Microsoft.

Wie Steve Collar erklärt, wird auch Microsoft als erster Cloud-Anbieter Kunde für das O3b mPower-Satellitensystem. Microsoft plant, die neue Satellitenkonstellation ab nächstes Jahr für sein Azure-Cloud-Geschäft zu nutzen. 


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Beim O3b mPower-Kommunikationssystem werden Netzwerkmanagement, Steuerung und Automatisierung von einer intelligenten Software übernommen. Das System reduziere das Geschäfts- und Betriebsrisiko für die Kunden auf ein Minimum.

Die O3b-Satellitenkonstellation sollen auch den drei Milliarden Menschen in strukturschwachen Gebieten Internetzugriff und Telekommunikationsdienste bieten.

Die neuen mPower-Satelliten sind herkömmlichen Satelliten deutlich überlegen: Ein entscheidender Unterschied ist die Zahl an Beams (Ausleuchtzonen), die gegenüber herkömmlichen Satelliten bei mPower um das 500-Fache erhöht sind und dabei geografisch sehr präzise festgelegt werden können. Damit sieht sich SES der Konkurrenz weit voraus. Gleichzeitig kann das Betzdorfer Unternehmen durch mPower das Frequenzspektrum mehrmals nutzen, mehr Bandbreite anbieten – und damit auch mehr Bandbreite verrechnen. SES hatte O3b 2017 für mehr als 700 Millionen Dollar gekauft. SES-Chef Steve Collar war bis 2017 Chef von O3b.

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