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Boeing-Absturz - USA ziehen Notbremse
Auch in den USA sind die 737 Max mittlerweile mit einem Startverbot belegt.

Boeing-Absturz - USA ziehen Notbremse

AFP
Auch in den USA sind die 737 Max mittlerweile mit einem Startverbot belegt.
Wirtschaft 2 Min. 14.03.2019

Boeing-Absturz - USA ziehen Notbremse

Nach zahlreichen anderen Ländern verhängen vorsichtshalber auch die USA ein Startverbot für die Boeing 737 Max. Der Grund: Die Ermittler haben neue Erkenntnisse.

(dpa) - Nach dem Startverbot für alle Boeing 737 Max auch in den USA ist ein Großteil der weltweiten Flotte des Flugzeugtyps vorübergehend lahmgelegt. Die US-Luftfahrtbehörde FAA begründete das Verbot am Mittwoch (Ortszeit) mit neuen Erkenntnissen zum Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien, die auf Ähnlichkeiten zum Crash eines baugleichen Flugzeugs im vergangenen Oktober in Indonesien hinwiesen. Diese Informationen erforderten weitergehende Untersuchungen, ob es sich möglicherweise um dieselbe Absturzursache gehandelt habe, hieß es in einer Dringlichkeits-Anordnung der FAA.


Die Maschine stürzte etwa 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba ab.
Mehr als 150 Tote bei Flugzeugabsturz in Äthiopien
Eine Maschine der Ethiopian Airlines stürzte nur wenige Minuten nach dem Start ab - mit Menschen aus 33 Ländern an Bord. Niemand Überlebte.

Schon vor den USA hatten Europa, weite Teilen Asiens und zuletzt Kanada die Boeing 737 Max mit einem Startverbot belegt. Mit dem Verbot in den USA stehen inzwischen mehr als 310 Maschinen am Boden. Der US-Luftfahrtkonzern Boeing empfahl am Mittwoch als Vorsichtsmaßnahme ein vorübergehendes Startverbot für alle 371 Flugzeuge der Baureihe 737 Max weltweit.

"Ähnlichkeiten"

In der FAA-Anordnung heißt es, die Untersuchungen am Wrack der Maschine hätten am Mittwoch neue Informationen zutage gefördert. Gekoppelt mit Satellitendaten zur Flugbahn nach dem Start der Ethiopian-Airlines-Maschine in Addis Abeba wiesen sie „einige Ähnlichkeiten“ zum Absturz in Indonesien auf. Der amtierende FAA-Chef Daniel Elwell habe beschlossen, „dass eine Gefahr mit Bezug zur Sicherheit bei der kommerziellen Luftfahrt besteht“.

Mit dem Startverbot für alle Boeing 737 Max waren die USA am Mittwoch dem Beispiel der EU und zahlreicher Staaten gefolgt. Die FAA teilte mit, alle Maschinen dieses Typs müssten am Boden bleiben, solange weitere Untersuchungen wie etwa die Auswertung der Flugdaten des abgestürzten Flugzeugs liefen. FAA-Experten unterstützen die äthiopischen Behörden am Unfallort bei der Untersuchung.


A photo shows debris of the crashed airplane of Ethiopia Airlines, near Bishoftu, a town some 60 kilometres southeast of Addis Ababa, Ethiopia, on March 11, 2019. - Airlines in Ethiopia, China and Indonesia grounded Boeing 737 MAX 8 jets Monday as investigators recovered the black boxes from a brand-new passenger jet that crashed outside Addis Ababa a day earlier, killing all 157 people on board. (Photo by Michael TEWELDE / AFP)
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Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien mit 157 Toten hat die Suche nach der Unglücksursache eingesetzt. Ein schlimmer Verdacht drängt sich auf. Denn vor wenigen Monaten gab es bereits einen Unfall mit der relativ neuen Boeing-Reihe.

Nach dem Absturz der Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines sollen die beiden Flugschreiber in Frankreich ausgewertet werden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Mittwochabend unter Berufung auf die französische Luftsicherheitsbehörde Bureau d'Enquêtes et Analyse (BEA). Die Flugschreiber sollten am Donnerstag zur BEA gelangen. Die äthiopischen Behörden hätten um Unterstützung gebeten.

Zum dritten Mal

Das Flugzeug war am Sonntag abgestürzt und hatte 157 Menschen in den Tod gerissen. Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sein könnten. Bei dem Crash der Boeing 737 Max 8 der indonesischen Lion Air waren im vergangenen Oktober 189 Menschen gestorben.

Die FAA zieht mit dem Startverbot für die 737 Max erst zum dritten Mal eine gesamte Baureihe eines Flugzeugtyps in den USA vorübergehend aus dem Verkehr. Nach einem Absturz in Chicago im Jahr 1979 hatte die FAA ein vorübergehendes Flugverbot für die McDonnell Douglas DC-10 erlassen. 2013 folgte nach dem Brand von Batterien ein vorübergehendes Startverbot für die Boeing 787 Dreamliner.


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