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Boeing-Krisenjet 737 Max darf wieder in die Luft
Wirtschaft 2 Min. 18.11.2020

Boeing-Krisenjet 737 Max darf wieder in die Luft

Die Maschinen vom Typ Boeing 737 Max waren seit März 2019 nicht mehr in der Luft.

Boeing-Krisenjet 737 Max darf wieder in die Luft

Die Maschinen vom Typ Boeing 737 Max waren seit März 2019 nicht mehr in der Luft.
Foto: AFP/Jason Redmond
Wirtschaft 2 Min. 18.11.2020

Boeing-Krisenjet 737 Max darf wieder in die Luft

Nach zwei Abstürzen mit insgesamt Hunderten Toten hatten die Behörden den Unglücksjet 737 Max von Boeing aus dem Verkehr gezogen. Nun hat der Flugzeugbauer die Starterlaubnis zurück.

(dpa) - Das Startverbot für Boeings Unglücksflieger 737 Max ist nach mehr als anderthalb Jahren aufgehoben worden. Voraussetzung dafür ist unter anderem die Installation einer neuen Steuerungssoftware an den Flugzeugen, wie die US-Flugaufsicht FAA am Mittwoch in Washington mitteilte. 

Der Krisenjet war im März 2019 im Zuge zweier Abstürze mit insgesamt 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm. Boeing hatte die Probleme eigentlich bereits nach dem ersten Absturz beheben wollen. Doch es traten wiederholt weitere Mängel auf, sodass es letztlich rund 20 Monate dauerte, bis die FAA das Flugverbot für die 737 Max aufhob.

Wiederzulassung auch in Europa wahrscheinlich

Europas Luftfahrtbehörde EASA hatte bereits Mitte Oktober erklärt, dass die 737 Max wieder ausreichend sicher sei und damit ihre Zustimmung zu einer Wiederzulassung signalisiert. Experten rechnen damit, dass die europäischen und andere internationale Aufsichtsbehörden nach der FAA-Entscheidung ebenfalls zügig grünes Licht geben werden. Neben der EASA hatten Kanadas und Brasiliens Aufseher bereits bei Teilen des Wiederzulassungsverfahrens mit der FAA kooperiert. Bis die 737 Max wieder voll in den Betrieb starten kann, dürfte es trotzdem noch etwas dauern. Zunächst müssen die letzten Wartungsarbeiten und Piloten-Trainings abgeschlossen werden.


(FILES) In this file photo a Qantas Boeing 747 airliner takes off from Sydney airport to the US on July 22, 2020. - The Boeing 747 has become the plane of American presidents and mass tourism, but the Boeing 747 is about to bow out in the United States, almost 50 years after its first flight. "The 747 gave wings to the world. It shrunk the world", said to AFP by Michael Lombardi, historian of the aircraft manufacturer Boeing, of which this aircraft is one of the symbols. (Photo by PETER PARKS / AFP)
Boeing stellt Produktion der 747 ein
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Das 737-Max-Desaster hat Boeing auch finanziell stark unter Druck gebracht. Der Airbus-Erzrivale konnte die 737 Max - sein bis zu den Abstürzen bestverkauftes Modell - wegen der Flugverbote seit Frühjahr 2019 nicht mehr an Kunden ausliefern. Zahlreiche Aufträge wurden storniert, Boeing entstanden etliche Milliarden an Sonderkosten. In den drei Monaten bis Ende September fiel bereits der vierte Quartalsverlust in Folge an. Der Konzern reagiert auf die klamme Finanzlage mit drastischen Sparmaßnahmen und will seine Mitarbeiterzahl bis Ende 2021 auf rund 130.000 senken. Zum Vergleich: Anfang 2020 hatte Boeing noch etwa 160.000 Beschäftigte.

Auch wenn die Wiederzulassung der 737 Max für Boeing eine große Erleichterung ist, blickt der US-Flugzeugriese weiter äußerst schwierigen Zeiten entgegen. Die Corona-Pandemie, die weite Teile des Luftverkehrs lahmgelegt und viele Fluggesellschaften in Finanznot gebracht hat, dürfte noch deutlich länger belasten. Der Konzern rechnet mit einer Durststrecke, die die Nachfrage nach Flugzeugen dauerhaft dämpfen wird. Boeing geht davon aus, dass es etwa drei Jahre dauern wird, um das Niveau von 2019 wieder zu erreichen. Bis die Luftfahrtbranche zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückkehre, dürften fünf oder sogar mehr Jahre vergehen.


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