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Boeing-Chef Muilenburg tritt zurück
Wirtschaft 23.12.2019

Boeing-Chef Muilenburg tritt zurück

Der Vorstandschef des US-Luftfahrtriesen Boeing tritt im Zuge der Krise um den Flugzeugtyp 737 Max zurück.

Boeing-Chef Muilenburg tritt zurück

Der Vorstandschef des US-Luftfahrtriesen Boeing tritt im Zuge der Krise um den Flugzeugtyp 737 Max zurück.
Foto: AFP
Wirtschaft 23.12.2019

Boeing-Chef Muilenburg tritt zurück

Die Affäre um das Unglücksflugzeug 737 Max schwelt bei Boeing schon lang. Jetzt kostet es den Vorstandschef Muilenburg das Amt.

(dpa) - Der Vorstandschef des US-Luftfahrtriesen Boeing, Dennis Muilenburg, tritt im Zuge der Krise um den Flugzeugtyp 737 Max zurück. Das teilte der Konzern am Montag in Chicago mit. Zum Nachfolger ernannte der Airbus-Rivale den bisherigen Verwaltungsratschef David Calhoun, er soll den Vorstandsvorsitz ab 13. Januar übernehmen.

Muilenburg stand wegen seines Krisenmanagements nach zwei Abstürzen von 737-Max-Maschinen, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, heftig in der Kritik und war bereits länger mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Die 737-Max-Abstürze in Indonesien und Äthiopien haben Boeing in eine tiefe Krise gebracht. Der Flugzeugtyp ist noch immer mit Startverboten belegt. Im Oktober hatte Muilenburg bereits den Verwaltungsratsvorsitz abgeben müssen.

Der Konzern steht im Verdacht, die Unglücksflieger überstürzt auf dem Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing weist dies zwar zurück, hat aber verschiedene Fehler und Pannen eingeräumt. Das 737-Max-Debakel ist für den Hersteller eine große Belastung, die bereits immense Kosten, große Imageschäden, mehrere Ermittlungen und hohe Klagerisiken verursacht hat.


WASHINGTON, DC - DECEMBER 11: FAA ADMINISTRATOR Stephen M. Dickson speaks at a Oversight Hearing on December 11, 2019 in Washington, DC. A Federal Aviation Administration analysis document predicted there would be more than 15 additional fatal crashes of the MAX over its lifetime, and was made public Wednesday at a House Transportation Committee hearing on Wednesday.   Tasos Katopodis/Getty Images/AFP
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737-Max-Abstürze: Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing
"Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt und Monate vor dem ersten Absturz schwerwiegende Bedenken über die Fertigungsqualität an ranghohe Boeing-Führungskräfte durchgegeben", so der frühere Boeing-Manager Ed Pierson.

Im Zentrum der Krise steht das für die 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm MCAS, das laut Untersuchungsberichten eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen gespielt hat. Boeing hatte bereits nach dem Unglück in Indonesien versprochen, die MCAS-Probleme per Software-Update zu beheben. Wenig später kam es zum Absturz in Äthiopien. Das Update hat noch immer keine Zulassung der FAA.

Zuletzt hatte Boeing bekanntgegeben, die Produktion des Krisenjets 737 Max angesichts der hohen Ungewissheit um eine Wiederzulassung ab Januar vorübergehend auszusetzen. Damit dürften sich die Probleme noch einmal deutlich verschärfen. Zuvor hatte die US-Luftfahrtaufsicht FAA Boeing deutlich zu verstehen gegeben, nicht auf eine rasche Wiederinbetriebnahme der 737 Max zu setzen.

FAA-Chef Steve Dickson habe Bedenken, dass der Flugzeugbauer einen "unrealistischen" Zeitplan verfolge, hatte die Behörde Boeing gewarnt. Muilenburg hatte im November noch Zuversicht verbreitet, noch vor dem Jahreswechsel eine Genehmigung der FAA für die 737 Max zu erhalten. Der ungewöhnliche öffentliche Rüffel von Behördenleiter Dickson hatte den ohnehin schon angezählten Muilenburg zuletzt noch schlechter aussehen lassen.


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